PT 3 & PT 4 Kombi (Wartung & Kalibrierung)

PT 3 & PT 4 Kombi (Wartung & Kalibrierung)

Mannheim

Seminar Nr. 17162


Kosten

Teilnahmegebühr: EUR 1790,--

Alle Preise zzgl. MwSt.

Rückfragen unter:
Tel.: 06221 / 84 44 0 E-Mail: info@concept-heidelberg.de

Sprecher

Klaus Feuerhelm, Regierungspräsidium Tübingen
Thomas Hahlgans, CSL Behring GmbH
Dr. Johannes Krämer, CSL Behring
Markus Multhauf, Freier Ingenieur
Sören Pollmann, Ferring
Oliver Pütz, A. Nattermann & Cie.; ein Unternehmen der Sanofi Gruppe
Holger Stauß, PharmaServ

Zielsetzung

PT 3 - GMP-gerechte Wartung/Instandhaltung
Wie die GMP-Aspekte der Wartung als auch die ökonomischen Zwänge unter einen Hut gebracht werden können, ist das Ziel dieses Seminars. Dabei beleuchten Praktiker aus der pharmazeutischen Industrie verschiedene Perspektiven und stellen die Organisation der Wartung und die dabei in den Unternehmen getroffenen Maßnahmen vor.
 
PT 4 - GMP-gerechte Kalibrierung
Ziel des Lehrgangs ist die Vermittlung der Grundlagen bzw. der Organisation der Kalibrierung, die Durchführung der Kalibrierung sowie die Vermeidung von Fehlern.

Hintergrund

PT 3 - GMP-gerechte Wartung/Instandhaltung
Wartung/Instandhaltung (I + W) sind im Pharma-Umfeld keine freiwilligen Übungen, sondern verbindlich vorgeschrieben Aktivitäten, die den ordnungsgemäßen Betrieb der Anlagen gewährleisten sollen.
Nationale (EU GMP-Leitfaden) und internationale Regelwerke (21 CFR 211, USA) und Überwachungsbehörden fordern die regelmäßige und vorbeugende Instandhaltung in der pharmazeutischen Produktion als wesentlichen Teil der Qualitätssicherung. In Inspektionen und Audits werden die Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen verstärkt kontrolliert.

Gleichzeitig müssen sich diese Maßnahmen aber auch unter ökonomischen Gesichtspunkten bewähren.
In Zeiten knapper wirtschaftlicher Ressourcen bindet die Wartung sowohl Personal, Zeit als auch Produktionskapazität. Auf der anderen Seite werden durch optimierte vorbeugende I + W-Maßnahmen aber auch die technische Zuverlässigkeit und Effektivität der Anlagen erhöht.
 
Sowohl dieser Kurs als auch der in Kombination vergünstigt buchbare Kurs „PT 4 – Kalibrierung“ sind Bestandteil des Pharmatechnik-Lehrgangs.

PT 4 - GMP-gerechte Kalibrierung
Regelmäßig kalibrierte Mess-, Wäge-, Aufzeichnungs- und Kontrollausrüstungen sind Voraussetzung zur GMP-gerechten Produktion. Insbesondere im Rahmen der Anlagen- und Raumqualifizierung sind sie von zentraler Wichtigkeit. Der EU-GMP-Leitfaden verlangt dabei nicht nur die Durchführung
der regelmäßigen Kalibrierung, sondern auch die entsprechenden Verfahrensbeschreibungen und Dokumentationen der Kalibrierungsdurchführung. Hier liegen die Besonderheiten der Kalibrierung im GMP-Umfeld, verglichen mit anderen Industrien.
Der Seminar-Schwerpunkt „Grundlagen der Kalibrierung/Organisation der Kalibrierung“ wird neben den gesetzlichen Bestimmungen und Anforderungen auch die Organisation der regelmäßigen Kalibrierung im Rahmen der Instandhaltung behandeln. Zusätzlich wird der Einsatz eines Prüfmittelverwaltungsprogramms einschließlich der Verwaltung und Dokumentation der Messdaten vorgestellt.
Sie können diese Praxisseminare einzeln oder gemeinsam mit dem Kurs „PT 3 – Wartung“ buchen. Bei gleichzeitiger Buchung beider Seminare sind die Teilnehmergebühren reduziert.

