Seminar Nr. 15648

Diese Seminar ist Bestandteil des GMP-Lehrgangs "GMP-Beauftragter im analytischen Labor". Mehr über diesen GMP-Lehrgang erfahren.


Kosten

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Tel.: 06221 / 84 44 0 E-Mail: info@concept-heidelberg.de

Sprecher

Dr. Thomas Trantow, Analytik-Service Dr. T. Trantow
Dr. Katrin Neubert, Berlin-Chemie AG

Zielsetzung

Dieses Seminar gibt Ihnen mit Konzepten und Parametern der Methodenvalidierung die Basis für die Planung, Durchführung und Auswertung der Validierung analytischer Methoden.
Diese Veranstaltung ist als Basis-Seminar auch für Teilnehmer mit wenig eigener Validierungserfahrung geeignet.

Hintergrund

Arzneimittel dürfen nur nach Beleg der Spezifikationskonformität, der mithilfe einer validierten Analysenmethode für jede Charge geführt werden muss, in Verkehr gebracht werden. Grundlage dieses Seminars sind der ICH-Text Q2(R) und die FDA-Guidance „Analytical Procedures and Methods Validation for Drug and Biologics“ vom Juli 2015. Diese Texte beschreiben die relevanten Qualitätsmerkmale analytischer Methoden („Validierungsparameter“), den Lebenszyklusansatz für die analytischen Methoden und liefern viele nützliche Hinweise, wie Validierungen zu planen, zu bewerten und zu dokumentieren sind.
Hauptziele der Methodenvalidierung sind die Bewertung der Eignung analytischer Methoden für den Einsatz unter Routinebedingungen und die Erarbeitung der Dokumente, die für die Zulassung aller Arzneimittel einzureichen sind. Mit dem Validierungsplan werden die grundlegenden Festlegungen getroffen, die den Informationsgehalt der Validierung und den daraus resultierenden Nutzen für die Laborpraxis vorbestimmen. Ein wesentliches Element sind die Akzeptanzkriterien und Akzeptanzgrenzen. Werden diese nichts-sagend weit gesetzt, kann die Validierungsstudie nicht zwischen geeigneten und ungeeigneten Methoden unterscheiden. Hier ist ein gutes Verständnis der Auswertemethoden erforderlich, um im Einzelfall die Eignung von Kriterien und Grenzen beurteilen zu können.

Zielgruppe

Dieses Seminar ist insbesondere für Mitarbeiter in der pharmazeutischen Analytik konzipiert, die Validierungen vorbereiten, durchführen und dokumentieren oder sich in diese Aufgabenstellung einarbeiten und kompakt die Anforderungen an die Validierung analytischer Methoden kennen lernen möchten. Weiterhin angesprochen sind Mitarbeiter von Zulassungsabteilungen, die in ihrer Arbeit an der chemisch-pharmazeutischen Dokumentation mit analytischen Methoden und Validierungen befasst sind, sowie Mitarbeiter der Qualitätssicherung, zu deren Aufgaben die Überprüfung von Validierungsplanungen und -berichten gehört.

