Sponsor-Oversight - Zahlen & Fallstudien

Über die verschiedenen Mechanismen zum Nachweis der Aufsicht konnten Sie schon unter Sponsorenaufsicht lesen. Der Sponsor trägt also die gesamte Verantwortung für die Durchführung und Berichterstattung bei klinischen Studien. Demnach müssen Mechanismen vorhanden sein, um die Aufsicht über ausgelagerte oder delegierte Aktivitäten zu demonstrieren und somit die Patientensicherheit und die Datenintegrität sicherzustellen. Kürzlich hat die MHRA Teil 2 des Blogs gepostet, welcher einige Zahlen zu Findings sowie zwei Fallstudien aus jüngsten GCP-Inspektionen in Bezug auf die Aufsicht bei klinischen Studien liefert.

Wie die Behörde mitteilt, wurden im Zeitraum 2015 - 2016 drei kritische Abweichungen beobachtet (alle drei bei nicht-kommerziellen Organisationen). Insgesamt wurden zehn schwerwiegende (major) Befunde entdeckt (neun bei nicht-kommerziellen Organisationen und einer bei einer kommerziellen Organisation). Im Zeitraum davor wurden zwölf schwerwiegende Abweichungen beobachtet (jeweils sechs bei kommerziellen und nicht-kommerziellen Organisationen). In jüngerer Zeit (Zeitraum 2016- 2017) wurde ein kritischer Befund bei einer nicht-kommerziellen Organisation sowie zwei schwerwiegende Abweichungen (jeweils eine bei einer kommerziellen und einer nicht-kommerziellen Organisation) identifiziert. Im Blog steht: "It would appear that compliance is improving in this area, but many factors can influence these metrics such as the total number and types of inspections performed during the year". (Üb. d. Red.: "Es scheint, dass sich die Compliance in diesem Bereich verbessert, allerdings können verschiedene Faktoren wie z.B. die Gesamtzahl und der Typ an in dem Jahr durchgeführten Inspektionen diese Zahlen beeinflussen".)

Außerdem wurden zwei Fallstudien präsentiert:

Nicht-kommerzielle Organisation

Folgender kritischer Befund wurde bei einem Sponsor aufgrund von mangelhafter Aufsicht bei von der Clinical Trial Unit (CTU) und Chief Investigatoren (CI) verwalteten Studien entdeckt. Diese non-Compliance führte zu kritischen Compliance-Problemen in der Pharmakovigilanz in einer der gesponserten Studien:

  • Es fehlten im Qualitätsmanagementsystem (QMS) die nötigen Schlüsselverfahren, um die Studienaufsicht sicherzustellen. Außerdem war keine Bewertung des Qualitätsmanagements der CTU für die von ihr durchgeführten Studien vorhanden.
  • Es wurden lediglich Trial Master File (TMF) / Investigator Site File (ISF) Audits durchgeführt, und dem QS-Manager fehlte die Erfahrung mit der Durchführung von Audits.
  • Es waren keine Verträge und Vereinbarungen mit den wichtigsten Anbietern/Lieferanten bzw. nur unzureichende Details vorhanden.
  • Die Delegierung von Aufgaben an die CI und CTU war nicht ausreichend detailliert oder unvollständig.
  • Der Sponsor hatte keine Einsicht in die wichtigsten Dokumente oder über Dokumentenänderungen (z.B. an Referenzinformationen zur Sicherheit (Fachinformation)/ Reference Safety Information = RSI) der Studien, um die fortlaufende Aufsicht über die Studien sicherzustellen.

Kommerzielle Organisation

 Eine schwerwiegende Abweichung bzgl. der Aufsicht bei klinischen Studien wurde für das Folgende identifiziert:

  • Kein Nachweis zur Demonstrierung der in den CRO- Plänen (Contract Research Organization) vorgesehen Sponsorenaufsichtsaktivitäten vorhanden (zum Beispiel über Genehmigungen).
  • Co-Monitoring-Besuche fanden nicht in Übereinstimmung mit dem Monitoring-Überwachungsplan statt (u.a. nicht durchgeführte Co-Monitoring-Besuche, und wenn Besuche stattfanden, wurden diese nicht wie gefordert geprüft).
  • Unzureichende Dokumentation, um nachzuweisen, wann die von den CROs erstellten MVRs (Monitoring Visit Reports) überprüft wurden, von wem und mit welchem Ergebnis.
  • Unangemessene Dokumentation zum Nachweis der Überprüfung von während der Studien auftretenden Abweichungen vom Protokoll.
  • Mangelhafte Aufsicht über externe TMFs (bei Anbietern) zur Sicherstellung der Aktualität und Vollständigkeit.
  • Späte Meldung von SUSARs (suspected unexpected serious adverse reaction) durch die CRO, über welche der Sponsor keine Aufsicht hatte.
  • Keine Angabe im TMF-Index über die Sponsorenaufsichtsdatei. Es war nicht möglich zu rekonstruieren, wie der Sponsor die Aufsicht über die CRO und die Durchführung der Studie behielt. Während einer nachfolgenden Investigator Site Inspektion wurden mehrere schwerwiegende Abweichungen identifiziert, die durch das Monitoring nicht entdeckt wurden, und von denen der Sponsor keine Kenntnis hatte.

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

OK

Zurück

GMP Seminare nach Thema

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

OK