FDA kritisiert Lieferantenqualifizierung in Warning Letter

Obwohl die US-amerikanische Food and Drug Administration FDA derzeit so gut wie keine Inspektionen durchführt (wir berichteten), werden weiterhin sog. Warning Letter ausgestellt; im Januar zum Beispiel an einen pharmazeutischen Hersteller in Florida. Die Inspektion fand im Mai 2020 statt, und neben den üblichen Beobachtungen zu Prozessvalidierung und dem Umgang mit OOS-Ergebnissen ging es dieses Mal auch um Lieferantenqualifizierung.

Laut FDA hat es die Qualitätseinheit (Quality Unit, QU) versäumt, die Qualität der erhaltenen Komponenten angemessen zu überwachen und bewerten. So wurden z.B. bei Prüfungen an einem Wirkstoff (Active Pharmaceutical Ingredient, API) andere Ergebnisse erzielt, als auf dem Analysenzertifikats des Lieferanten angegeben; zum Teil gab es Abweichungen von 7,8%. Trotzdem wurde der Wirkstoff zur Formulierung des Endprodukts verwendet. Darüber hinaus hat die FDA eine Probe einer Charge entnommen und deren Probenergebnisse entsprachen nicht der USP-Spezifikation für den entsprechenden Wirkstoff.

Gemäß der bestehenden Qualitätsvereinbarung ist die inspizierte Firma für die Qualifizierung der zugelassenen Hersteller verantwortlich. Zum Zeitpunkt der Inspektion war jedoch ein neuer API-Lieferant nicht wie gefordert qualifiziert.

In der Antwort auf den Inspektionsbericht wurde die Notwendigkeit anerkannt, die Zusammenarbeit mit dem API-Hersteller zu intensivieren. Die Firma hatte sich verpflichtet, um mehr als 3% abweichende Prüfergebnisse dem API-Hersteller zu melden. Darüber hinaus wollte man sich mit dem Hersteller der HPLC-Systeme in Verbindung setzen, um die notwendige Ausrüstung zu kaufen und zu validieren.

Das hat der FDA nicht genügt. Was fehlte war eine Beschreibung, wann und wie der API-Lieferant qualifiziert werden soll und eine Begründung dafür, wie bestimmt wurde, wann Unterschiede in der API-Bestimmung untersucht werden müssen. Weiterhin fehlte eine rückwirkende Überprüfung der Testergebnisse für den vorherigen API-Lieferanten. Als Ergebnis gab es im nächsten Schritt nun den Warning Letter.

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