BWL Grundlagen und Kennzahlen für analytische Laboratorien (A 23)

BWL Grundlagen und Kennzahlen für analytische Laboratorien (A 23)

Mannheim

Seminar Nr. 16994

Diese Seminar ist Bestandteil des GMP-Lehrgangs "GMP-Beauftragter im analytischen Labor". Mehr über diesen GMP-Lehrgang erfahren.


Rückfragen unter:
Tel.: 06221 / 84 44 0 E-Mail: info@concept-heidelberg.de

Sprecher

Dr. Karl-Heinz Bauer, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Ingelheim

Zielsetzung

Ziel dieses Seminars ist es, sowohl die in der Praxis erforderlichen betriebswirtschaftlichen Grundlagen anschaulich und übersichtlich zu vermitteln als auch scheinbar komplexe Sachverhalte an praktischen, labornahen Beispielen und Übungen zu verdeutlichen. Dazu wurde eigens eine Labor-Fallstudie entwickelt, die die Teilnehmer durch den Lebenszyklus eines analytischen Labors führt. Dieser umfasst einen Zeitraum von 5 Jahren und beginnt mit der Laborplanung und Einrichtung bis zum Ausbau und der Wachstumsphase. Hierdurch sehen die Teilnehmer direkt die praktischen Auswirkungen / Effekte der vermittelten theoretischen Grundlagen.

Das Seminar bringt Ordnung und System in die vorhandene Flut von Fachbegriffen und Abkürzungen wie zum Beispiel:

BSC, KPI, EBITDA, ROCE, ROI, AfA, EVA, NPV, Cash-Flow, . . .

die in Industrie- und Pharma-Unternehmen ebenso gebräuchlich sind wie in den Finanz- und Wirtschaftsteilen der Tageszeitung oder einschlägigen Managermagazinen.

Zur Fokussierung auf die wesentlichen Bestandteile für den Laboralltag und zur Schärfung eines unternehmerischen Denkens und Handelns im Labor werden Werkzeuge & Hilfsmittel angeboten z.B. um Kennzahlen zu verdichten oder in einen gemeinsamen Kontext einer (Firmen-)Strategie zu stellen. Moderne Führungsinstrumente & Firmenkultur wie zum Beispiel Mitarbeitergespräche mit Zielvereinbarungen oder der Kontinuierliche Verbesserungsprozess sorgen hierbei für die Nachhaltigkeit eines effizienten und ökonomischen Labor-Managements.

Gleichzeitig bietet das Seminar mit den vielen Übungen und Gruppenarbeiten auch eine ausgezeichnete Plattform für den Erfahrungsaustausch der Teilnehmer zu den relevanten Laborfragestellungen und zur Netzwerkbildung zwischen den Teilnehmern.

Durch den Praxisbezug des Seminars mit zahlreichen Übungen zu betriebswirtschaftlichen Fragestellungen ist es erforderlich, dass Sie Ihren eigenen Taschenrechner mit den Grundrechenarten zum Seminar mitbringen.

Nach Ihrer Anmeldung erhalten Sie eine Auswahl an Kopien zur Laborfallstudie vorab zugeschickt, damit Sie sich auf die Inhalte des Seminars frühzeitig vorbereiten und einstimmen können.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt auf max. 30 Teilnehmer.

Hintergrund

Im Berufsbild einer modernen Laborleitung in der pharmazeutischen Industrie oder im Auftrags- & Service-Labor ist für die erfolgreiche Ausübung dieser Tätigkeit neben den GMP- und FDA-Anforderungen eine Vielzahl unterschiedlichster betriebswirtschaftlicher Managementaufgaben zu bewältigen.

Neben der regelmäßigen Erhebung von Kennzahlen und der Verfolgung der Laborkosten, Leistungen & Leistungsverrechnung werden jährliche Planungsprozesse wie Personal-, Investitions- und Budgetplanung sowie eine mehrjährige Langfristplanung vorgenommen.

Hierzu sind Kenntnisse erforderlich, die in einer naturwissenschaftlichen Ausbildung oder einem Studium nicht oder nur sehr oberflächlich behandelt wurden, zum Beispiel

  • Betriebswirtschaftliche Grundlagen
  • Internes und externes Rechnungswesen
  • Entwicklung und Interpretation von Laborkennzahlen
  • Beurteilung und Begründung von Investitionsentscheidungen
  • Ermittlung und Bewältigung von Engpässen im Labor (Geräte, Personal, Räume, Investitionsbudget)
Die fortschreitende Globalisierung der Wirtschaft führt auch in Deutschland und Europa zu globalen Wettbewerbssituationen und erhöht den Kostendruck von global aber insbesondere auch lokal tätigen Unternehmen. Die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen wie Handelszölle, Sanktionen & neue Handels-koalitionen etc. erhöhen die unternehmerische Unsicherheit und die Risiken.

Deshalb wird es auch in der Chemie- und Pharma-Industrie entscheidend sein, die verfügbaren Ressourcen (Anlagen, Maschinen, Personal) bestmöglich einzusetzen, um auch bei fallenden Preisen und Umsatzprognosen noch profitabel wirtschaften zu können.

