Neues USP-Kapitel <1210> "Statistical Tools for Procedure Validation"

Dem Entwurf des Kapitels <1210> folgend, welcher im September 2016 im Pharmacopeial Forum (PF) 42(5) veröffentlicht wurde, hat die United States Pharmacopeia (USP) jetzt ihr neues allgemeines Kapitel <1210> "Statistical Tools for Procedure Validation" verabschiedet. Das Kapitel wurde in USP 41-NF 36 publiziert und wird am 1. Mai 2018 offiziell in Kraft treten.

Das neue Kapitel beschreibt die Nutzung statistischer Ansätze in der analytischen Methodenvalidierung wie in <1225> "Validation of Compendial Procedures" dargelegt. "Methodenvalidierung" bezieht sich in diesem Zusammenhang auf eine der drei Phasen der analytischen Verfahrensqualifizierung des analytischen Lebenszyklusmodells nach Design und Entwicklung und vor dem Einsatz der Methode in der routine Freigabeanalytik.

Das neue Kapitel <1210> unterstützt das allgemeine Kapitel <1225>, nach welchem analytische Methoden im Hinblick auf ihren Verwendungszweck validiert werden müssen. Kapitel <1225> beschreibt außerdem übliche Anwendungsbereiche und empfiehlt Verfahrenskategorien (I, II, III, oder IV) basierend auf der Auswahl von möglichen Validierungsparametern, die für die jeweilige Anwendung angemessen sind. Zu den Validierungsparametern (Prüfpunkten), welche ggf. während der Methodenvalidierung bestimmt werden müssen, gehören Richtigkeit, Präzision, Selektivität, Nachweisgrenze ("Limit of Detection" = LOD), Bestimmungsgrenze ("Limit of Quantification" = LOQ), Linearität, und Messbereich. In einigen Fällen (z.B. biologische Assays), ersetzt die relative Richtigkeit die absolute Richtigkeit. Laut USP konzentriert sich Kapitel <1210> darauf, wie analytische Leistungsmerkmale für Richtigkeit, Präzision und LOD erhalten werden können. Für quantitative analytische Verfahren kann die Richtigkeit beispielsweise nur dann bewertet werden, wenn ein wahrer oder anerkannter Referenzwert existiert. In einigen Fällen wird es daher notwendig sein, die relative Richtigkeit zu bestimmen. In vielen analytischen Verfahren kann die Präzision (zufälliger Fehler) auch dann bestimmt werden, wenn die Richtigkeit (systematischer Fehler) nicht bestimmt werden kann. Darüber hinaus kann der Abschnitt zu LOD ebenfalls auf die Grenzwertprüfungen in Kategorie II von Kapitel <1225> angewendet werden. Andere analytische Validierungsmerkmale des Kapitels <1225> wie z.B. Selektivität, Robustheit und Linearität, sind im Umfang des Kapitels <1210> nicht enthalten.

In den drei Phasen des analytischen Methodenlebenszyklus-Konzepts (analytical method life cycle approach) muss die Validierungsphase einen Beweis für die Gebrauchstauglichkeit der Methode erbringen. Dabei werden gemäß Kapitel <1225> üblicherweise auch statistische Modelle/Tests angewendet. In Kapitel <1210> sind einige Beispiele statistischer Modelle für die Bestimmung von Richtigkeit und Präzision aufgeführt. Die USP sagt allerdings, diese Methoden seien nicht als einziger Ansatz zur Datenanalyse anzusehen und sollen nicht implizieren, dass alternative Methoden ungeeignet seien.

Weitere Informationen finden Sie im neuen allgemeinen Kapitel <1210> "Statistical Tools for Procedure Validation", welches in USP 41-NF 36 veröffentlicht wurde.

Zurück

GMP Seminare nach Thema