Granulierung & Tablettierung - Deckeln, Kleben und Gewichtsschwankungen vermeiden

Granulierung  & Tablettierung - Deckeln, Kleben und Gewichtsschwankungen vermeiden

Mannheim

Seminar Nr. 16418


Rückfragen unter:
Tel.: 06221 / 84 44 0 E-Mail: info@concept-heidelberg.de

Sprecher

Dr. Michael Braun, Boehringer Ingelheim
Dr. Harald Stahl, GEA
Frank Streil, TEVA
Prof. Dr. Karl G. Wagner, Universität Bonn

Zielsetzung

Probleme in der Tablettierung, wie Deckeln, Kleben oder Gewichtsschwankungen, haben ihre Ursache oftmals in der Entwicklung und hier schon im vorgelagerten Granulier-Prozess. Ziel dieses Intensiv-Seminars ist es daher, die Zusammenhänge von Granulierung und Tablettierung aufzuzeigen, um solche Probleme von Beginn an zu vermeiden.

Aber auch das im Kurs gelehrte tiefere Verständnis von Tablettier- und Granulier-Prozessen, inklusive deren Scale-Up, hilft Probleme zu verhindern oder diese in der Praxis lösen zu können.

Hintergrund

Granulierung und Tablettierung gelten als die wichtigsten Herstellprozesse in der pharmazeutischen Industrie. Ziel ist oft die Direkttablettierung, in der Praxis wird aber meist die Granulierung vorgeschaltet, um die erforderliche Körnung, Haftfestigkeit und Fließfähigkeit zu erreichen. Unterschiedliche Anforderungen, die an die Granulate gestellt werden, erfordern unterschiedliche Verfahren bzw. Technologien. Heute gehören die Wirbelschicht-, Eintopf-, und Trockengranulierung sowie die Sprühtrocknung zu den am häufigsten verwendeten Verfahren. Ein wichtiger Teil des Seminars ist es daher, die verschiedenen Granuliermethoden vorzustellen, deren Grundlagen und Scale-Up zu erklären. Ein vertiefter Einblick in die Prozessparameter und deren Produkt-Einfluss ist ebenfalls Teil des Lehrstoffs der Veranstaltung.

Die Tablettierung ist einer der am häufigsten eingesetzten Schritte in der Arzneimittelherstellung wird seit der Erfindung des Stempel/Matrizen-Prinzips in 1843 eingesetzt. Dennoch gibt es bei der Tablettierung in der betrieblichen Praxis nach wie vor zahlreiche offene Fragen und Schwierigkeiten. Häufig ist dies bei Scale-Up oder Transfer aus der Entwicklung der Fall. Aber auch bei validierten Prozessen können im Betriebsalltag Probleme auftreten wie z.B.: Tabletten, die plötzlich anfangen zu deckeln, Tabletten, deren Festigkeit nicht mehr stimmt oder starke Schwankungen im Gehalt. Häufig ist die Ursache hierfür schon in der Entwicklung bzw. im vorgelagerten Granulier-Prozess zu finden.

Hier gilt es mit dem ganzheitlichen Ansatz von Granulierung und Tablettierung zum einen darum, Probleme von Beginn an zu vermeiden, zum anderen durch vertieftes Prozess-Verständnis Problemen im industriellen Maßstab zu begegnen. Diesen Problemstellungen ist ein eigener Block dieses Seminars gewidmet: Trouble-Shooting. Bringen Sie hierzu Ihre Fragen mit oder senden Sie diese vorab ein.

Begegnet wird diesen Herausforderungen mit neuen Hilfsstoffen, neuen Steueralgorithmen der Tablettenpressen, Beschichtungen oder speziellen Matrizen und Stempeln. Die letzte Möglichkeit, die Pressen langsamer laufen zu lassen, sollte man erst wählen, wenn keine anderen Optionen mehr möglich sind.

Weitere Themen des Kurses sind die Tablettierung von hochaktiven Substanzen, die Umsetzung von aktuellen Validierungsvorgaben am Beispiel der Tabletten-Herstellung sowie die kontinuierliche Verfahrensweise.

Zielgruppe

Angesprochen sind Fach- und Führungskräfte der Pharmazeutischen Industrie aus den Bereichen Entwicklung, Produktion und Zulassung, die über die Grundlagen
hinaus ihr Wissen zum Thema Granulierung/Tablettierung vertiefen möchten Aber auch erfahrene Mitarbeiter, die Lösungen für spezifische Probleme suchen, sind Zielgruppe dieses Seminars.

Programm

Grundlagen der Granulierung – Was ist ein gutes Granulat?

