Zwei neue FDA Warning Letters rücken erneut OOS-Untersuchungen in den Fokus
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Am 29. September 2026 hat die U.S. Food and Drug Administration (FDA) zwei neue Warning Letter veröffentlicht. Beide behandeln unter anderem erhebliche Mängel bei der Untersuchung von Ergebnissen außerhalb der Spezifikation (Out of Specification, OOS). Sie unterstreichen, dass Wiederholungsprüfungen, Änderungen von Verfahrensanweisungen oder Anpassungen von Spezifikationen weder eine wissenschaftlich fundierte Untersuchung noch eine belastbare Ursachenanalyse und Bewertung möglicher Auswirkungen auf andere Chargen und Produkte ersetzen.
Verzögerte OOS-Untersuchung und Chargenfreigabe während einer laufenden Untersuchung
Der erste Warning Letter wurde zwar erst am 29. September 2026 veröffentlicht, bezieht sich jedoch auf eine FDA-Inspektion an einem Produktionsstandarort für Fertigarzneimittel in Rocklea, Queensland, Australien, im Jahr 2025.
Ein Auftragslabor meldete im August 2024 ein OOS-Ergebnis. Die Phase-II-Untersuchung begann jedoch erst im Dezember 2024, also mehrere Monate später. Während die Untersuchung noch lief, gab die Qualitätseinheit (QU) die Charge frei. Nach einer Wiederholungsprüfung mit bestandenem Ergebnis wurde die Charge anschließend in die USA versandt. Die Untersuchung wurde später abgeschlossen, ohne dass die Ursache des ursprünglichen OOS-Ergebnisses ermittelt werden konnte.
Die FDA bewertete die Stellungnahme als unzureichend. Sie erklärte nicht, weshalb sich die Untersuchung nahezu elf Monate hinzog. Auch der angeführte Fehler im Verfahren zur Freigabe von Arzneimitteln klärte nicht die Ursache des OOS-Ergebnisses. Zudem stellte die FDA fest, dass keine umfassende Bewertung vorgelegt worden war, aus der hervorging, ob andere OOS-Untersuchungen angemessen durchgeführt worden waren.
Auf das betroffene Unternehmen kommt nun ein erheblicher Arbeitsaufwand zu. Die FDA forderte eine unabhängige retrospektive Überprüfung aller für ungültig erklärten OOS-Ergebnisse, einschließlich solcher aus Inprozess-, Freigabe- und Stabilitätsprüfungen. Die Überprüfung soll US-Produkte erfassen, die sich zum Zeitpunkt des Schreibens auf dem Markt befanden und noch innerhalb ihrer Haltbarkeit waren.
Darüber hinaus forderte die FDA eine umfassende Überprüfung und Verbesserung des Systems zur Untersuchung von OOS-Ergebnissen. Dabei sollen unter anderem die Aufsicht der Qualitätseinheit über Laboruntersuchungen, die Erkennung nachteiliger Trends in der Laborkontrolle, die Untersuchung möglicher herstellungsbedingter Ursachen bei nicht eindeutig festgestellter Laborursache, eine angemessene Festlegung des Umfangs von Untersuchungen und CAPA-Maßnahmen sowie überarbeitete Verfahrensanweisungen berücksichtigt werden.
OOS-Ergebnisse aus Stabilitätsprüfungen unzureichend untersucht
Der zweite Warning Letter folgte auf eine FDA-Inspektion bei einem Unternehmen in Edison, New Jersey, im März 2026.
Die FDA führte mehrere Beispiele für unzureichende OOS-Untersuchungen an. Dazu zählte ein OOS-Ergebnis bei einer Gehaltsbestimmung zum 24-Monats-Zeitpunkt der Stabilitätsprüfung. Die Ursache war nicht wissenschaftlich fundiert ermittelt und die Auswirkungen auf bereits vermarktete Produkte waren nicht angemessen bewertet worden. Auch ein separates OOS-Ergebnis beim pH-Wert zum 36-Monats-Zeitpunkt der Stabilitätsprüfung war unzureichend untersucht worden. Als CAPA-Maßnahme war der pH-Spezifikationsbereich ohne wissenschaftliche Begründung erweitert worden.
In ihrer Stellungnahme führte das Unternehmen die Mängel bei den Untersuchungen auf Schwächen in den Verfahrensanweisungen zurück. Die FDA bewertete die Stellungnahme jedoch als unzureichend, weil keine Überarbeitung zugesagt wurde, die eine Ursachenanalyse für OOS-Ergebnisse verbindlich vorschreibt. Die FDA forderte eine umfassende, unabhängige Bewertung des gesamten Systems zur Untersuchung von OOS-Ergebnissen, Abweichungen, Reklamationen und Fehlern sowie einen detaillierten Maßnahmenplan.
Darüber hinaus forderte die FDA unabhängige Bewertungen des CAPA- und Änderungsmanagementsystems sowie einen Maßnahmenplan zum Umgang mit möglichen Risiken für Produktqualität und Patientensicherheit bei in den USA vertriebenen Produkten. Dazu gehören gegebenenfalls Kundeninformationen und Rückrufe.
Weitere Informationen und eine vollständige Übersicht der gefundenen Mängel in anderen Bereichen finden Sie in den vollständigen Warning Letters an VeganicSKN Limited und Bentley Laboratories LLC auf der Website der FDA.



