Neue Anforderungen an Pharmawasser in Europa

GMP News Nr. 111
GMP News
25. Juni 2001
 

Neue Anforderungen an Pharmawasser in Europa

Schon seit einigen Jahren ist in Europa die Diskussion zu Herstellungsmethoden für WFI (Wasser für Injektionszwecke), auch in Hinblick auf amerikanische und japanische Anforderungen, im Gange.

1999 wurde auf einem internationalen Treffen in Straßburg aufgrund der noch nicht fundierten Datenlage die Forderung nach Verwendung der Reversen Osmose zur Erzeugung von WFI abgelehnt. Somit ist die Destillation in Europa nach wie vor das einzig zulässige Herstellverfahren zur Erzeugung von WFI.

Im Rahmen des Treffens wurde eine Guideline zur Verwendung der verschiedenen pharmazeutischen Wasserqualitäten als hilfreich angesehen. Weiterhin entstand als Resultat des Treffens die zum 1.1.2002 in Kraft tretende Wassermonographie „Highly Purified Water" als dritte Wasserqualität.

Als Grundlage aller pharmazeutischen Wasserqualitäten ist Trinkwasser vorgegeben, dessen Qualitätsanforderungen aber nicht von pharmazeutischen Regelwerken, sondern von der EU-Direktive 80/778/EC definiert werden.

Die Wasserqualitäten „Purified Water – gereinigtes Wasser" und „Water for Injection" sind bekannt. Die neue Wasserqualität „HPW - Highly Purified Water" ist für Zubereitungen vorgesehen, wo Wasser hoher mikrobieller Qualität benötigt wird, ohne das aber WFI gebraucht wird. Die Testanforderungen für HPW entsprechen denen von „Purified Water", ergänzt um den Test auf bakterielle Endotoxine.

HPW entspricht weiterhin den Qualitätsanforderungen des WFI, ohne aber das die Destillation als Herstellmethode vorgegeben ist. Eine mögliche Herstellmethode ist z.B. die zweistufige Umkehrosmose in Verbindung mit einer Ultrafiltration oder einer Elektrodeionisation.

Während die chemische Qualitätskontrolle von Wässern wenig Probleme bereit, ist die mikrobielle Qualitätskontrolle als kritisch zu betrachten. Aufgrund auch der langjährigen Erfahrung mit der Destillation als Herstellmethode für WFI und der Möglichkeit der Validierung der Destillation als „Einzelanlage" hat dieses Herstellverfahren nach wie vor eine deutlich größere mikrobielle Sicherheit als andere mögliche Alternativverfahren.

Weiterhin sind die Qualifizierung und Validierung der Wassererzeugung, -lagerung und – verteilung ein besonders wichtiger Teil der GMP und sollten auch integraler Bestandteil jeder Inspektion sein.

Generell sollte der Gebrauch der verschiedenen pharmazeutischen Wasserqualitäten von den Produkterfordernissen abhängig gemacht werden. Im Rahmen der Guideline werden einige allgemeine Aussagen dazu gemacht, unterteilt in „Wasser als Produktbestandteil" und „Wasser im Produktionsgebrauch":

Wasser als Produktbestandteil

Tabelle 1: Sterile Produkte

Sterile medicinal products

Acceptable quality of Water

Parenteral

WFI

Ophthalmic

HPW

Haemofiltration Solution
Haemodiafiltration Solution

WFI

Peritoneal Dialysis Solutions

WFI

Irrigation Solutions

WFI

Nasal / Ear Preparations

HPW

Cutaneous Preparations

HPW

Tabelle 2: Nichtsterile Produkte

Non-sterile medicinal product

Acceptable quality of Water

Oral Preparations

Purified

Nebuliser Solutions

Purified*

Cutaneous Preparations

Purified**

Nasal / Ear Preparations

Purified

Rectal / Vaginal Preparations

Purified

*In certain disease states eg. Cystic fibrosis, medicinal products administrated by nebulisation are required to be sterile and non-pyrogenic. In such cases WFI or sterilised HPW should be used.

** For some products such as veterinary teat dips it may be acceptable to use potable water where justified taking account of the variability in chemical composition and microbiological quality

Wasser im Produktionsgebrauch

Tabelle 3: Sterile Wirkstoffe / Produkte

Manufacture

Acceptable quality of water

Synthesis

Potable / Purified

Fermentation media

Potable / Purified

Recrystallisation / precipitation of sterile active ingredients

WFI

Used in formulation prior to sterile lyophilisation

WFI

Tabelle 4: Nichtsterile Produkte

Manufacture

Acceptable quality of water

Synthesis

Potable / Purified

Fermentation media

Potable / Purified

Used in formulation prior to non-sterile lyophilisation

Purified

Granulation

Purified

Extraction of herbal drugs

Purified**

** The use of potable water may be acceptable, where justified. The Applicant would need to demonstrate that potential variations in the water quality with respect to mineral composition, would not influence the composition of the extracts

Tabelle 5: Wasser für Reinigung

Cleaning / Rinsing of Equipment, Containers, Closures

Acceptable quality of water

General use including CIP

Purified

Initial rinse of containers / closures for sterile products

HPW

Final rinse of containers / closures for sterile parenteral products

WFI

Final rinse of containers / closures for sterile non-parenteral products

HPW

 

Aktuelle Veranstaltungen zum Thema Pharmawasser:

GMP-/FDA-compliant Pharmaceutical Water Systems, 26.-27. September 2001, Uppsala, Schweden
Mit Besichtigung bei Fresenius Kabi Uppsala
Validierung eines Wassersystems (QV 8) am 11./12. September 2001, Heidelberg
Validierung nahand eines Beispielprojektes von A bis Z.

Anmerkung: Die Draft Guideline "Note for Guidance on Quality of Water for Pharmaceutical Use" hat folgende Zeitachse:
10/00 - 01/01      Discussion in the QWP
02/01                 Transmission to the CPMV/CVMP
02/01                 Release for Consultion
08/01                 Deadline for Comments

Autor: Dr. Andreas Mangel, CONCEPT HEIDELBERG

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