  • Gründe für die Granulierung
  • Granulierungsverfahren
  • Einfluss des Verfahrens auf die Granulateigenschaften
  • Mechanismen der Agglomeration
  • Charakterisierung von Granulaten
  • Hilfsstoffe zur Granulierung
Grundlagen der Walzenkompaktierung
Die Trockengranulation ist eine häufige Grundoperation im pharmazeutischen Umfeld, die sich wachsender Beliebtheit erfreut. Schnelle Entwicklung und Scale-Up, Einsatzmöglichkeit in kontinuierlichen Prozessen sind Gründe hierfür.
  • Funktionelle Teile einer Walzenkompaktieranlage
  • Verdichtungsmodel, Einzugswinkel
  • Einfluss des Spalts auf die Schülpeneigenschaften
  • Scale Up – Einfluss von Rollendurchmesser, Rollendrehzahl, Rollenoberfläche, Rollenbreite und Spaltabdichtung
Grundlagen der Wirbelschicht-Granulierung
  • Aufbau und Verfahrensprinzip einer Wirbelschicht-anlage im Detail
  • Granulationsprinzip
  • Einsatzfelder
  • Beeinflussung der Granulat-Eigenschaften
  • Verfahrensvarianten
Scale-Up in der Wirbelschicht-Granulierung
  • Verfahrenstechnische Grundlagen von Wirbelschichtprozessen
  • Welche Parameter beeinflussen die Produktqualität
  • Vorgehen bei der Übertragung von Wirbelschichtprozessen
  • Konsequenzen für die qualitätskritischen Parameter
High Shear Granulation: Grundlagen und Scale-Up
  • Anlagengeometrie und -design
  • Prozessparameter (Füllgrad, Feuchte, Drehzahlen, Zeit)
  • Trocknungsmethoden
  • Spezialfall: Eintopfgranulierung
  • Scale-Up Aspekte; Impellergeschwindigkeit,
  • Dosiergeschwindigkeiten.
Übersicht und Vergleich der verschiedenen Granulierungsarten
  • Welche Technik für welche Produkte - aus Sicht der Entwicklung
  • Welche Technik für welchen Produktmix - aus der Sicht der Produktion
  • Direkte und indirekte Kosten - aus der Sicht des Managements
Grundlagen Tablettierung & Tablettenpressen
  • Physikalische Grundlagen der Pulverhaftung
  • Vorpressverhalten verschiedener Stoffe
  • Wie können diese Eigenschaften bestimmt werden?
  • Was tun bei Wirkstoffen mit „schlechten Presseigenschaften“?
  • Bestandteile einer Tablettenpressen, deren Funktionen und Produkteinflüsse
  • Vergleich Steuerungsphilosophien von verschiedenen Pressen
Tablettierhilfsstoffe und deren Auswahl anhand ihrer mechanischen Kompatibilität
  • Grundlagen der Verformung und Bindekräfte in Tabletten
  • Bestimmung des Verformungsverhaltens mittels Kompressionsanalyse
  • Vorstellung der wichtigsten Tablettierhilfsstoffe
  • Gemeinsame Einteilung der Hilfsstoffe in „Verformungsklassen“
  • Gemeinsame Auswahl passender Wirkstoff-/Hilfsstoffkombinationen
  • Case Studies
Besonderheiten der Verpressung bei der Herstellung von MUPS, Mehrschicht- und Brausetabletten
B
  • eeinflussung des Freigabeverhaltens durch die Tablettierung
  • Verteilung und Verformung von Pellets in Tabletten
  • Minimierung von Filmschäden
  • Gehalts- und Maßeneinheitlichkeit
  • Anteil und Größe von Single Units und ihr Einfluss auf Tabletten- und Mischungseigenschaften
  • Besonderheiten bei der Herstellung von Brausetabletten
  • Alternative Schmiermittel, Presskammerbeschichtung, Direktzugabe der Schmiermittel
  • Besonderheiten bei der Herstellung von Mehrschichttabletten
  • Maschinenkonzepte zur Herstellung von Mehrschichttabletten
  • Haftung der Schichten, Gewichtskontrolle der einzelnen Schichten
  • Steuerung und Überwachung bei der Verpressung von Mehrschichttabletten
Validierung eines Tablettier-Prozesses nach aktuellen FDA und EU Vorgaben
  • Einbindung der Prozessvalidierung in den Produkt Lebenszyklus
  • Konzeption einer zeitgemäßen Prozessvalidierung für die Tablettierung: QbD, Auswahl sinnvoller Prozessparameter
  • Gestaltung der Übergangsphase für bestehende Produkte
  • Erfahrungen und Beispiele aus der Praxis
Handhabung von hochaktiven Substanzen – Containment in der Tablettierung
  • Wieviel Containment ist notwendig?
  • Identifizierung der kritischen Operationen
  • Gegenüberstellung verschiedener Containment-Konzepte
  • Beispiele ausgeführter Anlagen
Kontinuierliche Verfahrensweise
  • Warum wird die heutige Batchproduktion als 2/3 Sigma Prozess beurteilt?
  • Faktoren für einen 6-Sigma Granulationsprozess
  • Welche Verbesserungen kann kontinuierliche Granulation in diesem Zusammenhang liefern?
  • System Zielvorgaben
  • Evaluierung der verschiedenen Möglichkeiten
  • Vorstellung des Consigma Systems
  • PAT und die Steuerungsphilosophie
Trouble Shooting im Tablettier-Prozess: Deckeln, Kleben, Gewichtsschwankungen
  • Ursachen für das Auftreten von Tablettierproblemen
  • Veränderungen in vorgeschalteten Prozessen zur Verbesserung der Tablettierbarkeit
  • Veränderungen im Tablettierprozess
Trouble-Shooting: Diskussion
Zum Abschluss der Veranstaltung nehmen sich die Referenten Zeit, Ihre Problemstellung zu analysieren und mit Ihnen im Plenum zu diskutieren.
Bringen Sie hierzu Ihre Fragen mit oder senden Sie diese vorab ein an: eicher@concept-heidelberg.de, Betreff: Trouble-Shooting Tablettierung.

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