Was erwartet eine Behörde bei einer Reinigung im GMP-Bereich?

Die Reinigung ist ein wichtiger Prozessschritt im Bereich der Arzneimittel-Herstellung. Welche Anforderungen an eine GMP-gerechte Reinigung werden aber aus Behördensicht gestellt? Hier gibt ein aktueller FDA-Warning Letter Auskunft.

In einem Pharmabetrieb wurden die mit mehreren unterschiedlichen Produkten belegten Produktions-Tanks nicht nach den freigegebenen Reinigungs- und Sanitisierungs-Anweisungen gereinigt und sanitisiert. So wurden beispielsweile einzuhaltende Temperaturen und Füllhöhen nicht eingehalten. Dem Management war bekannt, dass einigen Mitarbeitern unbekannt war, wie die Tanks gereinigt werden müssen. Ebenfalls kritisiert wurde eine fehlende Dokumentation im Rahmen des Reinigungsprogramms. Konkret angsprochen wurde, dass ein Eimer mit Reinigungsflüssigkeit ohne jegliche Kennzeichnung war. Ferner war keine Dokumentation zur Herstellung der Reinigungslösung mit Angaben zu Wirkstoffmengen vorhanden, um die erforderliche Konzentration zu erreichen. In den Reinigungsanweisungen sind auch keine Hinweise enthalten, wie/wann schwierig zu reinigende Stellen als sauber bewertet werden können.

Die Antwort des Arzneimittelherstellers, ihr Personal erneut zu schulen, reichte der FDA bei weitem nicht aus. In einem Warning Letter fordert die FDA:

  • eine Risikobewertung zu den "Findings" bezüglich des Potentials von Kreuzkontamination im Hinblick auf die Produktqualität
  • eine Beweisführung, dass die Mängel abgestellt sind (einschließlich eines CAPA-Plans)
  • eine detaillierte Zusammenfassung von Schwachstellen im Life-Cycle-Management bezogen auf Geräte-Reinigung und -Desinfektion
  • eine Beschreibung der Verbesserungen des Reingungs- und Desinfektionsprogramms (explizit genannt sind die Reinigungseffektivität und eine fortgeführte Verifizierung der Reinigung selbst)

Die FDA fordert ebenfalls eine Verbesserung des Reinigungsprogramms unter Berücksichtigung von worst-cases. Diese worst-cases sollen umfassen:

  • Arzneimittel mit hoher Toxizität
  • Arzneimittel mit hoher Stärke
  • Arzneimittel mit niedriger Löslichkeit im Reinigungsmittel
  • Arzneimittel mit Eigenschaften, die eine Reinigung erschweren
  • Swabbing-Stellen für die am schwierigsten zu reinigenden Stellen
  • Maximale Haltezeit vor der Reinigung

Abschließend erwartet die FDA noch eine Zusammenfassung der aktualisierten SOPs, die sicherstellen, dass ein angemessenes Programm zur Verifizierung und Validierung der Reinigungsverfahren im Hinblick auf Produkte, Prozesse und der Ausrüstung vorhanden ist.

Fazit: Eine validierte, in Arbeitsanweisungen festgelegte und gut dokumentierte Reinigung sowie Desinfektion/Sanitisierung der Ausrüstung ist der FDA wichtig. Eine "einfache" wiederholende Schulung des Personals, um Mängel abzustellen, war in diesem Fall nicht ausreichend.

Sie finden den gesamten Warning Letter der FDA an das Unternehmen Cosmax USA, Inc. auf der FDA-Website.

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