Warning Letter aufgrund von Kreuzkontamination

Die US FDA hat im August einen Warning Letter an einen türkischen Pharmahersteller aufgrund von Kreuzkontamination mit Penicillin in Bereichen für Nicht-Beta-Lactam-Produktion ausgestellt.

Laut dem Warning Letter der FDA wurde Penicillin mehrfach außerhalb des Penicillin-Herstellbereichs gemessen. Im Jahr 2017 103 Mal, in 2018 44 Mal und in 2019 bis Juni neun Mal. Für die FDA ist hier wichtig, dass insgesamt sieben Mal davon ein Herstellbereich für ein Nicht-Beta-Lactam US-Produkt betroffen war. Darüber hinaus waren aber auch allgemeine Örtlichkeiten, wie ein Essensbereich, der von Mitarbeitern aus der Penicillin- und Nicht-Beta-Lactam-Produktion genutzt wird, betroffen. Laut FDA ist es nicht akzeptabel, dass allgemeine Bereiche von Mitarbeitern aus der der Penicillin- und Nicht-Beta-Lactam-Produktion gemeinsam genutzt werden. Die FDA bewertet die Kontrolle der Firma zur Verhinderung einer Kreuzkontamination ebenfalls als nicht akzeptabel. Laut FDA gibt es kein sicheres Level für eine Verunreinigung mit Penicillin in Nicht-Beta-Lactam-Produkten. Dem gegenüber steht das hohe Risiko einer Penicillin-Verunreinigung, dass bei einem anaphylaktischen Schock sogar zum Tod von Patienten führen kann.

Im Antwortschreiben auf die Inspektionsmängel gibt der Hersteller an, alle Rückstellmuster des US-Produkts mit einer neu validierten Prüfmethode auf Verunreinigung mit Penicillin geprüft und dabei kein Penicillin gefunden zu haben. Darüber hinaus wurde eine Penicillin-Monitoring-Studie durchgeführt.

Die Antwort sieht die FDA als unzureichend an, da das Detektionslimit der Methode nicht genau genug ist. Die FDA verweist auf eine eigene Methode mit einer Nachweisgrenze von 0,2 ppb. Die Monitoring-Studie bewertet die FDA ebenfalls als mangelhaft, da sie nur einmalig durchgeführt wurde und nur sieben Prüfpunkte umfasst, von denen keiner im Herstellbereich des US-Produkts war.

Die FDA erwartet nun:

  • Einen Plan zur vollständigen Dekontamination des Nicht-Beta-Lactam Herstellbereichs;
  • Eine Liste der Dekontaminationsmittel mit dem validierten Nachweis, dass die Mittel den Beta-Lactam-Ring der hergestellten Beta-Lactam-Produkte aufbrechen können;
  • Einen Monitoring-Plan für die Facility, wie künftig auf Beta-Lactam Produktreste überwacht werden soll;
  • Einen Kontroll-Plan, der die identifizierten Routen der Beta-Lactam-Verunreinigen aufzeigt.

Die FDA bewertet es positiv, dass der Hersteller aufgrund der aufgezeigten Mängel alle Chargen des US-Produkts zurückgerufen hat. Darüber hinaus empfiehlt die FDA, einen GMP-Consultant zur Beseitigung der Mängel hinzuzuziehen.

Den Warning Letter im Original finden Sie auf der Seite der FDA.

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