Neue Wege zur WFI-Erzeugung in Europa

Neue Wege zur WFI-Erzeugung in Europa

Mannheim

Seminar Nr. 16439


Kosten

Die Veranstaltung hat bereits stattgefunden

Rückfragen unter:
Tel.: 06221 / 84 44 0 E-Mail: info@concept-heidelberg.de

Sprecher

Dr. Hans-Joachim Anders, Novartis
Klaus Feuerhelm, GMP-Überwachung Baden-Württemberg
Hans-Hermann Letzner, Letzner Pharmawasseraufbereitung
Markus Multhauf, Senior Consultant GMP-Engineering

Zielsetzung

Ziel dieser kompakten Konferenz ist es, über die aktuellen Entwicklungen bei der nicht-destillativen bzw. kalten Erzeugung von Wasser für Injektionszwecke (WFI) zu informieren. Denn obwohl die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) ihr finales Question & Answer Dokument veröffentlicht hat, bleiben viele Fragen offen:

  • Welche Technologien können jetzt eingesetzt werden?
  • Wie ist die Äquivalenz der neuen Technologie zur Destillation zu belegen?
  • Wird aus hochgereinigtem Wasser (HPW) jetzt WFI?
  • Welche neuen Risiken bringen die Membranverfahren?
  • Wie sollten die Membranen sanitisiert, gewartet und betrieben werden?
  • Sind komplette Kaltsysteme möglich?
  • Müssen zusätzlich mikrobielle Schnellmethoden eingesetzt werden?

Hintergrund

Im März 2016 wurde es amtlich: Die Europäische Arzneibuch-Kommission stimmt nach jahrelangen Diskussionen einer grundlegenden Änderung in der Monographie 0169 für Wasser für Injektionszwecke (WFI) zu.
Ab April 2017 ist es in Europa erlaubt, WFI mit nicht-destillativen Methoden zu erzeugen, wie es in den USA und Japan bereits möglich ist. So wird es z.B. möglich sein, WFI mittels Umkehrosmose und Ultrafiltration herzustellen. Die reinen Prüfparameter sind die selben, ungeachtet, ob die Herstellung mittels Destillation oder Membranverfahren durchgeführt wird.
Allerdings weist die EU Kommission auch darauf hin, dass die Sicherheit eine andere ist, je nachdem, auf welche Weise das WFI gewonnen wurde. So muss zum einen die zuständige GMP-Behörde über einen Wechsel des WFI-Herstellverfahrens informiert werden und zum anderen muss die Robustheit des neuen Verfahrens im Vergleich zur Destillation belegt werden.
Die Destillation ist ein sehr sicheres und leicht zu validierendes Verfahren. Die verfahrenstechnisch geringere mikrobiologische Sicherheit der Membranverfahren sollte also über weitere Parameter kompensiert werden. Stichworte sind hier: Validierung und Monitoring. Da die Membran der Umkehrosmose-Einheit zum einen das zentrale Element der Aufbereitung aber auch als deren schwächste Stelle gilt, kommen auch hier weitere Maßnahmen hinzu. So sollen die Membranen im Rahmen der Qualifizierung sehr genau auf mögliche Biofilmbildung untersucht werden und es müssen Maßnahmen definiert sein, um eine Biofilmbildung zu verhindern.
Zusätzliche Maßnahmen im Rahmen der Wartung sind hier genannt, als auch ein Monitoring der Leistungsfähigkeit der Membranen selbst, z.B. mittels elektrochemischer online-Methoden. Das Risiko, welches von den Membranen ausgeht, ist ein mikrobiologisches. Die EMA spricht in ihrem Q&A Dokument aus 2017 daher vom zusätzlichen Einsatz mikrobiologischer Schnellmethoden. Ein lobenswerter Ansatz, der in der Praxis aber mehr Fragen aufwerfen wird, als zu beantworten. Eine weitere wichtige Frage ist außerdem: Was bringen die neuen Möglichkeiten für einen Vorteil? Da die Destillation sowohl von der Investition als auch von der Energie als teuer bekannt ist, lautet die Antwort vermutlich: Kostenersparnis. Doch wie hoch ist die Ersparnis wirklich, wenn man neben der Investitionssumme und den Energiekosten weitere Kosten für z.B. eine vergrößerte Validierung, Wartung und ein erhöhtes Monitoring berücksichtigt?
Die Kostenfrage hängt auch damit zusammen, ob das erzeugte WFI heiß oder kalt gelagert bzw. eingesetzt wird. Dies, bringt aber sofort neue Fragen auf: ist eine WFI-Kaltlagerung erlaubt? Die Lösung könnte die Ozonisierung des Systems sein, doch auch hier sind weitere GMP-Fragen zu beantworten, wie z.B. nach der Konzentration, der Dauer der Ozonisierung und v.a., ob Ozon als ‚added substance‘ gilt und als Zusatzstoff in WFI-Systemen überhaupt erlaubt ist.

Zielgruppe

Zielgruppe dieser Veranstaltung sind Führungskräfte und Mitarbeiter aus den Pharmabetrieben, die mit dem Betrieb, der Qualifizierung und der Wartung von WFI-Erzeugern betraut sind.
Auch angesprochen sind Planungsunternehmen und Anlagenbauer, die sich mit der Planung und dem Bau von Wassersystemen befassen.

Programm

WFI-Erzeugung mit Membranverfahren aus Sicht eines GMP-Inspektors

  • Inhalte der Revision der WFI-Monographie
  • Das Q&A-Dokument der EMA
  • GMP-gerechtes Anlagendesign für Nicht-Destillations WFI-Systeme
  • Validierung einer ‚kalten‘ WFI Erzeugung
  • Adäquate Sanitisierungsstrategien
Membranverfahren & kalte Lagerung: Technologien
  • Analyse Bestands-Systeme HPW
  • Umbau Schrittweise
  • Hook-Up-Vereinfachung
  • Diskussion VE- UF- Anlagen für die WFI-Erzeugung
  • Detail-Betrachtung WFI-Grossverbraucher: Biotech und Infusionslösungen
Grenzen & Schwachstellen der Membranverfahren – der Vergleich mit der Destillation
  • „EMA Questions and answers“ wie sieht das geforderte Anlagendesign aus?
  • Kosten-Vergleich von Membranverfahren mit Destillation
  • In Zukunft nur eine Wasserqualität / Monitoringkosten
  • Werkstoffe, Alterung, Leachables, Definition vom Cut-Off
  • Integritätsüberwachung der Ultrafiltration
Schnellmethoden zur mikrobiologischen Untersuchung von Pharma-Wasser
  • Was können Behörden zum heutigen Zeitpunkt (hinsichtlich Schnellmethoden) verlangen?
  • Verfügbare Methoden und deren Messprinzipien (Kultivierung/Online)
  • Einsatzmöglichkeiten und Grenzen
  • Auswertung und Bedeutung von Schnellmethoden-Ergebnissen aus Qualitätssicht
Herausforderungen bei Qualifizierung, Betrieb und Wartung von kalten WFI-Systemen
  • Optionen bei der Lagerung und Verteilung HPW / WFI
  • Eigenschaften Ozon, Erzeugung, Fabrikate, Auslegung UV
  • Betriebs-Aspekte
  • Wartungs- & Instandhaltungs-Details
  • Qualifizierungs-Aspekte: „added substance“; Restentleerbarkeit; Kalibrierung; OQ-Tests; Probenahme MiBi

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