Specified Microorganisms und mehr - FDA Warning Letter

Die FDA stellte bei der Inspektion des Produktionsstandorts von Suretec Innovations, LLC, vom 2. bis 5. März 2026 erhebliche Verstöße gegen die GMP-Anforderungen für Fertigarzneimittel fest. Nach Einschätzung der FDA waren die Verfahren, Einrichtungen und Kontrollen des Unternehmens nicht ausreichend, um die Identität, Stärke, Qualität und Reinheit der hergestellten Arzneimittel sicherzustellen. Die FDA beanstandete insbesondere unzureichende Materialprüfungen, gravierende Defizite bei der mikrobiologischen Prüfung, mangelhafte Untersuchungen von Abweichungen sowie eine unzureichend ausgestattete und nicht ausreichend unabhängige Qualitätseinheit.

Unzureichende Prüfung und Qualifizierung von Ausgangsstoffen

Das Unternehmen führte keine ausreichenden Identitätsprüfungen an allen eingehenden Ausgangsstoffen durch, darunter auch am Wirkstoff des hergestellten OTC-Produkts. Stattdessen wurden in erheblichem Umfang die Analysenzertifikate der Lieferanten verwendet, ohne deren Zuverlässigkeit durch eine angemessene Erstbewertung und regelmäßige Nachvalidierung nachzuweisen.

Damit war nicht ausreichend belegt, dass die eingesetzten Ausgangsstoffe vor ihrer Verwendung tatsächlich den festgelegten Anforderungen an Identität, Gehalt, Qualität und Reinheit entsprachen. Die FDA bemängelte außerdem, dass die nach der Inspektion eingeleiteten Maßnahmen keine ausreichenden, materialspezifischen Akzeptanzkriterien, Prüfmethoden oder Ergebnisse rückwirkender Bestätigungsprüfungen enthielten.

Besonders schwerwiegende Defizite bei der mikrobiologischen Prüfung

Die FDA stellte fest, dass nicht sichergestellt war, dass jede Charge des hergestellten Arzneimittels vor der Freigabe ausreichend auf die Abwesenheit kritischer beziehungsweise unerwünschter Mikroorganismen geprüft wurde. Die eingesetzte nicht-kompendiale mikrobiologische Prüfmethode war hierfür nicht geeignet und nicht validiert. Es fehlten unter anderem:

  • angemessene Inkubationszeiten,
  • ein Nachweis der Methodeneignung,
  • geeignete positive und negative Kontrollen sowie
  • eine vollständige Validierung der Methode.

Dadurch konnte das Unternehmen nicht verlässlich beurteilen, ob die bereits freigegebenen und in den USA vertriebenen Chargen den mikrobiologischen Anforderungen entsprachen und für die Anwendung beim Verbraucher geeignet waren. Die von der Firma angekündigte künftige Validierung der USP-Methoden <61> und <62> beseitigte nach Einschätzung der FDA nicht die Notwendigkeit, die Qualität der bereits hergestellten und innerhalb der Haltbarkeit befindlichen Chargen rückwirkend zu bewerten.

Besonders kritisch bewertete die FDA die wiederholten mikrobiologischen Ergebnisse außerhalb der festgelegten Grenzen im verwendeten System. Das aus diesem System stammende Material wurde als Bestandteil für die Arzneimittelherstellung eingesetzt, obwohl mehrere Keimzahlergebnisse die zulässigen Werte überschritten hatten. Anstatt diese Ergebnisse vollständig zu untersuchen und die Ursache zu klären, wurde das Material weiterhin zur Herstellung verwendet. Die daraus hergestellten Arzneimittel wurden anschließend freigegeben und vertrieben. Nach Einschätzung der FDA bestand deshalb ein potenzielles Risiko, dass kontaminierte oder mikrobiologisch nicht geeignete Arzneimittel auf den Markt gelangt sein könnten.

Für das System fehlten zudem ausreichend definierte mikrobiologische Warn- und Aktionsgrenzen, geeignete Probenahmefrequenzen und klare Akzeptanzkriterien. Auch die nach der Inspektion vorgelegten Verfahren belegten weder eine angemessene Untersuchung der früheren Ergebnisse außerhalb der Grenzwerte noch eine rückwirkende Bewertung der möglicherweise betroffenen Chargen.

