Warning Letter an amerikanischen Steril-Hersteller von Ophthalmika

Die FDA hat im Mai einen Warning Letter an einen US-amerikanischen Steril-Hersteller von Augenpräparaten veröffentlicht, der schwerwiegende Mängel v.a. in der Steril-Herstellung und im generellen GMP-Verständnis aufzeigt.

Augenpräparate müssen steril sein, Insterilität kann zu schwerwiegenden Problemen beim Patienten führen. Die FDA hat bei der Inspektion des Ophthalmika-Herstellers jedoch festgestellt, dass die Abfüllung der Augenpräparate hinsichtlich Sterilität nicht nur mangelhaft ist, sondern dass die Präparate nicht steril abgefüllt werden. Auf Rückfrage hatte der Hersteller angegeben, dass er keine Procedere hat, Ophthalmika steril abzufüllen. Das Produkt wird weder vor noch nach der Abfüllung sterilisiert. Die Abfüllung erfolgt nicht aseptisch. Gemäß FDA fehlen hierzu adäquate Räumlichkeiten (glatte Wände, Decken, Böden); die erforderliche Luftqualität (keine Filterung der Luft mit HEPA Filtern); ein adäquates Umgebungsmonitoring sowie die erforderliche Reinigung/Desinfektion der Räumlichkeiten und der Ausrüstung. Der Hersteller füllt die Augenpräparate im Lohnauftrag ab und konnte ein Dokument vorweisen, das dem Auftraggeber angezeigt hatte, dass die Abfüllung nicht steril erfolgt. Die FDA hat in ihrem Warning Letter drauf hingewiesen, dass die Verantwortung für die Einhaltung von GMP bei der Herstellung von Medikamenten nicht abgeschoben werden kann. Die Antwort des Herstellers, dass er keine Arzneimittel herstelle sondern nur "umpacke", lässt die FDA weiter am grundsätzlichen Verständnis des Lohnherstellers zweifeln. Natürlich gelten auch Abfüllung und Verpackung als pharmazeutische Herstellschritte und fallen voll unter die GMP-Regularien.

Ein weiterer Inspektionsmangel war die Freigabe von Chargen des Augenpräparates, obwohl eine weiße, partikuläre Verunreinigung aufgefallen war. Nach einer E-Mail-Kommunikation mit dem Auftraggeber wurde mit der Herstellung fortgefahren und das Produkt freigegeben, ohne die Ursachen oder deren mögliche Auswirkungen zu untersuchen. Die Annahme des Auftraggebers, dass es sich bei der Verunreinig um Produkt-Niederschlag handle, ist für die FDA nicht akzeptabel. Ebenso wenig die Angabe des Lohn-Abfüllers, dass die Partikel nicht mikrobiologisch belastet waren, zumal die mikrobiologischen Testmethoden ebenfalls als nicht adäquat befunden wurden.

Ein weiterer Mangel war das Fehlen der Produktbewertung, also des Annual Product Reviews. Lauf FDA Warning Letter war sich der Hersteller überhaupt nicht bewusst, einen solchen Bericht mindestens einmal jährlich erstellen zu müssen.

Den Warning Letter an den Ophthalmika-Hersteller finden Sie auf der Seite der FDA.

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