Gilt GMP auch für die Entwicklung?

Angesichts der Notwendigkeit einer schnellen Entwicklung von Arzneimitteln zur Behandlung von COVID-19 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen neuen Leitfaden zur Guten Herstellungspraxis (GMP) für Entwicklungschargen veröffentlicht. Die Frist für Stellungnahmen ist der 6. Januar 2021. Nach Angaben der WHO gibt es derzeit keine regulatorischen Richtlinien, die sich mit diesem Thema befassen.

Von der frühen Forschung bis zu den letzten Schritten der Entwicklung und Formulierung

Das Hauptaugenmerk des Dokuments liegt auf der pharmazeutischen Formulierung und Entwicklung. Das WHO-Dokument soll Forschungs- und Entwicklungs- (F&E) Einrichtungen eine GMP-Anleitung geben. Darüber hinaus werden in solchen Einrichtungen häufig auch andere Aktivitäten wie die Herstellung von Prüfpräparaten und Chargen im Pilotmaßstab, Prozessvalidierung, Entwicklung von Reinigungsverfahren, Reinigungsvalidierungsstudien sowie Stabilitätsstudien durchgeführt.

Zudem hat die WHO bereits zuvor eine neue GMP-Leitlinie für Prüfpräparate zur Kommentierung veröffentlicht, die sich speziell mit den Anforderungen und Empfehlungen für Produkte befasst, die in klinischen Studien verwendet werden (IMPs).

Die WHO-Leitlinie gilt für die Forschung- und Entwicklung von Produkten, die hergestellt werden durch

  • chemische Synthese,
  • Extraktion,
  • Zellkultur oder Fermentation,
  • Gewinnung aus natürlichen Quellen,
  • jede Kombination dieser Prozesse.

Darüber hinaus umfasst das Dokument die Entwicklung, Validierung und den Transfer von Herstellungsprozessen und analytischen Verfahren (einschließlich der für Stabilitätsprüfungen und Reinigungsvalidierung verwendeten Methoden). Das Maß an GMP in F&E sollte (auf der Grundlage einer Risikobewertung) zunehmen, wenn der Prozess von der frühen Forschungsarbeit bis hin zu den letzten Schritten der Entwicklung und Formulierung, Stabilitätsprüfung, Prozess- und Reinigungsvalidierung voranschreitet.

Validierung von Herstell-Prozessen und Analysenmethoden in F&E

  • Die Validierung von F&E-Prozessen wird auch als "Process Design" bezeichnet. Dies sollte normalerweise Design of Experiments (DoE), die Prozessentwicklung (ICH Q8), die Herstellung von Produkten zur Verwendung in klinischen Studien, Chargen im Pilotmaßstab und den Transfer umfassen.
  • Analytische F&E-Verfahren sollten angemessen beschrieben und validiert werden (ICH Q14). Da die Verfahren in der Regel dazu bestimmt sind, auf QK-Einheiten an Produktionsstandorten für kommerzielle Chargen transferiert zu werden, sollten die Verfahren und Aufzeichnungen ausreichend detailliert sein, um sicherzustellen, dass der Transfer erfolgreich ist.

Weitere Informationen finden Sie im Dokument mit dem Titel "Good Practices for Research and Development Facilities" auf der Medicines Website der WHO unter "Working documents in public consultation".

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