 

Zielgruppe

Das Seminar richtet sich an Verantwortliche und Mitarbeiter pharmazeutischer Unternehmen, Anlagenlieferanten und externen Dienstleistern, die mit der Organisation, Planung und Durchführung von I+ W-Maßnahmen betraut sind.

Programm

PT 3 - GMP-gerechte Wartung/Instandhaltung
Themenblock 1: Grundlagen
Die Bedeutung der Instandhaltung nimmt sowohl in ökonomischer als auch als Teilaspekt einer GMP gerechten Fertigung an Bedeutung zu. Es werden Hinweise für die technisch Verantwortlichen gegeben, die aus den Regelwerken resultieren. Die Umsetzung der Regelwerke in eine „lebbare“ Praxis wird im Laufe des Vortrags vorgestellt.
  • Die Regelwerke
  • Qualitätssystem Instandhaltung im Lebenszyklus einer Anlage
  • GMP-Anforderungen in der Instandhaltung
  • Steigerung der Anlagenverfügbarkeit, Herausforderung an den Instandhalter
  • Reproduzierbarkeit der Instandhaltungsaktivitäten
Themenblock 2: Vorgehensweise bei der Instandhaltung
Bereits bei Projektbeginn müssen die zukünftigen Instandhaltungsmaßnahmen mit eingeplant werden (z. B. Zugänglichkeit einer Anlage). Im Laufe des Projekts müssen Aspekte wie die Instandhaltungsintervalle, aber auch die Ersatzteilhaltung diskutiert und festgelegt werden. Dies hat auch beachtliche Auswirkungen auf die Kosten. Für eine fertige, einsatzfähige Anlage sollten die Instandhaltungsmaßnahmen nach festgelegten Spielregeln ablaufen.

Instandhaltung in der Planung
  • IH-Planung in der Qualifizierungsphase
    • Garantie
    • Standardisierung
    • Konstruktive Möglichkeiten
  • Ermittlung von Intervallen und Inhalten
    • Interne und externe Aktivitäten
    • Wartungsverträge
  • Ersatzteilplanung
    • Risikoanalyse, - Lieferbarkeit, - Konsignationslager
    • Bewirtschaftung
Vom Projekt zur Instandhaltung – Aufbau eines Systems zur Organisation einer GMP-gerechten Instandhaltung
  • Überblick über das Projekt Instandhaltung
  • Erstellen und Pflege der I&W Pläne
  • Durchführung der Instandhaltungsmaßnahmen mit der erforderlichen Dokumentation
  • Aufbau und Pflege einer GMP-gerechten Anlagendokumentation
  • Kalibrierung als Sonderfall von Wartungsarbeiten
Risikobasierte Instandhaltung
  • Qualifikationen: interne vs externe Instandhaltungen
  • Instandhaltungsinhalte vom Anlagen-Lieferanten – ausreichend ?
  • Ermittlung von Instandhaltungsinhalten durch Risikoanalysen
  • Nutzung von Erfahrungswerten
  • Festlegung geeigneter Materialien und Hilfsstoffe in der Instandhaltungsausführung
  • Auswertung von GMP – Dokumentationen zur Festlegung von Inhalten in der Instandhaltung
    • Abweichungen, Beanstandungen
    • LogBücher
    • Instandhaltungsdokumentationen
Workshop: Erstellung eines Instandhaltungsplans
  • Aufbau des IH – Planes
  • Risikobasierte Vorgehensweise
  • Festlegen von Akzeptanzkriterien
  • Festlegen von Wartungsintervallen
Hygiene in der Instandhaltung
  • Kritische Schwachstellen an pharmazeutischen Anlagen
  • Typische Schwachstellen in der Instandhaltung
    • Wie vermeide ich unhygienische Situationen ?
    • Wie erkenne ich hygienische Probleme
  • Hygienische Kontaminationsquellen in der Instandhaltung
    • Der Handwerker
    • Die Werkzeuge / Hilfsmittel
Themenblock 3: Beispiele aus der Praxis
Eine GMP-konforme Instandhaltung braucht Systeme, die über die gesamte Nutzungsdauer den qualifizierten Anlagenzustand dokumentiert aufrecht erhalten. Dies kann auf verschiedene Weise geschehen. Die Vorträge stellen einen praktizierten Instandhaltungsprozess vor, durch den sämtliche Instandhaltungsaktivitäten unter GMP-Gesichtspunkten bewertet, kategorisiert und dokumentiert werden.

