EXCEL im GMP-Labor
Intensivseminar mit Workshops

EXCEL im GMP-Labor Intensivseminar mit Workshops

Heidelberg

Seminar Nr. 17445


Kosten

Teilnahmegebühr: EUR 1590,--
GMP-Überwachungsbehörden: EUR 795,--

Alle Preise zzgl. MwSt.

Rückfragen unter:
Tel.: 06221 / 84 44 0 E-Mail: info@concept-heidelberg.de

Sprecher

Dr. Thomas Trantow, Analytik-Service Dr. Thomas Trantow

Zielsetzung

Ziel dieses Seminar ist es, die Teilnehmer vertraut zu machen mit dem Themenkomplex „Sicherheit und Compliance von Excel®-Anwendungen“. Grundlage dafür ist insbesondere die 11. Ergänzende Leitlinie zum EU GMP-Leitfaden („Computergestützte Systeme“); weitere Impulse haben der amerikanische 21 CFR Part 11, die PIC/S-Guidance und der GAMP® 5 sowie Berichte von Inspektionen gegeben.
Die Teilnehmer lernen in diesem Seminar
  •  GxP-Anforderungen an computergestützte Systeme zu verstehen
  •  verschiedene Typen von Excel®-Anwendungen zu differenzieren, z.B.
    • Schreibsystem (Tabellen ohne weitere Funktionalität)
    • einfaches Rechentool (die klassische Anwendung von Tabellenkalkulationen z.B. Auswertevorlagen)
    • Datensammlungen (kleine „Excel-Listen“ bis Datenbankersatz)
    • komplexe Auswertesysteme (z.B. Trendanalysen, Haltbarkeitsauswertungen)
  •  vorhandene Excel®-Anwendungen und life-cycle-Dokumente („Validierungsdokumentation“) hinsichtlich ihrer GxP-Compliance zu bewerten
  •  Life-Cycle-Ansätze mit für den jeweiligen Typ geeigneten Vorgehensmodellen (jeweils geringstmöglicher Aufwand) zu realisieren
  •  in MS Excel® implementierte Sicherheitsfunktionen zu aktivieren
  •  in MS-Excel® fehlende Sicherheitsfunktionen zu spezifizieren (z.B. für (eigene) Programmierarbeiten in VBA)
  •  kommerzielle Lösungen für Sicherheit und Compliance zu bewerten.
Anhand eines Beispiels aus einem pharmazeutischen Labor (Vorlage zur Analysenauswertung) werden bewährte Vorgehensweisen vertieft erklärt und in Workshops geübt. Dabei wird auch auf Excel®-Eigenarten und Defizite eingegangen.

Es werden für Excel-basierende Datensammlungen (oft als „Listen“ bezeichnet) die geltenden GMP-Anforderungen und die Möglichkeiten und Grenzen von „Excel pur“ (ohne Funktionserweiterungen) gegenübergestellt und Lösungsansätze vorgestellt.

Hinweis: Eigene Programmierarbeiten (Makros, VBA) stehen nicht im Fokus dieses Seminars.

Hintergrund

MS Excel® wird in nahezu allen Unternehmen als Rechentool eingesetzt (oft unter Verwendung validierter, geschützter Vorlagen („templates“)). Dafür gibt es in Excel® hilfreiche Schutzmechanismen und bewährte, weit verbreitete Vorgehensweisen.

Für Excel®-Anwendungen, bei denen Daten über längere Zeit gespeichert werden und auch verändert oder ergänzt werden sollen, bietet „MS Excel® pur“ keine Funktionen, mit denen GxP-Compliance hergestellt werden kann. Solche Anwendungen sind sowohl Auflistungen in der Qualitätskontrolle wie auch Auflistungen / Datensammlungen im Qualitätsmanagement (z.B. zur Reklamationsbearbeitung, zur Lieferantenbewertung, zum Change Management, zur Umgebungsüberwachung und zur Produktionsüberwachung (Trendanalysen)). Solche datenspeichernden Excel®-Anwendungen (oft verharmlosend „Listen“ genannt) geraten zunehmend unter Inspektionsdruck (in Europa und den USA). Die alte „Ausrede“, dass nur der Papierausdruck gültig sei, ist in vielen Fällen („Excel-Listen“), insbesondere bei Nutzung komplexer Funktionalitäten (wie z.B. Sortieren, Filtern, Pivot) nicht haltbar. Auch die Ergebnisse von Risikoanalysen liefern hier zumeist eindeutige Aussagen und Handlungsimpulse.

