Warning Letter an Steril-Hersteller durch Mängel im Abfüllsystem / partikuläre Verunreinigungen

Aufgrund von Mängeln im Design des Abfüllsystems sowie bei der Prüfung auf partikuläre Verunreinigungen hat die FDA einen Warning Letter an einen italienischen Steril-Hersteller am Standort Rom ausgestellt. Die Inspektion durch die FDA hat bereits im Dezember 2016 statt gefunden. Aufgrund des nicht hinreichenden Antwortschreibens durch den Hersteller zur Kommentierung der Inspektionsfindings hat die FDA nun im Juli 2017 den Warning Letter ausgestellt.

Den FDA Inspektoren war aufgefallen, dass in den Rauchstudien im Abfüllbereich (smoke studies) Turbulenzen zu erkennen waren. Diese Strömungsvisualisierungen werden für gewöhnlich in der Qualifizierung durchgeführt und gefilmt. In Bereichen, in denen offenes Produkt gehandhabt wird oder Kappen von Vials noch nicht verbördelt sind, ist zum Produktschutz eine undirektionale Luftströmung gefordert. Auch in der ein Jahr später durchgeführten Rauchstudie waren turbulente Bereiche an verschiedenen Stellen der Abfüll-Linie zu erkennen. Erschwerend kommt hinzu, dass durch ein nicht optimales Anlagendesign die Mitarbeiter der Abfüll-Linie sich über offenes Produkt beugen müssen, wenn sie die Linie mit sterilen Verschlüssen bestücken. Zahllose manuelle Eingriffe an der Linie waren auch während der Inspektion aufgefallen und vom FDA-Inspektor notiert worden.

Die FDA fordert nun vom Hersteller, alle möglichen Kontaminationsrisiken in seinem aseptischen Herstellprozess zu identifizieren, inklusive der Betrachtung des Facility Layouts, Personal- und Materialflüssen, Lüftung und Ergonomie des Equipments. Darauf aufbauend soll der Hersteller eine Risikoanalyse erstellen, die das Risiko einer mikrobiellen Verunreinigung betrachtet. Außerdem soll er Maßnahmen beschreiben, um diese Risiken zu vermindern.

Ein weiterer schwerwiegender Mangel ist das Fehlen der Prüfung des Produkts auf partikuläre Verunreinigungen vor der Freigabe. Die Absichtserklärung, dies einzuführen, reichte der FDA nicht aus. Die FDA fordert darüber hinaus, eine überarbeitete Produkt-Spezifikation sowie die schriftlichen Anweisungen der In-Prozess-Kontrolle zur Prüfung auf sichtbare Partikel.

Ein weiterer Mangel wurde bei der Prüfung auf Sterilität gefunden. So besteht durch die aktuelle Handhabung der Proben die Gefahr, dass Mikroorganismen abgetötet werden, bevor diese im Rahmen der Prüfung gefunden werden können.

Genaueres finden SIe auch im FDA Warning Letter an Tubilux Pharma.

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