Praxis-Beispiel: Wartung einer Wasser-Anlage
  • Wartungspflichtige Komponenten
  • Hygieneanforderungen
  • Ersatzteile
  • Intervalle
  • Reinigung und Desinfektion
  • Qualifikation interner und externer Ressourcen
  • Dokumentation
Einsparung bei der Instandhaltung in der Praxis
  • Integrierte Wartungskosten bei Investitionsentscheidungen
  • Wartungs- Kosten Nutzen Bewertung bei Anlageninvestitionen
  • Theorie und Praxis bei Investitionsentscheidungen: Gegenüberstellung der Produktionsausfallzeiten, Anlagenstillstandzeiten, etc.

Themenblock 4: EDV-Einsatz
Die spezifischen Anforderungen im Pharma-Umfeld und die sich daraus ergebenden Herausforderungen bezüglich Erfassung, Gliederung, Dokumentation und Integrität von Daten können mittels EDV-Lösung abgebildet und gesteuert werden. Dabei können die aus einem EDV-unterstützten Instandhaltungsprozess generierten Informationen zur Anlagenoptimierung aber auch zur Dokumentation von Störungsbehebungen
genutzt werden. Insbesondere die Verbindung zu weiteren GMP-Schnittstellen wie der Änderungs- und Abweichungsbearbeitung sind hier im behördlichen Interesse.

Praxisbeispiel CSL Behring: EDV basierte Instandhaltung in SAP und papierlose Dokumentation
  • Kriterien für den EDV-Einsatz in der Instandhaltung
  • Erläuterung der Organisation, Stammdatenpflege und Ablauf in SAP
  • Umstellung auf die papierlose Wartung
  • Erläuterung des Ablaufs der Wartung mittels mobiler Endgeräte
  • Praxisbeispiel: Störungsbeseitigung

PT 4 - GMP-gerechte Kalibrierung
 
Gesetzlicher Hintergrund
  • Forderungen der DIN-ISO-Normen/ Begriffserklärungen
  • GMP-Vorschriften, Eichgesetze, VDI-Richtlinien
  • Rückführbare Kalibrierung
Kalibrierung – Erfahrungen aus GMP-Inspektionen
  • GMP – Vorgaben zur Kalibrierung – ein Fazit
  • Kalibrierungsmanagement, Kalibrierintervalle, Abweichungen aus GMP-Sicht
  • Kalibrierprotokolle – Bewertung, Praxisbeispiele und häufige Fehler
Prüfmittel, Prüfmittelverwaltung und Dokumentation
  • Beispiele einer entwickelten Software zur Prüfmittelverwaltung
  • Rekalibrierung der Prüfmittel
  • Zertifizierung von Prüfmitteln/ DKD-Zertifikate/ Werksprüfungen
  • Kalibrierungsprotokolle (Aufbau und Inhalt)
  • Verwaltung der Messdaten
Anwendungstechnische Grundlagen der Kalibrierung von Sensoren, Transmittern und Anzeigegeräten
  • Kalibrierung der kompletten Messkette
  • Kalibrierung einzelner Elemente der Messkette (Sensoren, Transmitter, Anzeigegeräte)
Anlagenkalibrierung im Zusammenhang mit Qualifizierung
  • Qualifizierungsdokumentation
  • Einbindung der Kalibierungsdokumente
  • Re-Qualifizierung/-Kalibrierung
  • Praxisbeispiele◦Temperaturmessung
    • Druckmessung
Messunsicherheit
  • Systematische und unsystematische Messfehler
  • Schätzen/Berechnen und Beispielmessung
  • Unsicherheitsbudget

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