Bauen im Bestand (PT 30)

Bauen im Bestand (PT 30)

Marburg

Seminar Nr. 17176


Kosten

Teilnahmegebühr: EUR 1190,--
GMP-Überwachungsbehörden: EUR 595,--

Alle Preise zzgl. MwSt.

Rückfragen unter:
Tel.: 06221 / 84 44 0 E-Mail: info@concept-heidelberg.de

Sprecher

Nikolaus Ferstl, Technischer Leiter der Universitätsklinik und der Universität Regensburg
Dr. Michael Hiob, Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein
Dr. Johannes Krämer, CSL Behring
Oliver Pütz, A. Nattermann & Cie. - ein Unternehmen der Sanofi- Gruppe

Zielsetzung

Ziel des Seminars ist es, das für Planung und Umsetzung von Umbauprojekten im GMP-Umfeld erforderliche Rüstzeug zu vermitteln. Neben den Besonderheiten im Projektmanagement wird Schwerpunkt auf die Probleme bei der Umsetzung und deren Vermeidung gelegt. Möglich wird dies durch gemeinsame Erfahrungen von Planern und Betreibern im Referententeam.

Hintergrund

Bei der Herstellung von Arzneimitteln und deren Ausgangsmaterialien wächst der Druck, vorhandene Räumlichkeiten auf ihre reinheitsklassengerechte Nutzung zu überprüfen und ggf. Veränderungen vorzunehmen, damit alle relevanten regulatorischen Aspekte berücksichtigt werden. Angesichts unsicherer Zukunftsprognosen, hoher Kosten sowie Platzmangel und vorhandenem Gebäudebestand werden immer häufiger Neubauvorhaben zugunsten von Umbaumaßnahmen im vorhandenen Bestand zurückgestellt.

Das Bauen im Bestand bringt jedoch auch Probleme mit sich, die beachtet werden müssen; so ist z. B. auf die vorhandene - interne und externe - Infrastruktur des Gebäudes Rücksicht zu nehmen. Außerdem wird oft bei laufendem Betrieb umgebaut, was zu nicht unerheblichen Störungen führen kann. Daher ist eine klare Konzeption und ein straffes Projektmanagement erforderlich, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.

Dieses Seminar wird sich ganz gezielt mit den praktischen Aspekten der Planung und Ausführung von Umbauprojekten (Bauen im Bestand) beschäftigen. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden praktische und wirtschaftliche Lösungsvorschläge diskutiert und an verschiedenen Beispielen präsentiert.

Über Fragen zum Ausbau unter Berücksichtigung der spezifischen Hygieneanforderungen an die Herstellung von Arzneiformen werden die Anforderungen an die Komponenten sowie an Klima/Lüftung und die weiteren versorgungstechnischen Anlagen, Schritt für Schritt anhand von Praxisbeispielen abgehandelt.

Zielgruppe

Dieses Seminar richtet sich an alle, die mit der Planung und Realisierung von Umbauprojekten befasst sind, z. B. Ingenieure von Anlagenbaufirmen und - Planungsbüros als auch aus der pharmazeutischen und chemischen Industrie. Außerdem angesprochen sind die Nutzer der Gebäude und Räumlichkeiten, die außer der Projektverantwortung auch die Verantwortung für die Qualität der dort hergestellten Produkte tragen.

Besichtigung bei CSL Behring in Marburg am 29. April 2020

Am Nachmittag des zweiten Veranstaltungstag besuchen wir die umgebauten Räumlichkeiten bei CSL Behring in Marburg. So haben Sie die Möglichkeit, sich von der Realisierung des Umbaus ein Bild zu machen und „Ihren Umbau" aus dem Workshop gegen das reale Ergebnis abzugleichen. Für den Transfer ist ein Bus organisiert. Auf der Rückfahrt fährt der Bus über den Bahnhof von Marburg zurück zum Hotel. Ankunft am Bahnhof ca. 16.25 Uhr.

