Probenahme: Ein entscheidendes Kriterium einer Prozessvalidierung

In diversen GMP-News hat Concept Heidelberg auf die Relevanz der Probenahme bei einer Prozessvalidierung hingewiesen. Ein weiteres Beispiel dafür lesen Sie in einem aktuellen Warning Letter der FDA.

Wie meistens, wenn es um Prozessvalidierung geht, zitiert die FDA 21 CFR 211.100(a): Your firm failed to establish adequate written procedures for production and process control designed to assure that the drug products you manufacture have the identity, strength, quality, and purity they purport or are represented to possess.

Das "Finding"

Kritisiert wurde dann u.a. die nicht ausreichende Prozessvalidierung der Bulk-Lösung, insbesondere aufgrund des Fehlens einer wissenschaftlichen Begründung für die Probenahme. Es ging um die Gehälter in diversen Bulklösungen. Im Validierungsbericht wird zudem noch beschrieben, dass ein Akzeptanzkriterium nicht eingehalten wurde, die Validierung aber in diesem Fall trotzdem akzeptiert wurde - ohne weitere Maßnahmen.

Die Antwort

Die Antwort der betroffenen Firma, neue Validierungspläne, für die in die USA exportierten Produkte zu erstellen und die Validierung dann durchzuführen, reicht der FDA nicht. Sie möchte eine Begründung für die Methode einer spezifischen Probenahme im Vergleich zu anderen Probenahmen hinsichtlich eines wissenschaftlichen Ansatzes. Auch die Zusagen der Firma eine dritte Partei einzubinden, die den Leiter der Qualitätsabteilung in Validierungsprinzipien schult, reicht der FDA nicht aus. Auch hier fordert sie eine dokumentierte Konkretisierung, wie diese Schulung aussehen wird, damit sie sicherstellt, dass die Validierungsaktivitäten mit den US-Anforderungen übereinstimmen.

Die Folgen

Die FDA fordert weiterhin:

  • Eine detaillierte Zusammenfassung des Validierungsprogramms unter Einbeziehung des Produktlebenszyklusses zusammen mit den entsprechenden Verfahrensanweisungen.
  • Ein Programm zum Validierungslebenszyklus, das auch das Monitoring von Abweichungen innerhalb der Chargen und zwischen den Chargen umfasst.
  • Eine Zeitschiene für die "Process Performance Qualification" jedes Produkte.s
  • Eine Risikobetrachtung und ggf. Folgemaßnahmen zu den Produkten, die ohne Prozessvalidierung vertrieben wurden.
  • Validierungspläne mit Erläuterung für jeden Prozess-Kontrollparameter und Akzeptanzkritien.
  • Das Qualifizierungsprogramm  und Verfahrensanweisungen für die Qualifizierung der Ausrüstung und Räumlichkeiten.

Weitere Mängel

Neben den o.g. Validierungsmängeln kritisiert die FDA auch noch Mängel hinsichtlich des Umgebungsmonitorings in reinen Bereichen und mit Hinweis auf 21 CFR 211.63, Mängel bei der Anlagenqualifizierung und der Reinigungsvalidierung. Die FDA weist darauf hin, dass die Firma auch als Lohnauftragnehmer GMP-Regeln einhalten muss. Arzneimittel der australischen Firma wurden mit einem "Import Alert" versehen.   

Fazit: Eine wissenschaftliche Rationale für die Probenahme im Rahmen einer Prozessvalidierung ist notwendig. Auch Lohnauftragnehmer müssen GMP-Regeln einhalten.

Sie finden den gesamten Warning Letter, wie immer auf der FDA-Webseite.

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