USP-NF veröffentlicht Antworten auf Kommentare zum Stimuli-Artikel zu Apex Vessels bei Dissolution Tests

In der Septemberausgabe 2026 des Pharmacopeial Forum, PF 52(5), hat die USP ihre Antworten auf Kommentare zu dem Stimuli-Artikel „Characterization of Apex Vessel Geometries and Irregularities“ veröffentlicht.

Der ursprüngliche Artikel wurde 2025 in PF 51(1) veröffentlicht und anschließend mit einer korrigierten Abbildung in PF 51(5) erneut publiziert.

In der Studie wurden die geometrischen Eigenschaften und Unregelmäßigkeiten kommerziell verfügbarer Apex-Gefäße untersucht, die zusammen mit USP Apparatus 2 bei Dissolution-Prüfungen eingesetzt werden. Insgesamt wurden 37 Parameter mithilfe eines Koordinatenmessgeräts charakterisiert. Untersucht wurden jeweils sechs Gefäße von sieben Herstellern. Die Ergebnisse zeigten sowohl Unterschiede zwischen den Herstellern als auch Variabilität innerhalb der Gefäßsätze einzelner Hersteller.

Zu beiden Fassungen des Artikels gingen Kommentare ein. Die USP hat diese Kommentare nun geprüft und ihre Antworten veröffentlicht.

In ihren Antworten erläutert die USP, dass die geometrische Charakterisierung die erste von mehreren geplanten Studien war. Die Daten sollen für die Entwicklung von Modellen der numerischen Strömungsmechanik (Computational Fluid Dynamics, CFD) verwendet werden, um zu untersuchen, wie sich Änderungen der Gefäßgeometrie auf die Hydrodynamik auswirken. Zusätzlich sind Dissolution-Untersuchungen mit ausgewählten Gefäßen geplant. Sie sollen klären, ob sich die beobachtete Variabilität innerhalb eines Herstellers und zwischen den Herstellern in den Dissolution-Ergebnissen widerspiegelt.

Die USP beabsichtigt, Spezifikationen erst festzulegen, wenn die geplanten Studien abgeschlossen und die Ergebnisse umfassend ausgewertet worden sind. Ziel ist es, eine begrenzte Anzahl kritischer geometrischer Parameter und Unregelmäßigkeiten sowie wissenschaftlich begründete Toleranzen zu bestimmen. Künftige Spezifikationen sollen praktikabel, kosteneffizient und mit relativ leicht verfügbaren Messmitteln überprüfbar sein. Eine detaillierte Charakterisierung mit einem Koordinatenmessgerät soll voraussichtlich keine routinemäßige Anforderung an die Anwender werden.

Die Antworten befassen sich außerdem mit der regulatorischen Bedeutung von Apex-Gefäßen. In den Kommentaren wird darauf hingewiesen, dass Apex-Gefäße nicht ohne Weiteres als austauschbar mit Standardgefäßen betrachtet werden sollten. Ihr Einsatz in einer Dissolution-Methode sollte anhand der jeweils untersuchten Produkte und Proben wissenschaftlich begründet werden. Insbesondere die Einstellungen der Rührgeschwindigkeit müssen möglicherweise unabhängig bewertet werden, da die veränderte Hydrodynamik von Apex-Gefäßen sowohl die Dissolutionsgeschwindigkeit als auch die diskriminierende Fähigkeit der Methode beeinflussen kann. Ein schnelleres Dissolutionsprofil ist nicht zwangsläufig vorteilhaft, wenn die Methode dadurch relevante Änderungen der Produktqualität nicht mehr erkennt.

Die USP erkennt außerdem an, dass das Studiendesign mit sechs Gefäßen pro Hersteller die mögliche Variabilität zwischen Chargen nicht vollständig erfasst. Die Beschaffung und detaillierte Charakterisierung größerer Stichproben wäre jedoch mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden gewesen. Die zusätzlichen CFD- und Dissolution-Untersuchungen sollen daher klären, welche geometrischen Variationen einen wesentlichen Einfluss auf die Hydrodynamik, die Dissolution-Ergebnisse und die Robustheit der Prüfung haben.

Solange noch keine formellen Spezifikationen entwickelt wurden, unterstreichen die Antworten der USP die Bedeutung einer kontrollierten Bezugsquelle für Apex-Gefäße sowie die Notwendigkeit, ihre mögliche geometrische Variabilität zu berücksichtigen. Variabilität stellt nicht automatisch ein Risiko dar, sofern sie verstanden und kontrolliert wird. Entscheidend ist, welche Variationen die Dissolution-Ergebnisse beeinflussen und deshalb durch geeignete Spezifikationen berücksichtigt werden müssen.

Der neue USP-Stimuli-Artikel mit den Antworten ist nach Registrierung im Pharmacopeial Forum verfügbar. Kommentare können bis zum 30. November 2026 eingereicht werden.

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