Post-Approval Change Management Protocol zur Endotoxinprüfung: Vom LAL-Test zu rekombinanten Verfahren
Seminarempfehlung
25 November 2026
Darmstadt
This conference is part of PharmaLab Congress 2026
Die U.S. Food and Drug Administration (FDA) hat die Genehmigung eines Post-Approval Change Management Protocol (PACMP) bekannt gegeben. Dieses ermöglicht Herstellern, von einem herkömmlichen lysatbasierten Test zum Nachweis bakterieller Endotoxine, bei dem Materialien aus dem Blut von Pfeilschwanzkrebsen verwendet werden, auf ein rekombinantes Verfahren zur Endotoxinprüfung umzustellen. Das rekombinante Verfahren benötigt keine aus Pfeilschwanzkrebsen gewonnenen Materialien und steht im Einklang mit den 3R-Prinzipien (Replacement, Reduction und Refinement), also dem Ziel, den Einsatz von Tieren zu ersetzen, zu verringern und die Bedingungen für die eingesetzten Tiere so weit wie möglich zu verbessern.
Das genehmigte Protokoll kann für mehrere biologische Produkte aus verschiedenen Therapiegebieten eingesetzt werden, darunter für Produkte zur Behandlung von Krebserkrankungen sowie von Herz-Kreislauf-, Atemwegs- und seltenen Erkrankungen. Die Bewertung erfolgte im Rahmen des Collaborative Assessment Pilot der International Coalition of Medicines Regulatory Authorities (ICMRA). Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) übernahm dabei die Federführung. Darüber hinaus beteiligten sich die FDA, die australische Therapeutic Goods Administration, Health Canada, die japanische Pharmaceuticals and Medical Devices Agency sowie Swissmedic.
Im Rahmen des Pilotprojekts prüften die beteiligten Behörden denselben vorgeschlagenen Herstellungswechsel gleichzeitig, stimmten ihre Fragen an den Antragsteller untereinander ab und trafen innerhalb eines standardisierten Prüfrahmens von 120 Tagen jeweils eigenständige regulatorische Entscheidungen. Die Einreichung erfolgte im März 2026. Die Prüfung wurde im Juni 2026 mit der Genehmigung des PACMP abgeschlossen. Alle beteiligten Behörden trafen innerhalb weniger Tage aufeinander abgestimmte Entscheidungen.
In ihrem Update vom 31. August 2026 schreibt die FDA: „Diese Genehmigung unterstützt die Bemühungen der FDA, die Abhängigkeit von Materialien tierischen Ursprungs zu verringern, die Prüfung von Produkten zu modernisieren und mit internationalen Regulierungsbehörden zusammenzuarbeiten, während zugleich die Produktqualität gewährleistet wird.“ (Übersetzung d. Red.)
In einem LinkedIn-Beitrag erklärt die EMA: „Der Erfolg des Collaborative Assessment Pilot trägt dazu bei, die Grundlage für einen effizienteren, besser vorhersehbaren und weltweit koordinierten Ansatz bei der Bewertung bestimmter Herstellungsänderungen zu schaffen.“ (Übersetzung d. Red.)



