Neue USP-Anforderungen an die Asbestprüfung in Talkum

Talkum ist ein natürlich vorkommendes, hydratisiertes Magnesiumsilikatmineral, das in großem Umfang als pharmazeutischer Hilfsstoff eingesetzt wird. Die Sicherstellung seiner Qualität, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Kontamination mit Asbest, ist ein zentraler Aspekt der pharmazeutischen Qualitätskontrolle. Die jüngsten Entwicklungen spiegeln zwei parallele Trends wider: strengere arzneibuchliche Prüfanforderungen und eine stärkere regulatorische Fokussierung auf die Kontrolle von Talkum entlang der gesamten pharmazeutischen Lieferkette.

Überarbeitete Prüfanforderungen

Die überarbeitete USP-Monografie zu Talc trat am 1. Juni 2026 in Kraft. Sie streicht das bisherige FTIR-Verfahren, optimiert die Röntgendiffraktometrie (XRD) und führt die Polarisationslichtmikroskopie (PLM) als verpflichtendes ergänzendes Prüfverfahren ein. Beide Verfahren müssen entsprechend den Vorgaben des allgemeinen USP-Kapitels <901> Detection of Asbestos in Pharmaceutical Talc durchgeführt werden.

Der überarbeitete Ansatz trägt den Einschränkungen der bisherigen Prüfstrategie Rechnung. Mithilfe der XRD werden Amphibol- und Serpentingruppenminerale in der Talkummatrix identifiziert; sie kann jedoch nicht feststellen, ob tatsächlich Asbest vorhanden ist. Die PLM ermöglicht eine spezifischere und empfindlichere Beurteilung von Asbestpartikeln. Ihre Ergebnisse haben daher für die abschließende Bewertung Vorrang. Eine alleinige XRD-Prüfung ist folglich nicht ausreichend.

Nach den FAQs der USP zu Talkum beträgt die Nachweisgrenze des PLM-Verfahrens unter den festgelegten Prüfbedingungen 0,01 % (100 ppm) bezogen auf die Masse. Die Asbestprüfung ist qualitativ; die Ergebnisse werden als „detected” oder „not detected” angegeben.

Herausforderungen bei der Umsetzung

Aktuelle Rückmeldungen von betroffenen Unternehmen zeigen, dass die Umsetzung weiterhin schwierig ist. In einer im Rahmen des USP Talc Stakeholder Forum, vorgestellten Umfrage gingen 16 Antworten ein, darunter 13 von Organisationen, die Talkum verwenden. Nur 38 % dieser Unternehmen gaben an, die überarbeiteten Verfahren bis zum 1. Juni 2026 vollständig umgesetzt zu haben. 31 % berichteten über eine teilweise Umsetzung, während 31 % die überarbeiteten Verfahren zu diesem Zeitpunkt noch nicht implementiert hatten.

Als wichtigste Hindernisse wurden der Zugang zu Referenzmaterialien, begrenzte Kapazitäten für XRD und PLM, die Verfügbarkeit qualifizierter Auftragslabore sowie Unsicherheiten hinsichtlich der technischen Anforderungen genannt.

Einige Befragte berichteten außerdem von XRD-Analysezeiten von bis zu sieben Stunden pro Probe. Dies führte zu Rückstaus und potenziellen Verzögerungen bei der Chargenfreigabe. In dieser Stichprobe waren drei der 13 Talkum verwendenden Unternehmen nicht in der Lage, Talkum enthaltende Produkte herzustellen. Fünf Organisationen konnten die Produktion aufrechterhalten, indem sie die betreffenden Produkte bereits vor dem Stichtag des Inkrafttretens am 1. Juni 2026 herstellten.

Erwartungen der FDA

Auch aktuelle FDA Warning Letters und Untitled Letters weisen auf Herausforderungen hinsichtlich des in Arzneimitteln eingesetzten Talkums hin. Zu den von der FDA beanstandeten Punkten gehörten eine unzureichende Prüfung des eingehenden Talkums, unzureichende schriftliche Spezifikationen sowie fehlende dokumentierte Nachweise für die Zuverlässigkeit der Prüfergebnisse von Lieferanten.

Zusammengenommen zeigen diese Entwicklungen, dass eine erfolgreiche Umsetzung mehr erfordert als die Einführung einer zweiten analytischen Methode. Notwendig ist vielmehr eine robuste und dokumentierte Kontrollstrategie für Talkum, die sich über die gesamte pharmazeutische Lieferkette erstreckt.

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