Warning Letter an indischen Hersteller: Dead Legs und fehlende Validierung

Aufgrund der Mängel, die bei einer Inspektion aufgedeckt wurden, die die FDA bereits im Februar 2020 durchgeführt hatte, erhielt ein indischer Pharma-Hersteller nun einen Warning Letter. In der Hauptsache waren Mangel beim Anlagendesign, bei der Validierung und in der Wareneingangskontrolle hierfür die Gründe.

Mängel bei der Wareneingangskontrolle

Laut FDA hat der indische Hersteller Einsatzstoffe für die Herstellung homöopathischer Produkte nicht auf Reinheit, Gehalt oder Qualität geprüft. Desweiteren bemängelt die FDA die fehlende Qualifizierung der Lieferanten der Einsatzstoffe und den damit verbundenen fehlenden wissenschaftlichen Beleg, dass die Einsatzstoffe ihren Anforderungen bzw. Spezifikationen entsprechen. Die FDA erwartet nun eine Übersicht der mikrobiologischen und chemischen Spezifikationen der Einsatzstoffe sowie die zugehörigen Anweisungen , wie die Qualitätskontrollprüfungen durchgeführt werden. Auch ein Programm, wie Auftragslabors, die mit der Wareneingangsprüfung betraut sind, gehandhabt werden, wird gefordert.

Mängel bei der Validierung

Ein schwerwiegender Mangel ist auch die fehlende Prozessvalidierung. Die FDA schreibt, dass es für Produkte, die u.a. toxische Bestandsteile enthalten, keine Validierung des Herstellprozesses gibt. Chargen dieser Produkte wurden in die USA ausgeliefert, ohne dass Daten für die Produktqualität oder Homogenität existieren.
Der indische Hersteller schrieb in seiner Antwort, einen Validierungsmasterplan zu entwickeln. Der FDA fehlen hier aber detaillierte Validierungspläne und Zeitpläne, wann die Validierung aller betroffenen Herstellprozesse abgeschlossen ist.

Mängel im Anlagendesign

Auch Mängel im Anlagendesign und der Reinigung des Herstellequipments sind Bestandteil des Warning Letters. Im Detail beschreibt die FDA  "Dead Legs", Undichtigkeiten und Einsatz von Gewinderohrleitungen beim Equipment, welches für die Formulierung von homöopathischen Arzneimitteln verwendet wird.
Auch bei der Anlagenreinigung sah die FDA Anlass für Beanstandungen. So wurde während der Inspektion Multipurpose-Prozessequipment mit nicht-identifizierbaren Rückständen aufgefunden, welches als "gereinigt" gekennzeichnet war.

In seiner Antwort hatte der Hersteller Fotos geschickt, die Anpassungen des Systems und temporäre Beseitigungen der Designfehler zeigen. Auch die Durchführung einer Gap-Analyse wird zugesagt, allerdings ohne weitere Support-Dokumentation.
Die FDA erwartet nun einen Sanierungsplan bzgl. Design, Kontrolle, Reinigung und Wartung des Herstell-Systems. Darüber hinaus fordert die FDA Validierungsberichte für alle Systeme, nachdem die genannten Designfehler beseitigt worden sind und eine detaillierte Risikobewertung für Chargen, die mit dem mangelhaften Equipment gefertigt und in die USA geliefert worden sind, einschließlich von Maßnahmen wie dem Rückruf von betroffenen Chargen.

Auf der Website der FDA finden Sie den Warning Letter an den indischen Hersteller.

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