Partikuläre Verunreinigungen aus Glas

Von Zeit zu Zeit erhalten wir Fragen von unseren Seminar-Teilnehmern. Heute zum Thema Glas-Delaminierung:

Wenn es an der Innenseite von Glasbehältnissen zur Bildung bzw. Abschuppung von Glaspartikeln kommt, spricht man von Delaminierung. Diese durch Interaktion der Lösung mit der Behälterwand entstandenen Glasteilchen können ein Risiko v.a. bei Parenteralia darstellen. Glas gilt zwar als inertes Verpackunsmittel, was aber nicht ganz richtig ist - je nach Zusammensetzung der enthaltenen Lösung und der Zusammensetzung des eingesetzten Glases.

Aufgrund von Delaminierung und der damit verbundenen Partikelabgabe kam es in den letzten Jahren auch immer wieder zu Rückrufen. Eine Schädigung eines Patienten ist zwar nicht bekannt, dennoch sehen Behörden wie die FDA das Risiko, dass diese sehr feinen Partikel zu Embolien oder Thrombosen führen könnten. Die Bildung von Glaspartikeln aus dem Sterilbehälter ist auch nach gültigem US-Recht nicht tolerierbar. Gemäß 21 CFR 211.94 dürfen Produktbehältnisse nicht reaktiv oder additiv sein oder die Qualität des Produkts beeinflussen. Es liegt in der Verantwortung des pharmazeutischen Herstellers, Glasdelaminierung zu verhindern.

Begünstigt wird Glasdelaminierung durch:

  • Herstellung von Vials aus Röhrenglas. Vials aus Pressglas sind gegenüber Delaminierung weniger empfindlich.
  • Produkt-Lösungen mit alkalischem pH-Wert können Delaminierung begünstigen, wie auch bestimmte Puffer (z.B. Citrat und Tartrat).
  • Lange Kontaktzeiten von Produkt mit der inneren Glasoberfläche können Glasdelaminierung ebenfalls begünstigen. Dies hat direkte Auswirkung auf die Haltbarkeitsdauer des Produkts.
  • Erhöhte Lagertemperaturen. Bei tiefen Temperaturen ist eine Delaminierung weniger wahrscheinlich.
  • Die Hitzebehandlung einer terminalen Sterilisierung wirkt sich ebenfalls negativ auf die Glasstabilität aus und kann Delaminierung begünstigen.

Die FDA empfiehlt für Produkte mit erhöhtem Risiko die Verwendung besonders resistenter Gläser, z.B. Borosilicat-Glas). Besonderes Augenmerk sollten pharmazeutische Hersteller bei der Auswahl ihrer Lieferanten für Glas-Vials haben und auch bereits etablierte Lieferanten bzw. deren Qualitätsmanagement-Systeme erneut überprüfen, um das Phänomen Glasdelaminierung zu minimieren.

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