In Einzelfällen können Firmen aus Konkurrenzgründen von der Besichtigung ausgeschlossen sein. Wir bitten um Ihr Verständnis.
In diesem Fall ist eine Teilnahme am Kurs ohne Besichtigung möglich. Endzeit des Kurses ist dann 29. April, ca. 13.30 Uhr

Programm

Projekt- und Behördenmanagement bei Umbaubauprojekten
  • Klärung der Machbarkeit des Umbaus
    • Prüfung der möglichen baulichen Erweiterungen
    • Analyse der Technischen Systeme im Hinblick auf Erweiterungen
  • Vor- und Aufbereitung fehlender Bestandsdokumentation
    • Prüfung auf Vollständigkeit
    • Identifikation von Abweichungen Plan / Ist
    • Bestandsaufnahmen durchführen, Abgleich Plan / Ist
  • Schnittstellenminimierung durch Begrenzung der externen Planungsbeteiligten
    • Generalplaner vs. Einzelplaner
    • Generalunternehmer vs. Einzelunternehmer
  • Definition und Verfolgung von Kosten-, Termin- und Qualitätsvorgaben
    • Budget- und Zeitpuffer für Unvorhergesehenes einplanen (Notszenarien)
    • Klärung Einfluss auf bestehende Produktion (Stillstandszeiten)
    • Anpassung Qualität Bestand an State of the Art versus Kostenbudget
  • Klärung und Einbeziehung der notwendigen Behörden und Gutachter
    • Bauamt, Gewerbe, Umwelt (Genehmigungsverfahren)
    • cGMP, FDA (Regierungspräsidium)
    • Schall-, Brandschutz-, Bodengrundgutachten
    • Statik, Tragwerk, Beweissicherungsverfahren
Umbauprojekte aus der Sicht eines GMP-Inspektors
  • Ausgangssituation und Zielsetzung
    • Realistische Zielsetzung hinsichtlich der Termine und Kosten
    • Klare Definition der Anforderungen im Lastenheft
    • Berücksichtigung der bestehenden Produktion
  • Entwicklung Layout- und Zonenkonzept
    • Analyse Ist-Zustand, bauliche Möglichkeiten
    • Identifikation von Schwachstellen hinsichtlich Produktionsabläufen
    • Identifikation von baulichen und technischen
    • Restriktionen
    • Umsetzung unter Berücksichtigung von Bauabschnitten
    • Festlegung Hygiene- und Druckzonenkonzept
  • Vorgehensweise Konzeptentwicklung TGA
    • Analyse Istzustand, technische Erweiterungen
    • Auswertung der Anforderungen gemäß Lastenheft
    • Integration der zusätzlichen Anlagen für den Umbaubereich
GMP-gerechte Schutzmaßnahmen beim Umbau von Reinräumen & Schutz der laufenden Produktion
  • Bodenschutz
  • Decken- und Wandschutz
  • Produktionsschutz
  • Umgang mit Fremdfirmen
  • Monitoring und GMP-Dokumentation
Umbauprojekt 1:
A. Nattermann & Cie GmbH
Bau eines neuen Brausegranulierungsbereichs in vorhandene Produktions- und Lagerbereiche bei laufender Produktion
  • Ausgangssituation und Zielsetzung
  • Konzept und Layoutentwicklung
  • Umsetzung des Bauvorhabens
    • Projektierung
    • Abstimmung der Bautätigkeiten mit der laufenden Produktion
    • Demontage bestehender Prozess- und Lagerbereiche
    • Aufbau des Granulierungsbereichs inkl. neuer Lüftungseinheiten
    • Spezielle Qualifizierungspunkte
    • Probleme und deren Lösung
  • Erfahrungen und lessons learnt
Umbauprojekt 2:
Upgrade eines aseptischen Abfüllbereiches im laufenden Betrieb bei CSL Behring

Ziel der Modernisierung eines aseptischen Abfüllbereichs war es, viele Prozessschritte soweit zu automatisieren, dass ein potentielles Risiko durch manuelle Eingriffe weitestgehend reduziert wird. Die Herausforderung dabei lag in dem Aufbau neuer Reinräume und der Installation neuer Maschinen ohne Störung und Beeinträchtigung des laufenden Abfüllbetriebes. Dafür wurde ein mehrstufiges Realisierungskonzept entwickelt, bei dem auch die Schutzmaßnahmen während des laufenden Betriebes eine wesentliche Rolle spielten. Das Qualifizierungskonzept ermöglichte eine effektive Einbindung der technischen Maßnahmen in die bestehende Anlage.
  • Konzept zur Realisierung während des laufenden Betriebes
  • GMP-Anforderungen
  • Schutzmaßnahmen während des laufenden Betriebes
  • Qualifizierungskonzept
  • Projektsteuerung
Workshop:
zum Umbauprojekt bei CSL Behring

Im praxisnahen Workshop können Sie selbst Hand anlegen und werden in die Ausgangsituation des CSL Projekts versetzt. Unter fachlicher Anleitung entwerfen Sie ein neues Layout, optimieren die Abläufe und Material-/Personalflüsse. Ein grober Terminablaufplan ist die Basis für die weitere Diskussion, in der auch die Risikofaktoren für Umbau bei laufendem Betrieb ihren Niederschlag finden sollten.

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