Life Cycle Management analytischer Methoden (E 3)

Life Cycle Management analytischer Methoden (E 3)

Berlin

Seminar Nr. 16859

Diese Seminar ist Bestandteil des GMP-Lehrgangs "Entwicklung". Mehr über diesen GMP-Lehrgang erfahren.


Rückfragen unter:
Tel.: 06221 / 84 44 0 E-Mail: info@concept-heidelberg.de

Sprecher

Dr. Gert Brandl, Bayer AG
Dr. Rainer Gnibl, GMP-Inspektor, Regierung von Oberbayern
Dr. Margit Müller, Wala Heilmittel GmbH
Dr. Alexander Schmidt, Chromicent GmbH
Dr. Daniela Schröder, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG
Mijo Stanic, Chromicent GmbH
Dr. Christoph Völkel, Ergonex Pharma GmbH

Zielsetzung

Die Arzneimittelentwicklung braucht frühzeitig eine aussagefähige Analytik als Tool zur Bewertung von Produkt-/Prozessvarianten und zur Festlegung der „critical quality attributes“. Während des Produktlebenszyklus sind Methodenanpassungen an den Stand der Wissenschaft und Technik unter Berücksichtigung von „quality risk“ und „knowledge management“ möglich bzw. notwendig.

Immer wieder stellen sich daher die Fragen

  • Wann wird welche Qualität der Analytik benötigt? Wie lege ich ein „Analytical Target Profile“ fest?
  • Wie beurteilt man die Qualität eines Analyseverfahrens / einer vorliegenden Analyse?
  • Wann wird welche Dokumentation zur Qualität der Analysenmethoden (Validierung) gefordert?
  • Wie gestaltet man ein praktikables Phasenkonzept in der analytischen Entwicklung?
  • Können moderne Techniken der Versuchsplanung schneller zum Ziel führen als intuitives Ausprobieren?
  • Wie können Softwaretools bei der Entwicklung / Optimierung helfen?
  • Wie kann PAT und RTRT Produktion und Freigabe unterstützen. Ist sie eine Alternative zur klassischen Chargenprüfung?
  • Wie geht man mit den (unvermeidbaren) Änderungen in der Analytik um, wenn Ergebnisse miteinander vergleichbar sein sollen? Wie steuert man effektiv Changes und die Anpassung an geänderte Arzneibuchvorgaben?
Das Seminar hat zum Ziel, praxisfeste Antworten auf diese und andere Fragen zu liefern und Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch zu bieten.

Hintergrund

Für alle Entwicklungsarbeiten (von Wirkstoffsynthese / pharmazeutischer Formulierung über scaling up bis zur Prozessvalidierung) ist die Analytik eines der wichtigsten Tools: nur wenn die Analytik ausreichende Informationen liefern kann, lassen sich die qualitätsrelevanten Merkmale der hergestellten Muster/Prototypen/
Versuchschargen etc. bzw. die Ergebnisse der Herstellversuche beurteilen. Die entwickelten analytischen Methoden dienen später zudem der Kontrolle und In-Prozesskontrolle (PAT, RTRT) der Wirk- und Ausgangsstoffe, Packmittel, Zwischen- und Fertigprodukte. Sie liefern einen großen Teil der Daten anhand derer die Beurteilung der Charge für die Markt-Freigabe erfolgen kann und für Stabilitätsprüfungen. Daher sollte die entwickelte Methode auch „Stability indicating“ sein.

Die Qualität der Entwicklungsdokumentation für Zulassung und Transfers spielt eine immer größere Rolle. Sie bildet die Basis der Validierungsaktivitäten, dient der Vermeidung von unnötiger Doppelarbeit, auch im Hinblick auf Änderungen, und steht in direktem Zusammenhang mit aktuellen Vorgaben aus ICH Q9/Q10/Draft Q12 (Quality Risk Management, Knowledge Management/ Product Lifecycle Management).

Momentan steht speziell zu APLM (Analytical Procedure Lifecycle Management) nur etwas in dem Entwurfsdokument zu ICH Q12 und im ECA APLM Guide. Das ICH hat aber angekündigt ICH Q2 zu revidieren (u.a. Aufnahme anderer Methoden als HPLC, z.B. Bioassays) und eine neue ICH Guideline Q14 zu „Analytical Procedure Development“ zu entwickeln. Zudem wurde die Entwicklung einer neuen Guideline zu „Continuous manufacturing“ (ICH Q13) angekündigt. Für die Zulassung eines kontinuierlichen Herstellungsprozesses wird seitens der Behörden ein RTRT-Ansatz als notwendig angesehen.

Der RTRT-Anteil des Annex 17 des EU-GMP-Leitfadens, der ab 26 Dezember 2018 gültig wird, steht in direktem Zusammenhang mit dem neuen Continued Process Verification (CPV) Ansatz (in USA: PAT-Ansatz) zur modernen Prozeßvalidierung gemäß Annex 15. Die dabei eingesetzten Werkzeuge sind u.a. Design Space & Design of Experiment (DoE), Multivariant Statistical Process Control (SPC) und Process Analytical Technologie (PAT). Daran orientieren sich die derzeit entwickelten Guidelines zu APLM.

