Revision des Annex 1 "Manufacture of Sterile Medicinal Products" zur Kommentierung veröffentlicht

Am 20. Dezember veröffentlichte die Europäische Kommission den schon lange erwarteten Revisionsentwurf des Annex 1 "Herstellung steriler Arzneimittel" zum EG- Leitfaden der guten Herstellungspraxis für Arzneimittel und Wirkstoffe. Der 1971 erstmals veröffentlichte Leitfaden wurde 2008 das letzte Mal in Teilen überarbeitet.

Mit dem vorliegenden Entwurf wurde zum ersten Mal eine vollständige Revision erstellt, unter anderem auch, um neuen Themenkomplexen wie Quality Risk Management und neuen Technologien und Verfahren Rechnung zu tragen. Dabei wurde die neue Struktur in enger Zusammenarbeit mit der WHO und der PIC/S erstellt, um eine sinnvolle Vernetzung mit deren Standards und Empfehlungen zu erhalten und damit global abgestimmte Standards zu erreichen.

Insgesamt hat das Dokument erheblich an Umfang gewonnen. Umfasste der Annex 1 von 2008 insgesamt 16 Seiten, summieren sich die Ergänzungen und Änderungen im neuen Dokument auf 50 Seiten. Dabei wurde versucht, dem Annex eine klarere Strukturierung mit einer sinnvolleren Abfolge der inhaltlichen Abschnitte zu geben, was sich im folgenden Inhaltsverzeichnis widerspiegelt:

Section Number General Overview
1. Scope Additional areas (other than sterile medicinal products) where the general principles of the annex can be applied.
2. Principle General principles as applied to the manufacture of medicinal products.
3. Pharmaceutical Quality System (PQS) Highlights the specific requirements of the PQS when applied to sterile medicinal products.
4. Personnel Guidance on the requirements for specific training,knowledge and skills. Also gives guidance to the qualification of personnel.
5. Premises General guidance regarding the specific needs for premises design and also guidance on the qualification of premises including the use of barrier technology.
6. Equipment General guidance on the design and operation of equipment.
7. Utilities Guidance with regards to the special requirements of utilities such as water, air and vacuum.
8. Production and specific Technologies Discusses the approaches to be taken with regards to aseptic and terminal sterilisation processes. Also discusses different technologies such as lyophilisation and Blow Fill Seal (BFS) where specific requirements may be required. Discusses approaches to sterilization of products, equipment and packaging components.
9. Viable and non-viable environmental and process monitoring This section differs from guidance given in section 5 in that the guidance here applies to ongoing routine monitoring with regards to the setting of alert limits and reviewing trend data. The section also gives guidance on the requirements of Aseptic Process Simulation.
10. Quality control (QC) Gives guidance on some of the specific Quality Control requirements relating to sterile medicinal products.
11. Glossary Explanation of specific terminology.

Die Reihenfolge der Abschnitte hat sich maßgeblich verändert. So folgen die Informationen zu Reinraumklassen (in Anlehnung an die Standards der neuen ISO 14644) und deren Qualifizierung nach dem generellen Abschnitt zu den Räumlichkeiten. Allerdings wurden im Annex 1 die Partikelgrößen  ≥ 5 μm für die Qualifizierung der Räume zwar wie in der ISO 14644 entfernt, allerdings bei den empfohlenen Limits zur Monitoring nicht-lebender Partikel beibehalten.

Neu ist in der Folge ein Kapitel zu "Utilities", also den benötigten Betriebsmitteln oder sonstigen Materialien die das Produkt berühren oder unmittelbar beeinflussen können. Im Rahmen diese Abschnitts werden Wassersysteme, Dampfversorgung, aber auch Druckgase und Vakuum- und Kühlsysteme behandelt.

Das Kapitel  "Production and specific Technologies" umfasst mit rund 16 Seiten deutlich ausführlicher die Verarbeitungsverfahren, aseptische Prozesse und das Finishing und die Varianten der Sterilisation.

Darüber hinaus werden Themen wie Form-Fill-Seal und Blow-Fill-Seal Technologien bis hin zu Single Use Systems (SUS)  in eigenen Abschnitten behandelt.

Unter neuem Namen erscheint auch der früher unter Processing geführte Abschnitt über Media Fill. Unter der Überschrift Aseptic Process Simulation (APS) erscheint der Begriff Media Fill nur noch einmal, allerdings werden die Anforderungen über rund vier Seiten behandelt.

Ausführlichere Informationen über die neuen Inhalte finden Sie direkt im " Annex 1 Manufacture of Sterile Medicinal Products".
Informationen zur Kommentierung, die bis zum 20. März möglich ist, erhalten Sie unter  "Targeted stakeholders consultation on the revision of annex 1, on manufacturing of sterile medicinal products, of the Eudralex volume 4" auf der Seite der EC.

Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang die Annex 1 Conference am 8./9. Mai 2018 in Berlin.

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