Warning Letter: Mangelnde Reparaturen bei US Hersteller

Ein US Pharmahersteller von OTC-Lösungen und Zäpfchen erhielt einen Warning Letter der US FDA aufgrund nicht durchgeführter Reparaturen sowie Mängeln bei Reinigung und Laborprüfungen.

Während der Inspektion und einer laufenden Herstellung von Zäpfchen, war die fehlende Deckenabdeckung über der offenen Produktion aufgefallen. So fehlten Platten direkt über dem Mischtank, dem offenen Trichter und der Abfüllmaschine. In seiner Antwort auf diesen Mangel hatte der Hersteller angegeben, die Decke zu reparieren und eine Checkliste für die Sauberkeit bzw. deren Überprüfung einzuführen. Der FDA war diese Antwort nicht ausreichend. Erwartet wurde ein Beweis, dass die Reparaturen wirklich durchgeführt wurden, wie z.B. Fotos. Außerdem fehlte die systematische Festlegung von Maßnahmen, wie die Facility in einem guten Zustand erhalten werden soll (CAPA). Der Hersteller soll nun einen Plan vorlegen, wie künftig sichergestellt wird, dass notwendige Reparaturen schnell erkannt und durchgeführt werden sowie dass präventive Wartungsintervalle eingehalten werden.

In der Inspektion waren aber auch noch weitere Missstände bei der Reinigung und Wartung von Produktionsausrüstung aufgefallen. So war nicht-dedizierte Herstellausrüstung mit einem Rückstandsbelag aufgefallen. Für dediziertes Equipment konnte der Hersteller keine Reinigungsvalidierung nachweisen. Außerdem wurde ein anderes Reinigungsmittel eingesetzt, als es in den Reinigungsanweisungen vorgegeben war.

In einem anderen Fall, bei der Herstellung von Zäpfchen, soll die Abfülltemperatur bei 4 °C gehalten werden. Laut FDA kann der Hersteller nicht belegen, dass die Abfüllausrüstung in der Lage ist, eine Temperatur von 4 °C zu erreichen oder einzuhalten.

Auch im Labor fand die FDA Anlass zur Beanstandung. Auf einem Analysenzertifikat (CoA) von Zäpfchen waren mikrobiologische Testergebnisse als ‚entsprechend' aufgeführt und die Chargen freigegeben. Der Hersteller konnte aber keinerlei Testergebnisse vorweisen, die das Entsprechen mit den Anforderungen belegten. Es konnte während der Inspektion auch nicht geklärt werden, ob die Proben von einem Auftragslabor geprüft worden waren und dies die Aussage auf dem CoA belegt.

Die FDA erwartet hier eine umfassende Auflistung aller chemischen und mikrobiologischen Prüfmethoden und Spezifikationen. Außerdem wird eine unabhängige Bewertung der Labormethoden und Ausrüstung sowie der Dokumentation und der Kompetenz der Labormitarbeiter verlangt.
Der Hersteller war der FDA schon bekannt. So waren schon bei einer Inspektion in 2017 ähnliche GMP-Verstöße aufgefallen. Der Warning Letter wurde aber erst jetzt ausgestellt.

Den ausführlichen Warning Letter an den OTC Pharmahersteller Acino Products finden Sie auf der Seite der FDA.

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