Unzureichende Untersuchungen von Abweichungen und OOS-/OOL-Ergebnissen

Die Qualitätseinheit untersuchte mehrere auffällige mikrobiologische Ergebnisse nicht umfassend. Es fehlten nachvollziehbare Bewertungen der möglichen Ursachen, der betroffenen Materialien und Chargen sowie der Auswirkungen auf bereits freigegebene Produkte.

Nach Auffassung der FDA können solche unzureichenden Untersuchungen dazu führen, dass:

  • tatsächliche Grundursachen nicht erkannt werden,
  • Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen nicht wirksam sind,
  • wiederkehrende Probleme bestehen bleiben und
  • potenziell beeinträchtigte Arzneimittel weiterhin hergestellt oder vertrieben werden.

Eine systematische rückwirkende Risikobewertung der betroffenen Produktchargen war nicht erkennbar.

Schwächen der Qualitätseinheit und des Qualitätssystems

Die Qualitätseinheit verfügte nach Einschätzung der FDA weder über ausreichende Zuständigkeiten und Befugnisse noch über geeignete Ressourcen, um die GMP-konforme Herstellung wirksam zu überwachen. Die FDA stellte insbesondere Defizite bei folgenden Aufgaben fest:

  • fehlende oder unzureichende schriftliche Verfahren für Produktions- und Prozesskontrollen, einschließlich der Qualifizierung des verwendeten Systems;
  • kein angemessenes Stabilitätsprüfprogramm zur Festlegung beziehungsweise Absicherung von Lagerbedingungen und Verfallsdaten;
  • unzureichende Festlegung der Verantwortlichkeiten und Kontrollaufgaben der Qualitätseinheit;
  • nicht ausreichend qualifiziertes oder zahlenmäßig unzureichendes Personal für Herstellung, Verarbeitung, Verpackung und Lagerung;
  • unvollständige abschließende Chargenprüfungen und -bewertungen vor der Freigabe;
  • unzureichende Überwachung und Genehmigung von Abweichungs- und Fehleruntersuchungen.

Insgesamt bewertete die FDA die Qualitätssysteme als nicht ausreichend robust, um die gleichbleibende Einhaltung der festgelegten Anforderungen sicherzustellen.

Verstöße bei der Arzneimittelregistrierung und -listung

Zusätzlich zu den GMP-Verstößen stellte die FDA fest, dass das Unternehmen die KleenLine Alcohol-Free Sanitizing Wipes für einen Private-Label-Vertriebspartner herstellte, das Produkt jedoch nicht ordnungsgemäß unter dem Namen und dem Labeler-Code dieses Vertriebspartners in der FDA-Datenbank gelistet hatte. Dadurch war die regulatorisch erforderliche Arzneimittellistung unvollständig; das Produkt galt aus Sicht der FDA als falsch gekennzeichnet.

Außerdem enthielt die eingereichte Kennzeichnung der Hand Sanitizing Alcohol-Free Wipes offenbar den Handelsnamen eines anderen Private-Label-Vertriebspartners. Die Kennzeichnung musste daher ebenfalls korrigiert und mit den tatsächlichen Registrierungs- und Listungsdaten in Einklang gebracht werden.

Gesamtbewertung

Die schwerwiegendsten Beanstandungen betreffen die unzureichende mikrobiologische Kontrolle sowohl der hergestellten Chargen als auch des im Herstellungsprozess verwendeten Systems. Insbesondere die weitere Verwendung von Material trotz wiederholter mikrobiologischer Ergebnisse außerhalb der zulässigen Grenzen und die anschließende Freigabe der daraus hergestellten Produkte stellen ein erhebliches Qualitätsrisiko dar. Zusammen mit den fehlenden validierten Prüfmethoden, den unzureichenden Untersuchungen und der schwachen Überwachung durch die Qualitätseinheit war nach Einschätzung der FDA nicht ausreichend sichergestellt, dass die vertriebenen Arzneimittel frei von relevanter mikrobiologischer Kontamination und insgesamt für ihre vorgesehene Anwendung geeignet waren.

Weitere Details finden Sie direkt im Warning Letter der FDA.

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