Zielgruppe

Dieses Seminar wendet sich an Laborleiter / innen in der pharmazeutischen Industrie, die in den Bereichen Wareneingangskontrolle, Fertigwarenkontrolle und der analytischen Entwicklung tätig sind. Angesprochen sind ebenfalls Laborleiter/innen im Bereich der pharmazeutischen Wirk- und Hilfsstoff-Herstellung, Laboratorien der chemischen Industrie & Lebensmittelindustrie sowie analytische Auftragslaboratorien. Auch für sachkundige Personen gemäß AMWHV, für Leiter der Qualitätskontrolle und Personen, die für die Qualitätssicherung & Steuerung von internen oder externen Laboratorien verantwortlich sind, werden die Inhalte des Seminars von großem Interesse sein.

Hinweis: Das Seminar ist nicht geeignet für Personen mit signifikanten betriebswirtschaftlichen Kenntnissen, die im Rahmen eines Studiums oder berufsbegleitenden Studiums der Betriebswirtschaftslehre erworben wurden.

Fallstudie

Sie begleiten einen Laborleiter im Rahmen seiner 5-jährigen Tätigkeit als Leiter eines Service-Labors der Qualitätskontrolle. Sie beantworten dabei die folgenden Fragen des Laborleiters und lösen die auftretenden Probleme seines Laboralltags:

(1) Welche Investition ist am wirtschaftlichsten?
Sie ermitteln die Barwerte von Investitions-Alternativen im Labor und bewerten diese.

(2) Wie erfolgreich war das 1. Jahr des Service-Labors?
Sie erhalten den Jahresabschluss des Labors nach dem 1. Geschäftsjahr in Form einer vereinfachten Bilanz und einer Gewinn- und Verlustrechnung
Sie analysieren damit die aufgetretenen Probleme in der Profitabilität des Labors.

(3) Wie ist das wirtschaftliche Ergebnis des ersten
Geschäftjahres zu bewerten?
Sie berechnen anhand der Seminarunterlagen Kennzahlen wie z.B. Eigenkapitalrendite, Umsatzrendite, Kapitalfluss und Übergewinn der Geschäftsaktivitäten.

(4) Wie wirkt sich das starke Wachstum der Laboraktivitäten auf die Auslastung und die Ertragssituation des Labors aus?
Sie lernen KVP (=Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) als Management-Werkzeug kennen und bewerten Ideen zur Lösung eines Laborengpasses unter fachlichen und betriebswirtschaftlichen Aspekten.

(5) Wie wird das Service-Labor erfolgreich durch eine geplante 5 Jahre dauernde Geschäftstätigkeit geführt?
Sie erarbeiten anhand einer Firmenstrategie für den Laborleiter des Servicelabors aussagekräftige Laborkennzahlen und stellen diese in Form einer Balanced-Score-Card (BSC) übersichtlich dar.

Programm

Value Management: (= Unternehmerisches Denken und Handeln)

  • Definition von Value-Management
  • Stakeholder-Management
  • Faktoren für erfolgreiche Unternehmen
  • Messgrößen für Wertorientiertes Handeln ( = Value Management)
Exkurs: BWL-Grundlagen
  • Internes und Externes Rechnungswesen
  • Bilanz / Aktiva & Passiva
  • Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)
  • Anlagevermögen & Umlaufvermögen
  • Eigenkapital & Fremdkapital (EK & FK)
  • Betriebsabrechnung
  • Kosten- & Leistungsrechnung
  • Investitionsrechnung
Betriebswirtschaftliche Kennzahlen
  • Eigenkapitalquote
  • Fremdkapitalquote
  • Eigenkapitalrentabilität
  • Umsatzrendite
  • Gewinn vor Steuern
  • Cash-Flow
  • EBIT & EBITDA
  • Economic Value Added (EVA)
Laborkennzahlen (KPIs)
  • Definitionen & Begriffe
  • Beispiele für Laborkennzahlen:
  • Termintreue, Laborfehlerrate, Laborperformance, Verrechnungsgrad, etc.
  • Strategie und Balanced Scorecard (BSC)
  • Erfahrungsaustausch zwischen den Seminarteilnehmern zu Laborkennzahlen und deren Interpretation
KVP und Ideenmanagement
  • Definitionen & Begriffe
  • KVP & Ideenmanagement
  • Der Ideenprozess
  • KVP-Kennzahlen & KVP im Labor
  • Erfolgsfaktoren für einen dauerhaften KVP
Internes Rechnungswesen
  • Kostenartenrechnung (z.B. Personalkosten, Primär-, Sekundärkosten)
  • Kostenstellenrechnung (z.B. Personal-, Maschinen-, Projekt-Kostenstellen)
  • Kostenträgerrechnung (z.B. Produktkalkulation)
  • Kosten- & Leistungsrechnung
  • Übersicht verschiedener Kostenkategorien
  • Budget- & Langfristplanung

Teilnehmerkommentare der letzten Kurse:
„Sehr guter, praxisorientierter Kurs“
„Mitgeliefertes Glossar sehr hilfreich. Teilnehmerunterlagen wurden sehr gut berücksichtigt.“
„Ausgezeichnete Fortbildungsveranstaltung. Hohe Wiedererkennung (Bestätigung) eigener Vorgehensweise, aber auch viele Anregungen für die Zukunft. Selten so profitiert.“
„Sehr gut war die Vertiefung der Vorträge durch die Aufgaben“
„Der Vortrag zum Ideenmanagement war sehr hilfreich“
„Das Fallbeispiel ist sehr gut“

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