CMC: FDA veröffentlicht Guideline mit Fragen zur Änderung von Einmalmaterialien nach der Zulassung

Hintergrund

Besonders im Bereich der Herstellung biopharmazeutischer Human- und Veterinärarzneimittel kommen Einmalmaterialien im Rahmen der Herstellung vermehrt zum Einsatz. In der Regel werden diese Materialien umfassend auf Ihre Eignung geprüft; das kann die Beständigkeit der Materialien, das Thema der Leachables und Extractables oder andere Eigenschaften betreffen. Damit stellt sich auch die Frage, was zu beachten ist, wenn solche qualifizierten Materialien notwendig werden. Besonders in der Folge der Corona-Pandemie und unter den Auswirkungen des Ukrainekrieges auf internationale Lieferketten hat die FDA eine ganze Reihe von Fragen zur begrenzten Verfügbarkeit von Einweg-Produktionsmaterialien in Zeiten erhöhter Nachfrage erhalten. Die begrenzte Verfügbarkeit von Einweg-Produktionsmaterialien, wie derzeit durch den erhöhten Bedarf der benötigten Rohstoffe, Ausgangsmaterialien und Endprodukte durch das Gesundheitswesen, wirkt sich auch auf die Herstellung steriler Arzneimittel und biologischer Produkte aus. 

Der Q&A Leitfaden

Vor diesem Hintergrund hat die FDA jetzt einen Leitfaden mit Fragen und Antworten zu Änderungen bei Chemie, Herstellung und Kontrollen (CMC) von Einmalmaterialien herausgegeben. Dieser richtet sich an die Inhaber von Zulassungen der Bereiche Biologics License Application (BLA), New Drug Applications (NDAs) oder Abbreviated New Drug Applications (ANDAs) und darüber hinaus auch an die Inhaber von neuen Tierarzneimittelanträgen (NADAs) oder von abgekürzten neuen Tierarzneimittelanträgen (ANADAs).

Die FDA stellt in der Einleitung aber klar, dass die Antragsteller wissenschaftlich fundierte und risikobasierte Grundsätze anwenden und dabei den aktuell gültigen Leitfäden für die Industrie folgen sollen. Sie macht deutlich, dass sie erwartet, dass alle Änderungen durch das pharmazeutische Qualitätssicherungssystem einer Einrichtung gemäß den Anforderungen des FD&C Act und den geltenden Vorschriften zur aktuellen guten Herstellungspraxis (CGMP) in 21 CFR Teil gehandhabt werden. Die FDA stellt darüber hinaus klar, dass die ICH Guidelines

  • Q7 Good Manufacturing Practice Guidance for Active Pharmaceutical Ingredients,
  • Q9 Quality Risk Management,
  • Q10 Pharmaceutical Quality System und
  • Q12 Technical and Regulatory Considerations for Pharmaceutical Product Lifecycle Management,

beachtet werden sollen.

Die FDA schreibt weiter: "Änderungen an Einweg-Herstellungsmaterialien für Anwendungsprodukte sollten der FDA im Rahmen von Nachzulassungsanträgen - wie z. B. Ergänzungen zur vorherigen Zulassung (PAS) oder Änderungen, die vorgenommen wurden (CBE) - oder in Jahresberichten mitgeteilt werden. Die Vorschriften beschreiben die Arten von Änderungen nach der Zulassung und die damit verbundenen Berichtskategorien. Gemäß CGMP sollten alle Änderungen an Einwegherstellungsmaterialien im Rahmen des pharmazeutischen Qualitätssystems dokumentiert werden und bei einer Inspektion auf Anfrage zur Verfügung stehen, auch wenn das geänderte Element nicht speziell in einem Antrag beschrieben ist. Änderungen an Arzneimitteln, die zur Verabreichung an Menschen oder Tiere bestimmt sind, müssen von der Qualitätsabteilung genehmigt werden. Änderungen an Einwegherstellungsmaterialien für Produkte, die nicht zur Anwendung kommen, einschließlich nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel, sollten im Rahmen des pharmazeutischen Qualitätsmanagements dokumentiert werden und müssen von der Qualitätskontrolle genehmigt werden."

Weitere Details und die Fragen und Antworten finden Sie im Guideline "Changes to Disposable Manufacturing Materials: Questions and Answers Guidance for Industry".

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