Bacterial Endotoxins - USP <1085> - Überarbeitete Version gültig in 2026
Seminarempfehlung

28./29. April 2026
Einführung in die pharmazeutische Mikrobiologie
Wir haben bereits in der Vergangenheit über die verschiedenen Entwicklungen in den Arzneibüchern in Bezug auf Endotoxin- und Pyrogentests berichtet.
- Endotoxin-Test: Mögliche Änderung bei WFI und Dampf in der USP
- EMA Q&As - Wann ist eine Prüfung auf Endotoxin Maskierungseffekte bei biologischen Produkten notwendig?
- USP <1085> - Revision des Kapitels "Guidelines on Endotoxin Test"
- FDA Q&As zu Endotoxin-Testing
Im August 2025 veröffentlichte die USP das überarbeitete Kapitel <1085> über bakterielle Endotoxine, das jetzt in 2026 in Kraft tritt.
Überblick
Die Richtlinie enthält Empfehlungen zur Prüfung auf bakterielle Endotoxine (BET) für Arzneimittel, Medizinprodukte und andere Substanzen, bei denen pyrogene Reaktionen ein Problem darstellen. Sie erläutert, wie der USP <85>-Test auf bakterielle Endotoxine und verwandte Kapitel (z. B. <161>, <85>, <151>) in einen umfassenderen risikobasierten Rahmen passen.
Das Hauptziel besteht darin, die Sicherheit der Produkte für den menschlichen Gebrauch durch die Kontrolle pyrogener Verunreinigungen (vor allem Endotoxine aus gramnegativen Bakterien) zu gewährleisten. Es wird der Zusammenhang zwischen Endotoxintests, Good Manufacturing Practices (GMP) und den regulatorischen Anforderungen der FDA und anderer Behörden dargelegt.
Hintergrund
In der Vergangenheit basierte der Nachweis von Pyrogenen auf dem Kaninchen-Pyrogen-Test (RPT). Die Entwicklung des Limulus-Amöbozyten-Lysat-Tests (LAL) bot eine schnellere, empfindlichere und tierfreundlichere Alternative. Das Kapitel erörtert die wissenschaftlichen Gründe für Endotoxingrenzwerte auf der Grundlage von:
- Patientensicherheit: Verhinderung von Fieber, septischem Schock und anderen endotoxingebundenen Risiken.
- Verabreichungsweg: Parenterale Produkte unterliegen strengeren Grenzwerten als beispielsweise topische Anwendungen.
- Dosisabhängiges Risiko: Höhere Dosen erfordern eine strengere Kontrolle.
Es wird erläutert, wie Endotoxinspezifikationen anhand der folgenden Formel abgeleitet werden:
Endotoxingrenzwert = K / M, wobei:
- K = maximale Endotoxindosis pro kg, die keine pyrogene Reaktion hervorruft.
- M = maximale Produktdosis pro kg Körpergewicht pro Stunde.
Behandelt wird auch der Übergang von Pyrogentests zu BET als regulatorischem Standard mit Schwerpunkt auf Validierung, Risikobewertung und Harmonisierung zwischen USP, EP und JP.
Zusammenfassung
Nachdem die FDA ihre Richtlinie von 1987 zum LAL-Test zurückgezogen hatte, mangelte es den regulatorischen Dokumenten an Klarheit in Bezug auf mehrere Aspekte der Endotoxintests, wie z. B. die RSE/CSE-Standardisierung. Um diese Lücke zu schließen, veröffentlichte die USP am 1. Dezember 2019 das allgemeine Kapitel <1085>.
Das Kapitel enthält Hintergrundinformationen und praktische Anleitungen für die korrekte Anwendung von bakteriellen Endotoxintests. Es deckt den gesamten Testprozess ab:
- Voruntersuchungen – RSE/CSE-Assays, Schulung der Analytiker, Qualifizierung von Geräten und Materialien.
- Methodeneignung – Berechnung der Endotoxingrenzwerte für verschiedene Produkte, einschließlich Wirkstoffen und Hilfsstoffen, sowie Interferenzprüfungen.
- Routineprüfungen – Probenahmestrategien, Pooling-Ansätze und Umgang mit Ergebnissen außerhalb der Spezifikationen (OOS).
Für die Schulung von Analytikern empfiehlt <1085> eine Kombination aus praktischen Eignungsprüfungen und theoretischem Wissen, um ein umfassendes Verständnis der Methode sicherzustellen.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit OOS-Ergebnissen:
- Phase 1 – Untersuchung auf potentielle Laborfehler.
- Phase 2 – Wenn keine Laborfehler gefunden werden, Erweiterung der Untersuchung auf die Herstellung.
- Test im Rahmen der Ursachenuntersuchung sind zulässig, müssen jedoch durch SOPs geregelt werden, um sie von einfachen Wiederholungstests zu unterscheiden.
Diese Empfehlungen stehen im Einklang mit den Leitlinien der FDA zu OOS-Untersuchungen und beziehen sich speziell auf biologische Tests, die zuvor ausgeschlossen waren. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der USP. Dort findet sich auch eine Liste der von der Revision betroffenen Monographien.



