Der Stabilitätsbeauftragte (A 22)

Der Stabilitätsbeauftragte  (A 22)

Heidelberg

Seminar Nr. 15115


Kosten

Die Veranstaltung hat bereits stattgefunden

Rückfragen unter:
Tel.: 06221 / 84 44 0 E-Mail: info@concept-heidelberg.de

Sprecher

Dr. Gert Brandl, Bayer Pharma AG, Berlin
Dr. Tino Galgon, IDT Biologica GmbH
Dr. Siegfried Keidel, F. Hoffmann-La Roche AG
Dr. Jörn Theurich, Labor L+S AG
Dr. Thomas Trantow, Analytik-Service Dr. T. Trantow und PROVADOK GmbH

Zielsetzung

Ziel dieses Seminars ist es, das erforderliche Wissen zu vermitteln, um
Stabilitätsprüfungen zu planen,
Stabilitätsprüfungen zu organisieren und zu überwachen,
Stabilitätsprüfergebnisse zu bewerten,
aus den Stabilitätsdaten Haltbarkeitsaussagen abzuleiten,
Daten der Folgestabilität (GMP) zu beurteilen.

Hintergrund

Stabilitätsdaten von Wirkstoffen und Fertigarzneimitteln und die abgeleiteten Haltbarkeitsaussagen sind ein elementares Element von Zulassungsanträgen. Wegen der Dauer und der Kosten von Stabilitätsstudien ist es entscheidend, diese fehlerfrei zu planen und durchzuführen. Kompetenz und Verantwortung für diese Aufgaben sind häufig in der Funktion eines hierfür Beauftragten konzentriert. Einige wichtige Kernaufgaben des Stabilitätsbeauftragten sind:

Planung, Organisation und Auswertung von Stabilitätsstudien
Überprüfung der Einhaltung der spezifizierten Haltbarkeit bei Chargen mit Abweichungen in der Herstellung
Planung von Stabilitätsprüfungen bei Änderungen im Rahmen des Change-Control Prozederes
Auswahl der Chargen für die Folgestabilität

Stabilitätsprüfungen sind GMP-relevant und werden häufig bei Inspektionen hinterfragt. Insofern ist es von entscheidender Bedeutung, die vielfältigen Anforderungen an die verschiedenen Arten von Stabilitätsprüfungen genau zu kennen.

Zielgruppe

Dieses Seminar ist konzipiert sowohl für diejenigen, die Stabilitätsprüfungen planen, durchführen und bewerten, als auch für Verantwortliche und für Mitarbeiter der Qualitätssicherung und der Zulassung in der pharmazeutischen Industrie, sowohl bei den Herstellern von Wirk- und Hilfsstoffen als auch von Fertigarzneimitteln, aber auch bei Dienstleistern wie Lohnherstellern und Auftragslaboren. Ganz besonders angesprochen werden die Stabilitätsbeauftragten in den Laboren und alle, die an anderer Stelle z.B. in der Analytischen Entwicklung, mit Stabilitätsprüfungen zu tun haben.

Programm

Programm 1. Seminartag
Basiswissen für den Stabilitätsbeauftragten: Aufgaben und Ziele, Arten von Stabilitätsprüfungen, Festlegungen der Basisguideline (ICH Q1A)

Ermittlung oder Bestätigung von Haltbarkeitsaussagen?
Echtzeit- / Beschleunigungs- / Zwischen- / Stressprüfungen
Klimazonen / Standard-Lagerbedingungen
Lagerdauer / Prüfzeitpunkte / Prüfmuster
„Stabiler Wirkstoff“ / „Signifikante Änderungen“
Anforderungen an zulassungsrelevante Stabilitätsprüfungen

Übersicht der für Stabilitätsprüfungen relevanten Guidelines für Zulassung, Änderungen und GMP

ICH, EMA, FDA
Neuere Entwicklungen

Stabilität in der Entwicklung: Wirkstoffe
Stabilitätsprüfung in der Entwicklung
Photostabilität
Beispielhafte Stabilitätsprotokolle für
Stressstabilität vor Aufnahme der Entwicklung
Stabilitätsprofil Wirkstoff incl. Photostabilität
Vorläufiges Re-Test Datum
Langzeitstabilität Registrierungschargen
Besonderheiten bei der Dokumentation

Stabilität in der Entwicklung: Prüfarzneimittel
Stabilitätsprüfung von Arzneimitteln in verschiedenen Phasen der Entwicklung
Stressstabilität
Transportstabilität
Stabilitätsprüfung von Prüfarzneimitteln incl. Komparatoren und Placebos
Ableitung von Use-by date und Haltbarkeitsaussage incl. In-use Stabilität
Besonderheiten bei der Dokumentation und Etikettierung von Prüfarzneimitteln

Workshop im Plenum: Konzeption von Stabilitätsstudien

Organisation von Stabilitätsstudien: Praktische Durchführung
Ablauf der Stabilitätsprüfung (Einlagerung, Dokumentation, Fristen, Untersuchungstermine und Zeittoleranzen, Handhabung der Muster)
Prüfpläne / Überwachung
Dokumentation, EDV bei Stabilitätsprüfungen
Kostenaspekte
Häufige Mängel

