Wie geht die FDA mit nicht-validierbaren Prozessen um?

In einem interessanten Warning Letter antwortet die FDA auf ein Antwortschreiben eines pharmazeutischen Herstellers, der einen 483-Mängelbericht erhalten hatte, in dem die FDA u.a. kritisierte, dass es Mängel bei der Prozessvalidierung gab. 

Konkret angesprochen wurde vom FDA-Investigator, dass die Prozessvalidierung aus Tests zur ersten Produktions-Charge bestand und dann Forschung und Entwicklung und die Qualitätssicherung gemeinsamen entschieden, ob die Charge freigegeben werden kann oder nicht. 

Das Antwortschreiben auf das 483-Mängeldokument

Im Antwortschreiben auf den 483er erwähnte die Firma u.a., dass aufgrund der Variabilität des Produktions-Prozesses dieser im Allgemeinen nicht validierbar ist, stattdessen alle relevanten Parameter durch Messungen kontrolliert werden.

Das ließ die FDA nicht gelten. Mit Hinweis auf die FDA Process Validation Leitlinie verlangte die FDA eine Prozessvalidierung, die zeigt, dass die Entwicklung des Prozesses wissenschaftsbasiert ist und der Prozess in einem kontrollierten Zustand über den Lebenszyklus verbleibt. Dafür muss jeder Herstellschritt entsprechend entwickelt werden. Die Prozessqualifizierungs-Studien zeigen dann, ob der initiale Kontrollstatus eingehalten wird und sind vor der Vermarktung des Produktes notwendig.

Daher fordert die FDA:

  • Eine Bewertung von Arzneimittel-Herstellungsprozessen, die sicherstellt, dass ein datenorientiertes, wissenschaftlich begründetes Programm, welches die Quellen an Variabilitäten identifiziert und kontrolliert, vorhanden ist. Und zwar in der Form, dass der Produktionsprozess konstant vorgegebene Spezifikationen und Herstellungsstandards einhält. Das umfasst u.a. auch eine Bewertung der Geeignetheit der Ausrüstung, ausreichende Entdeckbarkeiten durch das Monitoring und Kontroll-System sowie Qualitätsaspekte beim Ausgangsmaterial.
  • Eine Zusammenfassung des Validierungsprogramms, das die Sicherstellung des "state of control" über den Lebenszyklus gewährleistet.
  • Das Programm für die Process Performance Qualifizierung und die "Continued Process Verification" im Hinblick auf intra- und inter-batch Variabilitäten.
  • Ferner soll das Qualifizierungsprogramm (Ausrüstung und Einrichtung) und die entsprechenden Arbeitsanweisungen dafür gezeigt werden.
  • Ergänzt werden soll die Dokumentation um Validierungspläne und den Zeitplan für die Durchführung der PPQ für die Produkte, die in die USA gehen.  

Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Warning Letter der FDA an das Unternehmen Dental-Kosmetik GmbH & Co. KG.

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