Zielgruppe

Für Excel®-Anwendungen Verantwortliche in Fachabteilungen (Qualitätskontrolle, Produktion, IT), im Qualitätsmanagement und in Compliance-Funktionen. Angesprochen werden Mitarbeiter von Pharmaunternehmen, von Wirkstoffherstellern oder anderen GMP-pflichtigen Betrieben und von GLP-Laboren, aber auch Mitarbeiter von Medizinprodukteherstellern sowie Mitarbeiter von Hochschulen und Forschungseinrichtungen, soweit dort Forderungen an die Sicherheit von Excel®-Anwendungen erhoben werden bzw. aus anderen Gründen (z.B. Prüfmusterherstellung) GMP-Compliance gefordert wird.

Bonus

Die Teilnehmer erhalten eine Excel®-SOP zum Mitnehmen sowie zahlreiche Dokumentvorlagen, u. a. zum Spezifizieren, zur Risikoanalyse und zur Testplanung / Testdokumentation. Die Seminarunterlagen sind sehr ausführlich - von den Teilnehmern immer wieder sehr gelobt - und  auch zum Nachschlagen während der täglichen Arbeit sehr gut geeignet

Programm

Excel® in GMP-Bereichen: Einführung
  •  Excel®-Anwendungen in der Übersicht
  •  Excel®-Eigenarten / Defizite
  •  Forderungen der Regelwerke an Rechenblätter / an Datensammlungen / an Hybridsysteme (Ausdruck und gespeicherte Rechenblätter existieren nebeneinander)
  •  Kernelemente der Neufassung des EU GMP Annex 11
  •  Inspektion von Excel®-Anwendungen / FDA Warning Letter zu Excel®-Anwendungen
Kategorisieren von Excel®-Anwendungen
  •  Risiken verschiedener Arten von Excel®-Anwendungen als Basis einer funktionalen Kategorisierung (Typen 1-6):
    • Schreibsystem
    • Taschenrechnerersatz
    • Rechensystem (validierte Vorlagen)
    • Excel-Listen (Abgrenzung zu Datensammlungen)
    • Komplexe Datenauswertungen
    • Datensammlungen
  •  Merkmale / Kriterien der Zuordnung
  •  Softwarekategorien nach GAMP® 5
  •  Das “GAMP-5-Kategorien-Kontinuum für Excel®-Anwendungen
Vorgehensmodelle (Lebenszyklus-Modelle)
  •  Das Lebenszyklus-Modell
  •  Das V-Modell
  •  Vorgehensmodelle für die verschiedenen Typen von Excel®-Anwendungen
  •  Neue Begriffe (GAMP® 5) und klassische Qualifizierung (DQ, IQ, OQ, PQ) im Vergleich
  •  GMP-konformer Aufbau der Validierung von Excel-
  • Anwendungen
Spezifizieren
  •  Funktionalität, Layout, Compliance
  •  Wann reicht einstufiges Spezifizieren - wann sollte man mehrstufig spezifizieren?
Schutz, Überprüfung (“Validierung”) und Nutzung von Vorlagen (Rechenblätter)
  •  Nutzungsvorgaben
  •  Schutzmaßnahmen
  •  Excel-Schutz
  •  Prozedurale Ansätze
  •  Technische Lösungen
  •  Validierungskonzept
  •  Betriebskonzept
Risikomanagement bei Excel®-Anwendungen
  •  Grundlagen des Risikomanagements
  •  Standard-Risiken - Häufige Fehler
  •  Praxis der Risikoanalyse / Beispiel
Sicherheitskonzepte für Excel-basierende Datensammlungen (“Excel-Listen”)
  •  Differenzierung / Nutzung / Sicherheitskonzepte für
    • Excel-Listen ohne Datenbankfunktionalität (Auflistung von Daten/Informationen)
    • Excel-basierende Datensammlungen (“Excel-Listen” mit Nutzung Excel-typischer Funktionalitäten wie z.B. Sortieren, Filtern)
  •  Lösungen
    • Prozedurale Lösungen
    • Technische Lösungen
Erstellen von Excel-Vorlagen
  •  Festlegungen (Excel-Entwickler-SOP)
  •  Durchführung
  •  Abschluss
Exkurs: Excel®-Basics für Entwickler - mit PC-Workshop
  •  GMP-relevante Funktionen
  •  Einfache Hilfsmittel für komplexe Berechnungen
  •  Darstellung / Formatierung
  •  Hinweise auf Möglichkeiten von Excel®-Makros zur Erweiterung der Sicherheit / Funktionalität
Betriebskonzept für GMP-konforme Excel®-Nutzung - Der Excel®-Beauftragte
  •  Umgang mit Excel®-Vorlagen / mit Excel®-Datenblättern (gespeicherten Rechenblättern)
  •  Änderungssteuerung
  •  Anforderungen an die IT-Infrastruktur - „GMP-PCs“- Excel®-Dateien im Netz
  •  Versionierung
  •  Konfigurationskontrolle
  •  Der “Excel®-Beauftragte”: Aufgaben und Verantwortlichkeiten
  •  Training der Entwickler / der Anwender
  •  Qualität und Compliance: Audits, Reviews, regelmäßige Bewertung / Revalidierung
Inspektionen von Excel®-Anwendungen

