Visuelle Kontrolle von Parenteralia

Visuelle Kontrolle von Parenteralia

Heidelberg

Seminar Nr. 16102


Rückfragen unter:
Tel.: 06221 / 84 44 0 E-Mail: info@concept-heidelberg.de

Sprecher

Klaus Feuerhelm, Regierungspräsidium Tübingen
Frank Flockerzi, Roche Diagnostics
Dr. Helmut Gaus, WinSol, ehemals Leiter QC bei Boehringer Ingelheim
Prof. Dr. Christoph Heckenkamp, Hochschule Darmstadt
Felix Krumbein, Roche Diagnostics
Christof Langer, OSConsulting
Dr. Tobias Posset, Roche Diagnostics

Zielsetzung

Bei diesem Seminar lernen Sie die Anforderungen an die manuelle, halb-manuelle und vollautomatische Kontrolle von Parenteralia.

Schwerpunkt bilden die Grundlagen zur Auswahl, Inbetriebnahme und Qualifizierung eines vollautomatischen Kontroll-Systems, sowie dessen Betrieb in der Praxis.

Hintergrund

Fertigprodukte zur Injektion unterliegen einer Vielzahl an Prüfungen und Kontrollen. Ein wesentlicher Aspekt ist die Kontrolle auf Partikel und Defekte der Primärverpackung. Die Arzneibücher fordern hier eine verbindliche 100 % Kontrolle von Fertigspritzen, Vials oder Ampullen. Wie diese durchgeführt wird, bleibt dem Produzenten überlassen. Neben der manuellen und halbautomatischen Kontrolle spielen Vollautomaten eine immer größere Rolle. Mittels geeigneter Technik, Qualifizierung und Validierung können diese wirtschaftlich für ein Höchstmaß an Sicherheit sorgen. Ganz
wesentlich ist hier die richtige Einstellung des Systems, um zu große false reject Raten zu verhindern.

Welche Form der optischen Kontrolle ist aber nun die richtige, was ist bei Qualifizierung und Validierung zu beachten, was im täglichen Umgang mit dem System. Welche Anforderungen hat ein Inspektor an die Kontroll-Systeme, was muss man bei der Mitarbeiter-Schulung und OOS-Ergebnissen beachten, wie werden Fehler-
kategorien und Detektionsgrenzen festgelegt, wie geht man mit Ausschuss und dem Grau-Anteil um?

Diese und weitere Fragen werden bei dieser Veranstaltung diskutiert und beantwortet.

Zielgruppe

Angesprochen sind Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Technik und Herstellung, die sich mit Installation, Validierung und Betrieb optischer Kontrollsysteme zur Endkontrollprüfung von Arzneimitteln befassen. Aber auch Mitarbeiter der Qualitätssicherung und –kontrolle sind Zielgruppe dieses Seminars.

AQL-Rechenschieber kostenlos für alle Teilnehmer!

Nach der USP hat nun auch die Experten-Gruppe des Europäischen Arzneibuchs eine AQL Prüfung in einem neuen Kapitel aufgegriffen.

Aus diesem Grund erhalten in diesem Jahr alle Teilnehmer des Kurses „Visuelle Kontrolle von Parenteralia“ einmalig den sogenannten AQL-Ruler kostenlos. Mit diesem speziellen Rechenschieber lassen sich u.a. der Stichproben-Umfang bestimmen als auch die zulässige Anzahl an „Schlecht-Objekten“. Die Anwendung des AQL-Rulers wird darüber hinaus im Kurs erläutert.

Programm

Regulatorische Anforderungen und GMP Inspektionen

  • Regulatorische Vorgaben aus Arzneibüchern und EU-GMP Leitfaden
  • Anforderungen an Qualifizierung der Anlage und Räume
  • Anforderungen an Arbeitsplatz und Personal (Qualifizierung)
  • Inspektion optischer Kontrollsysteme (Halbautomaten)
QS-Aspekte bei der manuellen und automatischen optischen Kontrolle
  • Fehlerspezifikationen
  • Alarmgrenzen
  • OOS und Maßnahmen
  • Schulungsbedarf der Mitarbeiter
  • Stichprobenstatistik, AQL, Freigabe-Entscheid
  • Knapp-Test
  • Test Kits und Muster
  • Anforderungen des japanischen Marktes an die visuelle Kontrolle
Grundlagen der Bildverarbeitung
Der Vortrag gibt eine Einführung in die Methodik der industriellen Bildverarbeitung von der Beleuchtung bis zur Klassifizierung. Möglichkeiten und Grenzen dieser Technologie für die Qualitätskontrolle im laufenden Prozess werden anhand von Praxisbeispielen erläutert.

Bildverarbeitung ist eine etablierte Methode zur 100 %-Prüfung in der laufenden Produktion. Die Möglichkeiten des „Maschinensehens“ unterscheiden sich jedoch wesentlich von den Fähigkeiten des menschlichen visuellen Systems. Bildverarbeitung ist ein anspruchsvolles Systemproblem und erfordert ingenieurgemäßes Wissen und Erfahrungen aus mehreren Fachdisziplinen.
Es genügt nicht, eine Kamera und eines der vielen Bildverarbeitungsprogramme zu kaufen, um damit verlässliche Sichtprüfung im industriellen Umfeld durchzuführen. Prüfaufgaben und Lösungen der industriellen Bildverarbeitung sind problemspezifisch und erfordern eine strukturierte Zusammenarbeit zwischen Anbieter und Anwender.

Von den Produktanforderungen zur URS
  • Vorstellung von Inspektionsmaschinen verschiedener Supplier
  • Abgleich Produktanforderungen mit Eigenschaften verschiedener Inspektionsmaschinen
  • Systematisches Vorgehen zur Auswahl des richtigen Suppliers und der richtigen Maschine
  • Bewertungskriterien
Qualifizierung & Validierung eines Vollautomaten
  • Inspektionsstationen und Parameter
  • Einstellungen und Funktionen
  • Prüfungen in den IQ-, OQ- und PQ-Phasen
  • Testsets zur Festlegung der Detektionsraten pro festgelegter Fehlerkategorie
  • Besonderheiten bei der Prüfung von Lyophilisaten
  • Mensch - Maschine Vergleich
Vollautomat Validierung/Qualifizierung und Betrieb unter Berücksichtigung von EU-
GMP Annex 11 und GAMP®

  • Rechtliche Vorgaben
  • Elemente der Qualifizierung/Validierung
  • PQ und Prozessvalidierung bei Vollautomaten
  • Betrieb und Dokumentation
  • Optische Kontrolle in der betrieblichen Praxis
    • Funktionskontrollen und Re-Qualifizierung
    • Risikobetrachtung für Fehler, die nicht vom Vollautomaten erkannt werden
    • Umgang mit Schlecht-Anteil/Klassifizierungen Abweichungen
    • Partikel-Identifikation im Rahmen eines CAPA
    Partikel: typische Quellen und ihre Bedeutung bei der Chargenbewertung
    • Externe Quellen (Packmittel, Filter, Abrieb…)
    • Interne Quellen (produktinhärente Partikel)
    • Potentielle Risiken für den Patienten
    • Ursachensuche bei Partikelbefund
    • Abwägung bei der Chargenbewertung & Dokumentation

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