Programm

Einführung Methodenvalidierung, Methodeneignung

  • Sinn und Zweck, Definitionen der Methodenvalidierung
  • Methodeneignung, Validierungsansätze
Aktuelle Anforderungen FDA an die Methodenvalidierung
  • Ziel der Validierung
  • Entwicklung von Analysenverfahren
  • Inhalt von Analysenverfahren
  • Referenz-Standards und Materialien
  • Validierung von Analysenverfahren
  • Statistische Auswertungen und Modelle
  • Lebenszyklusansatz für Analysenverfahren
Selektivität, Stressprüfungen in der Methodenvalidierung
  • Erläuterungen zu den Parametern
  • Anforderungen an die Selektivität bei trennenden Methoden (Parameter und Grenzwerte)
  • Spezialfälle mit reduzierten Anforderungen
  • Wege zur Spezifität / Selektivität (Studiendesigns)
  • Schwierigkeiten / Stressversuche
  • Robustheit der Trennung
Robustheit
  • Definition
  • Operative Parameter / Performance-Parameter
  • Kernfragen
  • Aspekte der Robustheit: Probenvorbereitung und Messung
  • Stabilität der Lösungen
  • Langzeitstabilität von Analysenverfahren
  • Methodenanpassung
  • CAPA bei Mängeln der Robustheit
Kalibrierfunktion
  • Voraussetzungen / Ziele / Design von Linearitätsstudien
  • Visuelle Prüfung grafischer Darstellungen, statistische Prüfungen
  • Anforderungen (Akzeptanzkriterium „Linearität“)
Genauigkeit und Richtigkeit
  • Zufällige Variabilität und systematische Abweichungen (Fehler)
  • Faktoren der Methodeneignung bei gegebener Produktspezifikation
  • OOS-Risiken als Funktion von Methodeneignung und Spezifikation
  • Untersuchung (Studiendesign), Bewertung und Dokumentation der Richtigkeit (Wiederfindungsrate)
  • Bewertung der Unsicherheit experimenteller Daten zur Richtigkeit (Vertrauensbereich)
  • Rationale Ansätze zum Setzen von Akzeptanzlimits in der USP
Grundlagen von Auswertungen und Berechnungen / Hintergrundwissen
  • Einleitung: Variabilität und Mittelwertbildung, Regeln des Zufalls
  • Lage- und Streuparameter (Mittelwert und Standardabweichung)
  • Beschreibung sämtlicher Einzelwerte
  • Verteilung von Schätzwerten / Vertrauensbereiche für geschätzte Parameter
  • Mehrere Effekte (Fehlerfortpflanzung)
  • Gegenüberstellung von Standardabweichung und Vertrauensbereich
  • Literaturhinweise; Berechnungen in der USP
Streuung (precision)
  • Ebenen der Streuung
  • Studiendesign, Ergebnisangaben und Anforderungen für Wiederholstreuung (Methodenstreuung, repeatability, intra assay precision) und Laborstreuung (intermediate precision, inter assay Streuung, intermediäre Streuung)
  • Bewertung der Unsicherheit experimenteller Daten zur Streuung (Vertrauensbereich)
  • Rationale Ansätze zum Setzen von Akzeptanzlimits in der USP
  • Arbeitsbereich, unteres Ende des Arbeitsbereichs (LOQ)
Berichtsgrenze, Nachweis- / Bestimmungsgrenze
  • Arbeitsbereich (Range)
  • Akzeptanzkriterien / Erwartete Ergebnisse
  • Messtechnische Schätzung der Bestimmungsgrenze
Grundlagen der Linearitätsstudie
  • Die Kalibrierfunktion
  • Voraussetzungen / Ziele von Linearitätsstudien
  • Design von Linearitätsstudien
  • Visuelle Prüfung grafischer Darstellungen
  • Statistische Prüfungen
  • Anforderungen (Akzeptanzkriterium „Linearität“)
Setzen von Akzeptanzkriterien
  • Einführung
  • Akzeptanzlimits und Stichprobenumfang in der USP <1033>
  • Beispiele und Vorschläge zum Setzen der Akzeptanzlimits für Chromatographische Gehaltsbestimmungen (Hauptbestandteil)
GMP-Aspekte Zulassungsaspekte Revalidierung
  • Anforderungen an Validierungsberichte
  • Regulatory Compliance
  • Änderungssteuerung (change control)
  • Validierung in Auftragslaboren
  • Inspektionen von Validierungen

Workshop I (im Plenum): Interaktive Validierungsplanung

In diesem Workshop werden die zuvor vorgestellten Grundlagen gemeinsam vertieft und an einem typischen Beispiel aktiv geübt. Dabei besteht ausführlich Gelegenheit, Fragen zu stellen und Erfahrungen mit den Referenten und Kollegen auszutauschen.
Planungsansatz: Wie beginne ich die Planung einer Validierung?
Welche Informationen brauche ich, welche Entscheidungen sind erforderlich?
Welche Inhalte müssen aufgenommen werden / welche Detailtiefe ist zweckmäßig?
Fragen und Antworten zu den Themen des Tages

Workshop II (im Plenum): Bewertung von Validierungsdaten, Setzen von Akzeptanzkriterien

Anhand von mehreren Beispielen für Gehaltsbestimmungen (Hauptbestandteil) und Reinheitsprüfungen (Nebenbestandteile) werden Validierungsergebnisse (Daten in Tabellen und grafischen Darstellungen), Kennzahlen und Akzeptanzkriterien vorgestellt, erklärt und bewertet.

Workshop III (im Plenum): Detailplanung einer Validierung

In angeleiteter gemeinsamer Arbeit werden die Details einer Validierung diskutiert und Argumentationsketten für die erforderlichen Entscheidungen gezeigt und geübt.
Validierungsparameter
Versuchsdesign
Vorgaben zur Auswertung
Erwartungen und Anforderungen

Workshop IV (Parallelworkshop): Validierungsplanung

Die Teilnehmer planen in Parallelgruppen eine Validierung ihrer Wahl.
Reinheitsprüfung (HPLC)
Gehaltsbestimmung (UV)
Titration

Workshop V (im Plenum): Ergebnisvorstellung

Die Überlegungen und Begründungen der Festlegungen der in den Gruppen erarbeiteten Validierungsplanungen werden vorgestellt, gemeinsam diskutiert und bewertet. Dabei geben die Referenten Tipps und Empfehlungen zu allen Aspekten.
Die Workshopergebnisse sowie Musterpläne werden den Teilnehmern zugesandt und können als hilfreiche Vorlage für die eigene Arbeit verwendet werden.

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