Planung von Stabilitätsstudien: Reduziertes Design [(Bracketing und Matrixing) (ICH Q1D)]

Grundlagen zur Design-Reduktion
Voraussetzungen und Möglichkeiten des Bracketing
Voraussetzungen und Möglichkeiten des Matrixing
Nutzen und Risiken / Anwendungsbereiche der Designreduktion

Programm 2. Seminartag
Auswertung von Stabilitätsstudien und Ableitung von Haltbarkeitsaussagen
Festlegungen der ICH-Guidelines Q1A und Q1E
Grafische Darstellungen / Auswertungen
Grundlagen statistischer Auswertung
Extrapolation: Wann – wie weit?
Ableitung von Laufzeiten für die Markt-Produkte
Vorteile statistischer Auswertungen

Workshop im Plenum:
Bewertung von Stabilitätsdaten und Ableitung von Haltbarkeitsaussagen

Workshop in Gruppen:
Auswertung von Stabilitätsstudien an praktischen Beispielen

Fortlaufende Haltbarkeitsüberwachung (GMP) (Stabilitätsprüfungen an zugelassenen Produkten)
Regulatorische Anforderungen
Organisation und praktische Durchführung des Musterzugs (Vollständigkeit, EDV-Unterstützung)
Prüfplan - Study Management
Bracketing und Matrixing in der Folgestabilität
Worst Case Testing
Bulk-Stabilitätstests
Vorschriften und SOPs
Analysenfristen
Reporting und Beurteilung der Resultate - Vorgehen bei OOS

Erfolgsfaktoren bei Stabilitätsprüfungen – OOT/OOE?
Ursachen unrealistischer Haltbarkeitsaussagen
Basis verwertbarer Haltbarkeitsaussagen
Zufall in der Analytik / Analytische Variabilität
Robustheit / Langzeitstabilität der Analytik
Variable des Studiendesigns
Anforderungen an die Prüfmusterqualität / Anforderungen an die Haltbarkeits-Chargen
Risikomanagement bei Stabilitätsprüfungen
Stabilitätsindizierende Analysenmethoden
Absicherung von Ausgangswerten
Beurteilung der aktuellen Analysenqualität
Überprüfung von Stabilitätsergebnissen (OOE / OOT ?)

Qualifizierung/Betrieb von Klimaprüfkammern und Kühlschränken
Anforderungen an Klimakammern / Designqualifizierung
Initiale Qualifizierung
Überwachung / Kalibrierung / Requalifizierung

Workshop im Plenum: Stabilitäts-SOP / Stabilitätsprüfpläne: Was ist wo / wie detailliert zu regeln?

Programm 3. Seminartag
Workshop im Plenum:
Workshop in Gruppen: Planung einer Stabilitäts-Studie

Stabilitätsprüfung von Fertigarzneimitteln (Generika)
Beispiele (verschiedene Arzneiformen)
Ursachenforschung bei Widersprüchen / OOE
Packmittel in Haltbarkeitsprüfungen
Tierarzneimittel

Stabilitätsprüfung von Biotech-Produkten, Transportstabilität
Abweichende Festlegungen der Guideline ICH Q5C
Vorgehen bei der Lagerung 5°C bzw. 20°C
Temperaturtoleranzen beim Transport
Methodentransfer
Was ist eine repräsentative Stabilitätscharge für Biotech-Produkte?
Trendbewertung Bioassay-Daten

GMP bei Stabilitätsprüfungen
Dokumentation / Rohdaten
Archivierung / Aufbewahrungsfristen
Qualitätsmanagement
Daten für das Product Quality Review (PQR)
Stabilitätsprüfungen in Auftragslaboren
Methodentransfer

Workshops
Die Workshops zur Vertiefung und zum Erfahrungsaustausch sind ein wesentliches Element dieses Seminars. Die erarbeiteten Ergebnisse werden allen Teilnehmern verfügbar gemacht.

Im Workshop im Plenum am ersten Tag werden anhand ausgewählter Beispiele die für Stabilitätsprüfungen erforderlichen Festlegungen und Planungen besprochen.

In einem Workshop im Plenum am zweiten Tag werden anhand ausgewählter Beispiele aus Stabilitätsdaten Haltbarkeitsaussagen abgeleitet; es wird dabei gezeigt, welche Informationen mithilfe statistischer Auswertungen erhalten werden und wann solche Auswertungen hilfreich sind (unabhängig davon, ob diese eingereicht werden). Die Teilnehmer können vorab einen anonymisierten Datensatz ihrer Wahl zur statistischen Auswertung einreichen.

In einem Workshop in Parallelgruppen am zweiten Seminartag werden aus vorliegenden Datensätzen Haltbarkeitsaussagen abgeleitet. Dabei wird geklärt, welche Haltbarkeit sich aus den gegebenen Daten ableiten lässt bzw. welche Aussagen über diese Datenbasis hinausgehen.

In einem Workshop in Parallelgruppen am dritten Seminartag werden für verschiedene Szenarien Haltbarkeitsstudien geplant. Dabei wird untersucht, welche Informationen für die Planung bereit sein müssen und welche Design-Entscheidungen welche Konsequenzen haben.

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