Validierung analytischer Methoden in der Biotechnologie (A 16)

Validierung analytischer Methoden in der Biotechnologie (A 16)

Heidelberg

Seminar Nr. 18063


Kosten

Teilnahmegebühr: EUR 1690,--
GMP-Überwachungsbehörden: EUR 845,--

Alle Preise zzgl. MwSt.

Rückfragen unter:
Tel.: 06221 / 84 44 0 E-Mail: info@concept-heidelberg.de

Sprecher

Dr. Joachim Ermer, Sanofi
Dr. Alexander Krah, Merck KGaA
Dr. Urs Simmen, Simmen Consulting
Mag. Sabrina Rottal, VelaLabs

Zielsetzung

Ziel dieses Seminars ist es, Wissen zu vermitteln, das für die Beurteilung und Validierung von in der Biotechnologie angewandten Methoden erforderlich ist. Der Schwerpunkt liegt auf Analysenmethoden für pharmazeutisch wirksame „Biomoleküle“ wie z.B. Peptide und Proteine. Die Teilnehmer lernen, derartige Validierungen – der Entwicklungsphase entsprechend – GMP-konform zu planen und zu bewerten.

Hintergrund

Für analytische Methoden in der pharmazeutischen Qualitätskontrolle wie auch in der Pharmakokinetik muss – spätestens zur Prüfmusterfreigabe für Phase-1-Studien – gezeigt werden, dass die Methoden für ihren jeweiligen Zweck geeignet sind. Für viele spezielle im biotechnologischen Bereich angewandte Methoden sind die üblichen Standard-Validierungspläne nicht geeignet. Hier setzt dieses Seminar an: Anhand ausgewählter Beispiele wird im Grundsätzlichen und im Detail gezeigt, wie diese Methoden validiert werden können.

Zielgruppe

Dieses Seminar ist konzipiert insbesondere für diejenigen Analytiker, die Validierungen bioanalytischer und biopharmazeutischer Analysenverfahren planen, durchführen und bewerten, aber auch für Verantwortliche und für Mitarbeiter der Qualitätssicherung oder im regulatorischen Bereich. Das Seminar ist gleichermaßen geeignet für Analytiker, die es in Transfer- oder Zulassungsprojekten mit derartigen Methoden zu tun haben und diese Methoden und die Validierungen verstehen und bewerten und ggf. Rückfragen beantworten sollen. Angesprochen werden sowohl Mitarbeiter der pharmazeutischen Industrie als auch Mitarbeiter von Dienstleistern, z.B. der Auftragsanalytik/Lohnherstellung/Prüfmusterherstellung, aber auch Angehörige von Biotech-Firmen, Ausgründungen und mit GMP-pflichtigen Bereichen kooperierende Einrichtungen (z.B. Hochschulen).

Workshops

Die Workshops zur Vertiefung und zum Erfahrungsaustausch sind ein wesentliches Element des Seminars.

Mit Hilfe von Excel-Dateien zu statistischen Simulationen „erleben“ die Teilnehmern die grundlegende Bedeutung der analytischen Variabilität und deren Konsequenzen, z.B. bezüglich Spezifikationsverletzungen. Mit diesen Arbeitsblättern  können die Teilnehmer später auch eigene Fragestellungen mit verschiedenen Szenarien intuitiv erproben.

Am zweiten Tag werden in einem Workshop in Parallelgruppen Vorgehensweisen zur Validierung analytischer Methoden (z.B. SEC, SDS-PAGE, ELISA, Bradford) erarbeitet. Anschließend werden im Plenum die Validierungspläne vorgestellt, diskutiert und bewertet. Dabei geben die Referenten Tipps und Empfehlungen zu praktischen und regulatorischen Aspekten. Die fertigen Validierungspläne können als hilfreiche Vorlage für die eigene Arbeit verwendet werden.

