Warning Letter an einen US amerikanischen Hersteller aufgrund mikrobieller Probleme

Aufgrund der Mängel, die bei einer Inspektion im Juli 2018 aufgefallen waren, hat die US FDA nun einen Warning Letter an einen US amerikanischen Pharma-Hersteller von Homöopathika  ausgestellt. Ein wesentlicher Punkt der Beanstandung sind mikrobiologische Verunreinigungen in den Produkten und dem eingesetzten Wasser zur Herstellung der Arzneimittel. Laut FDA hat die Firma über Jahre wiederkehrende Ergebnisse erhalten, die die mikrobiologische Kontamination des eingesetzten Wasser anzeigten. Auch in den hergestellten Arzneimitteln wurden zum Teil pathogene Keime gefunden. Rückstellmuster und Reklamationen vom Markt untermauern die Situation.
Die Herstellerfirma hatte aber keinerlei Aktionen hinsichtlich von betroffenen und sich am Markt befindenden Chargen eingeleitet. Erst auf Drängen der FDA wurden drei Chargen vom Markt zurück gerufen.

Die FDA bemängelt die fehlenden Untersuchungen von nicht-konformem Produkt, nicht entsprechendem Wasser und den Reklamationen. Es wurde weder nach Ursachen gesucht, noch wurden Maßnahmen definiert, um die Mängel zu beseitigen. In mindestens einem Fall hatte der Qualitätssicherungs-Manager einen Chargenrückruf empfohlen, die Geschäftsführung hatte dem aber nicht entsprochen.

Das Equipment zur Herstellung von Gereinigtem Wasser (Purified Water / PW) wurde beanstandet. Laut FDA sind Design, Validierung und Kontrolle des Systems unzureichend. Das erzeugte und zur Produktion eingesetzte Wasser war zum Teil so mikrobiell belastet, dass die Keimzahl (CFU/mL) nicht bestimmt werden konnte. Das Design der Wasser-Anlage ist nach Auffassung der FDA nicht geeignet, Purified Water herzustellen, da ein Biofilm-Wachstum im System durch zahlreiche Deadlegs und eingesetzte Kugelhähne begünstigt wird.

Ein weiterer wesentlicher Punkt der Beanstandung war die fehlende Validierung der Herstellprozesse. Dies ist nach Auffassung der FDA besonders besorgniserregend, da die homöopathischen Arzneimittel zum Teil aus sehr giftigen Substanzen (z.B. Strychnin) gewonnen werden. Darüber hinaus befand die FDA die Herstelldokumentation (Vorgabe- und Aufzeichnungsdokumente) als ungenügend.

Aufgrund der zahlreichen und fundamentalen GMP-Mängel sieht die FDA die Qualitätssicherungsabteilung (QA) als nicht hinreichend autorisiert, eine QA Oversight zu gewährleisten. Die QA soll mit ausreichenden Ressourcen und Autoritäten ausgestattet werden, um ihr Funktion ausüben zu können. Die FDA empfiehlt der Firma auch, dringend einen GMP-Berater hinzuzuziehen, um die Mängel zu beseitigen und die Firma auf einen GMP-konformen Status zu bringen.

Der Warning Letter an den US amerikanischen Homöopathika-Hersteller finden Sie auf der Seite der FDA.

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