Unzureichende CAPAs führen zu FDA Warning Letter

Abweichungen und CAPA sind nach wie vor heiß diskutierte Themen bei GMP-Inspektionen. Das zeigt wieder Mal ein aktueller Warning Letter der U.S. Food and Drug Administration (FDA).

In diesem Warning Letter ermahnt die FDA das indische Unternehmen Jubilant Life Sciences, da dieses es versäumte, "unerklärliche Diskrepanzen oder Fehler" entsprechend zu untersuchen. Dabei geht die Behörde insbesondere auf den Themenkomplex Abweichungen und CAPA ein:

Die FDA empfand die Untersuchungen zu den Gründen der Abweichungen und Reklamationen als unzureichend. Vor allem wurden die beschriebenen Ursachen nicht ausreichend begründet und Untersuchungen nicht auf andere potenziell betroffene Chargen ausgedehnt. Auch wurden Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen (CAPA) nicht wie geplant umgesetzt oder deren Wirksamkeit ausreichend bewertet.

Dies wird anschaulich an zwei Beispielen beschrieben:

Nach einem Problem mit der Partikelgröße eines eingesetzten Hilfsstoffes wurde als Grund ein falsches Innenetikett auf einer Trommel ermittelt. Insgesamt wurden vier Fässer dieses Hilfstoffes in einer Sendung angeliefert. Allerdings hatte die Firma die restlichen Fässer aus dieser Lieferung bis zum Zeitpunkt der Untersuchung bereits entsorgt. Daher wurde von der Annahme ausgegangen, dass nur diese eine Trommel falsch beschriftet war. Dies konnte die FDA so nicht nachvollziehen. Des weiteren wurden von den 12 betroffenen Chargen der daraus hergestellten Tabletten nur zwei Chargen zurückgerufen.

Es gab zu mehren Chargen Pantoprazol-Tabletten Reklamationen zu Verformungen, Nässe und Verfärbungen. Auch bei untersuchten Rückstellmustern wurden Unregelmäßigkeiten festgestellt. Das Unternehmen hat dann aber nur Proben mit kleineren Mängeln (Verfärbungen) getestet. Versäumt wurden weitergehende Prüfungen an Tabletten mit Schäden am Überzug (Coating). So konnte der volle Umfang der Problematik gar nicht erfasst werden. Einen Rückruf gab es erst, als nach dem Abschluss der Untersuchungen weitere Chargen mit defektem Coating entdeckt wurden.
 
Die FDA erwartet nun eine umfassende, unabhängige Bewertung des Gesamtsystems zur Untersuchung von Abweichungen, atypischen Ereignissen, Beschwerden, OOS-Ereignissen und Fehlern inkl. der Bewertung der CAPA-Effektivität.

Für die Pantoprozol-Tabletten wird eine Zusammenfassung aller atypischen oder fehlgeschlagenen Ergebnisse der Tests zur Wirkstofffreisetzung (Dissolution) der letzten vier Jahre gefordert.

Allgemein wird eine unabhängige, rückwirkende Überprüfung aller Reklamationen und damit verbundenen Untersuchungen für Chargen innerhalb des Verfallszeitraums erwartet.

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