Planung der Prüfungen für die Verifizierung (“Validierung”)
  •  Grundlagen des Prüfens (Reviews, Tests)
  •  Arten von Tests
  •  Funktionstests
  •  Testplanung
  • Arten von Reviews
  •  Validierungspläne (Dokumentationspläne)
Dokumentation von Excel®-Anwendungen (“Systemdokumentation”)
  •  Inhalte der Systemdokumentation: was wird wozu gebraucht?
  •  Vorbereitung von Excel®-Versionsänderungen
  •  Ausdrucke - Screenprints - Tools
  •  Beispiele
Durchführung und Dokumentation der Prüfungen
  •  Vorbereitung der Prüfungen
  •  Umgang mit Fehlern
  •  Dokumentation der Prüfungen
Kategorisierung von Excel®-Anwendungen anhand von Beispielen (Anwendungen der Teilnehmer) (Plenum)
  •  Merkmale / Kriterien
  •  Beispiele aus der Praxis
Spezifizieren (Plenum)
  •  Gemeinsame Erarbeitung der Spezifikation für die Mustervorlage dieses Seminars
Risikoanalyse (Plenum)
  •  Gemeinsame Erarbeitung der Risikoanalyse für die Mustervorlage dieses Seminars als Basis der Planung der Tests
Erstellung der Muster-Vorlage (PC-Arbeit)

Planung der Tests für die Mustervorlage (Plenum)
  •  Strukturierung der Validierungsplanung
  •  Planung der Tests für die Mustervorlage
Durchführung und Dokumentation der Prüfungen (PC-Arbeit)
  •  Erstellung der Systemdokumentation
  •  Durchführung der Prüfungen und Dokumentation (Tests und Reviews)
  •  Fehlerbehandlung inkl. Nachweis
  •  Zusammenfassender Bericht
Vorstellung der Muster-Vorlagen (Plenum)

Was haben wir gelernt - Umsetzung in die Praxis (Plenum)

Workshops sind ein integraler Bestandteil dieses Intensiv-Seminars
. Anhand praxisnaher Aufgaben werden Lösungen erarbeitet, diskutiert und bewertet; dabei bringen die Teilnehmer ihre Sicht und ihre Fragen ein, auf die individuell eingegangen wird.
Ein Beispiel wird vollständig durchgearbeitet, von der Einstufung in eine Kategorie über die Erstellung der Spezifikation, die Risikoanalyse, Testplanung, Erstellung des Beispiel-Tabellenblatts, dokumentierte Testdurchführung bis zur Systemdokumentation und Bewertung.
Es werden Excel®-Tipps und Tricks aus der Pharmapraxis eines Excel®-Experten gezeigt, die wenig bekannt, jedoch für viele in Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung übliche Excel®-Anwendungen sehr nützlich und arbeitserleichternd sind. Gerade solche Zusatzinformationen “aus der Praxis für die Praxis” werden von den Teilnehmern immer wieder als wichtig und sehr hilfreich bewertet.
Die PC-Workshops können - je nach Excel®-Fertigkeiten der Teilnehmer - in Kleingruppen oder in Einzelarbeit durchgeführt werden.
Musterlösungen zum Mitnehmen erhalten die Teilnehmer auf USB-Stick. Zusätzlich können die während des Seminars erarbeiteten Ergebnisse auf diesem USB-Stick zur direkten Umsetzung mitgenommen werden.
Zum Schluss wird mit den Teilnehmern die Übertragung in die betriebliche Praxis vorbereitet.

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