Zielgruppe

Dieses Seminar wendet sich an Analytiker, die Verantwortung für die Ergebnisse der analytischen Entwicklung tragen bzw. in der Entwicklungsanalytik oder Qualitätskontrolle arbeiten sowie Analytiker ohne eigene Erfahrungen in der Entwicklungsanalytik. Angesprochen sind auch Mitarbeiter aus anderen Bereichen (z.B. pharmazeutische Entwicklung, Zulassung, Betreuung externer Arbeiten), die Entwicklungsarbeiten beauftragen bzw. Entwicklungsergebnisse (-berichte) bewerten müssen.

Veranstaltungsort

Die Veranstaltung inkl. Workshop findet bei der Chromicent GmbH im Technologiepark
Adlershof, Berlin, statt.

Programm

Programm Tag 1
Product Life Cycle-Konzept aus Behördensicht – Focus: Neue Ansätze in der Prozessentwicklung/-validierung & Produktionsroutine

  • Continued Process Verification (CPV) Ansatz gemäß Annex 15
  • Design Space & Design of Experiment (DoE), Multivariant Statistical Process Control (SPC)
  • Process Analytical Technologie (PAT) gemäß Annex 17 zu RTRT
  • EMA-Guideline on Process Validation for regulatory submission
  • AiM Prozessvalidierung
Analytik der Arzneimittelentwicklung bis zum Marktprodukt
Fokus Formulierungsanalytik

Vorläufige Methode (auf Basis des Inputs von Forschung und API Analytik)
  • Fundament und Übergabe
  • Non-GMP Anwendungen
  • Dokumentation
  • Erste Daten zur Formulierungsfindung
Optimierte Methode
  • Optimierungsprozess (Einfluss der Hilfsstoffmatrix)
  • Vorläufige Validierung (Validierungskonzept, Phasenkonzept)
  • Erste GMP Anwendungen (Stress-Test, Formulierungsfindung DoE zum Beleg der Methodenrobustheit)
  • Erste Stabilitätsprüfung zur Festlegung von Shelf-Lifes
  • Freigaben
  • Change Control
  • Dokumentation
Schnittstellen der Entwicklungsanalytik
  • Herausforderungen hinsichtlich unterschiedlicher Anforderungen der Schnittstellen-Partner in Forschung und Produktion
  • Fallbeispiele
ICH Q12 DRAFT - Post-approval Life Cycle Management
  • Post approval change management protocol (PACMP)
  • Entwurf der ICH Q12 (Lifecycle) und mögliche Auswirkungen auf die analytische Validierung
Wirkstoffanalytik von der Forschung bis zur Produktion
  • Quellen und Arten von Verunreinigungen
  • Qualifizierung von Referenzstandards
  • Analysenmethoden in der Wirkstoffentwicklung
  • Prüfstrategien und Spezifikationen in Abhängigkeit von der Entwicklungsphase
  • Standardisierte HPLC-Methodenentwicklung
  • Anwendungsbeispiele für neue/umgestellte Methoden

Programm Tag 2
Quality-by-Design in der analytischen Methodenentwicklung
  • OFAT – One factor at the time
  • Systematischer vs. Traditioneller Ansatz in der Methodenentwicklung
  • Statistische Software (DesignExpert, Fusion)
  • Simulations-Software (DryLab, ChromSword)
  • Quality-by-Design
  • Design-of-Experiments
  • Design Space
  • Praktisches Beispiel einer Methodenentwicklung
Robustheitsprüfung
  • Softwaregestützte Robustheitsprüfung
  • Verlagerung des Arbeitspunktes in den Design Space
  • Praktisches Beispiel einer Robustheitsprüfung
Orthogonale Analysenmöglichkeiten mittels SFC-Technologie

Programm Tag 3
Analytik als Tool der Prozesssteuerung (PAT) und RTRT
Case Study: Bestimmung der Content Uniformity von Tabletten mittels NIR-Spektroskopie
  • Entwicklung eines NIR-Kalibriermodells
  • Validierung einer NIR Methode
  • Regulatorische Anforderungen
Weiterentwicklung von Analysenmethoden in späten Entwicklungsphasen: Optimierung am Beispiel einer Immediate Release Formulierung
  • Von der Optimierung zur Validierung – wie planen?
  • Validierung der Analysenmethoden vor Beginn von Phase III Studien
  • QbD Approach zur Reduzierung von Analysenzeiten / Lösemittelverbrauch / Kosten
  • Möglichkeiten zum Methodentransfer
  • Continuous Improvement: Umgang mit SST-Abweichungen und „Trending“
Life Cycle Management: Robustheitsprüfung etablierter Methoden
  • Robustheitsprüfung etablierter Methoden
  • Was darf ich ändern, was nicht? (Pharm. Eur. Kap. 2.2.46 / USP <621>)
  • Praktisches Beispiel einer Robustheitsprüfung einer (nicht robusten) Arzneibuchmethode
Post Approval Aktivitäten
  • Methodenanpassungen aufgrund von ”Trending von Deviations”
  • Change Control
  • Handling von Anpassungen an neue Arzneibuch-vorgaben (wer, wie, wann)

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