Revision des USP Kapitels <1033> zur Validierung von Bioassays
Seminarempfehlung

24 November 2026
Darmstadt
This conference is part of PharmaLab Congress 2026
Bereits im August 2024 hatten wir über den zweiten Anlauf zur Revision des USP-Kapitels <1033> zur Validierung biologischer Assays berichtet, mit dem der erste Ansatz aus dem Jahr 2022 obsolet wurde. Im Sommer 2026 wurde ohne weitere Konsultation eine finale Version veröffentlicht, die am 1. Dezember 2026 offiziell wird. Das Kapitel ergänzt die USP-Kapitelreihe zu Bioassays, zu der auch <1032> und <1034> gehören, über die wir in den vergangenen Newslettern berichtet haben.
Zielsetzung und Hintergrund
Das überarbeitete Kapitel beschreibt, wie biologische Assays zur Bestimmung der relativen Potenz bzw. relativen Bioaktivität gegenüber einem Referenzstandard so validiert werden, dass ihre Eignung für den vorgesehenen Einsatz - insbesondere für verlässliche Qualitäts- und Freigabeentscheidungen - nachvollziehbar belegt ist. Es ergänzt die allgemeinen Validierungsgrundsätze für physikalisch-chemische Verfahren um die Besonderheiten biologischer Potenzmessungen.
Hintergrund ist, dass diese Assays auf biologischen Substraten oder Reagenzien beruhen und daher naturbedingt variabler sein können als klassische chemische Analysen. Der Anwendungsbereich ist nicht auf Tests mit lebenden Zellen oder Tieren beschränkt, sondern umfasst auch enzymatische Aktivitäts- und Bindungsassays, sofern sie anhand mehrerer Konzentrationen beziehungsweise Verdünnungen von Prüfmaterial und Referenzstandard die relative Potenz bestimmen.
Die Validierung wird als Teil eines Lebenszyklus verstanden: Auf Methodenentwicklung und Festlegung der SOP folgt die Validierung; die laufende Leistungsüberwachung erhält die Eignung im Routinebetrieb. Entscheidend ist die Fitness for purpose: Validierungsanforderungen sollen sich daran orientieren, ob das konkrete Verfahren mit ausreichender Genauigkeit und Präzision belastbare Ergebnisse für die vorgesehene Entscheidung liefert. Dazu unterscheidet das Kapitel zwischen der Methode, die eine Messung erzeugt, und der Verfahrensausgestaltung, die daraus ein berichtbares Ergebnis macht - einschließlich der Replikationsstrategie.
Inhalt in Kürze
Das Kapitel gibt Empfehlungen zur Planung und Dokumentation der Validierung, zur Auswahl von Proben und Validierungsläufen sowie zur Berücksichtigung relevanter Einflussfaktoren. Im Mittelpunkt stehen relative Richtigkeit und Präzision; außerdem behandelt es Verdünnungslinearität, die Eignung des Dosis-Wirkungs-Modells und die Konsistenz der Potenzschätzung über den Arbeitsbereich sowie Spezifität und Selektivität. Für den Nachweis der Fitness for Purpose werden relative Richtigkeit und Präzision stärker gemeinsam im Sinne des Total Analytical Error (TAE) betrachtet. Risikobasierte statistische Ansätze - insbesondere Vorhersage- und Toleranzintervalle sowie eine daran ausgerichtete Studiengröße - helfen, das Risiko von Fehlentscheidungen bei Qualitäts- und Freigabeentscheidungen zu bewerten und die Eignung des Verfahrens dafür nachvollziehbar zu belegen.
Das Kapitel kann man, nach kostenpflichtiger Registrierung, auf der Webseite der USP einsehen.