Programm

Regulatorische Anforderungen und aktuelle Entwicklungen
  •  Validierung analytischer Methoden für Zulassung und Routineanwendung
  •  ICH, FDA, Arzneibücher
  •  Bioanalytik
  •  ICH Q2 Revision und Q14
  •  Lebenszyklus-Ansatz
Leistungsattribute analytischer Methoden -1-
  •  Fehlertypen (zufällige und systematische Fehler)
  •  (Normal-)Verteilung von Messwerten
  •  Richtigkeit und Präzision
  •  Präzision des Endergebnis (reportable value)
  •  Arbeitsbereich (Range)
Leistungsattribute analytischer Methoden -2-
  •  Spezifität
  •  Linearität, (lineare)  Kalibrierfunktion inkl. ANVISA-Anforderungen
  •  Nachweis-und Bestimmungsgrenze
  •  Robustheit, Stabilität von Lösungen
Validierung spektroskopischer und kolorimetrischer Methoden in der Proteinanalytik mit Praxisbeispielen
  • Vergleich der kolorimetrischen Methoden zur
  • Bestimmung der Proteinkonzentration
  •  Sensitivitäten
  •  Validierungsansatz
  •  Praxisbeispiel Gehalt: Validierung einer Bradford-
Methode: Validierungsansatz, Ziele, Akzeptanzkriterien
  • Streuung, Methodeneignung und Akzeptanzgrenzen
  •  Zuverlässigkeit von Ergebnissen (Vertrauens- und Prognosebereiche)
  •  Eignung  von und Anforderungen an Spezifikationsgrenzen
  •  Akzeptanzgrenzen für Präzision und Richtigkeit (Analytical Target Profile, ATP)
  •  Möglichkeiten zur Verringerung der Variabilität
  • USP <1033> zu Akzeptanzgrenzen, Stichprobenumfang und OOS-Risiken
  •  Praxisbeispiele (Gehaltsbestimmung, Reinheitsprüfung)
Berechnung / Bewertung von gewichteten linearen und nichtlinearen Kalibrierfunktionen
  • Korrelations- und Regressionsrechnung  zur Bestimmung / Überprüfung von Kalibrierfunktionen (Zweck, Vorgehen)
  • Krumme Kalibrierfunktionen, Ankerpunkte
  • Residuen
  • Validierung bioanalytischer Methoden für präklinische und klinische Studienproben
  • Besonderheiten von präklinischen und klinischen Proben (Matrixhintergrund etc.)
  • Überblick über typische analytische Methoden für NBEs: Ligandenbindungsassays für pharmakokinetische Studien, Immunogenitätsassays für bindende und neutralisierende Antikörper
  • Überblick über GLP und GCP
  • Besonderheiten der Validierung solcher Methoden
  • Behandlung kritischer Reagenzien
  • Stabilitätsstudien
  • Dokumentation bioanalytischer Studien
  • Relevante internationale Guidelines (EMA, FDA, MHRA etc.)
  • Aspekte der praktischen Umsetzung in der Industrie
Etablierung eines Inhouse Standards
  •  Typen von Standards
  •  Charakterisierung , Implementierung,
  •  Stabilitätsprogramm
Methodenvalidierung in den Entwicklungsphasen
  •  Phasenübersicht - Ziele - Anforderungen
  •  Phasenspezifische Vorschläge zu Methodenüberprüfung/Methodenvalidierung
  •  Vorgaben der Guidelines für Klinik-Muster
Validierung von ELISAs (Proteingehalt in einer Matrix)
  •  Vorteile/Nachteile von ELISAs
  •  Prinzipielle Funktionsweise eines ELISAs
  •  Risiken der einzelnen Arbeitsschritte
  •  Akzeptanzkriterien und Versuchsplanung
  •  Prüfung auf Robustheit
  •  ELISAs bei der Gehaltsbestimmung von Biosimilars (Klin. Phase I)
Statistische Testprüfungen (t-Test, Äquivalenztest, etc.)
  •  Prinzipien statistischen Testens
  •  Irrtumswahrscheinlichkeiten (a- und b-Fehler)
  •  Voraussetzungen statistischer Tests (das „Kleingedruckte“)
  •  Stichprobenumfangsschätzungen
  •  Erfolgsaussichten statistischer Tests für ausgewählte Szenarien
Zellbasierte Bioassays
  •  Definition Bioassays
  •  Guidelines und Testparameter
  •  Auswertung: Parallel Line versus 4-PL fit
  •  Risikoanalyse
  •  Methoden Qualifizierung: Case Study
  •  ’Potency’
Potency Assays – von Daten bis Auswertung
  •  USP
  •  Parallelism tests
  •  Datenevaluierungsprogramme für Potency-Assays
GMP in der Validierung analytischer Methoden
  •  GMP-Voraussetzungen der Methodenvalidierung (Datenintegrität, Validierungspläne und -berichte)
  •  Umgang mit Abweichungen und Verletzung von Akzeptanzkriterien
  •  Validierung in Auftragslaboren
SDS-Page / IEF / Western-Blot
  •  IEF
  •  SDS-PAGE
  •  Westernblot
  •  Validierungsrelevante Aspekte der Entwicklung
  •  Spezifika der Validierung dieser Methoden#
Workshop: Variabilität und OOS-Risiko
Statistische Simulationen
Eigenes „Erleben“ der Konsequenzen von Variabilität

Workshops (Parallelgruppen):
Validierungsplanung (z.B. SEC, ELISA, Bradford)

Workshop: Auswertung von Potency-Assays
Bearbeitung von Fallbeispielen in Kleingruppen

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