Mangelnde Lieferantenkontrolle und fehlende Prüfungen: Lehren aus einem FDA Warning Letter

Die U.S. Food and Drug Administration (FDA) hat einen Warning Letter an Zhejiang Gaorong Cosmetic Co., Ltd. gerichtet, einen in China ansässigen Hersteller von rezeptfreien Arzneimitteln (OTC-Arzneimittel). Das Schreiben weist außerdem darauf hin, dass einige Produkte des Unternehmens "möglicherweise als Kosmetika reguliert" sind (nach dem FD&C Act), und dass MoCRA weitere Anforderungen an Kosmetikhersteller stellt.

Der Warning Letter beruht auf einer Prüfung von Unterlagen des Unternehmens, nicht auf einer Vor-Ort-Inspektion. Obwohl das Schreiben nicht berichtet, dass eines der Produkte des Unternehmens kontaminiert war, stellt es fest: "Die Verwendung von Inhaltsstoffen, die mit (b)(4) kontaminiert waren, hat weltweit zu verschiedenen tödlichen Vergiftungsfällen bei Menschen geführt."
Die zentrale Botschaft ist eine, die die Pharmaindustrie seit Jahrzehnten kennt: Ein Inhaltsstoff, der nicht ordnungsgemäß geprüft wird, kann tödlich sein.

Was das Schreiben beanstandet

Der Warning Letter führt zwei zentrale GMP-Verstöße auf:

  • Prüfung der Komponenten (21 CFR 211.84(d)(1) und (d)(2)). Die FDA stellte fest, dass das Unternehmen eingehende Chargen nicht ausreichend auf Identität und Verunreinigungen geprüft hat. Außerdem verließ es sich auf das Analysenzertifikat (CoA) des Lieferanten für einen Wirkstoff, ohne die Zuverlässigkeit der Prüfergebnisse des Lieferanten nachzuweisen.
  • Quality Unit (21 CFR 211.22(a)) Die FDA monierte, dass die Qualitätseinheit ihre Verantwortung nicht wirksam wahrgenommen hat, unter anderem bei der Vollständigkeit der Chargenprotokolle und den Stabilitätsdaten.

Die FDA erklärt, dass die Firma ohne die entsprechenden Prüfungen "keine wissenschaftlichen Belege dafür hat, dass die Komponenten oder Arzneimittelprodukte den festgelegten Spezifikationen entsprechen". Außerdem setzt die FDA alle Arzneimittel und Arzneimittelprodukte des Unternehmens mit Wirkung zum 31. Juli 2026 auf eien Import Alert 66-40.

Was das Schreiben nicht sagt

  • Die Verunreinigung wird nicht genannt. Das Schreiben nennt weder den Inhaltsstoff, die Verunreinigung, den Lieferanten noch die betroffenen Produkte.
  • Kein Produkt/ keine Charge wird als kontaminiert bezeichnet. Die Feststellungen betreffen fehlende Prüfungen und unzureichende Lieferantenaufsicht.
  • Kein Todesfall wird in den geprüften Quellen mit einem Produkt der Zhejiang Gaorong Cosmetic Co., Ltd. in Verbindung gebracht. Das Schreiben verweist auf Vorfälle "weltweit", die allgemein auf kontaminierte Inhaltsstoffe zurückgehen.

Lehren für Qualitäts- und Compliance-Teams

In der Praxis lohnt es sich, bei jedem Standort, der Inhaltsstoffe von Zulieferern verwendet, folgende Fragen zu stellen:

  • Qualifizierung von Lieferanten und Lieferkette: Ist der Lieferant ausreichend qualifiziert, um sich auf ein CoA verlassen zu können? Ist die Lieferkette über den direkten Lieferanten hinaus erfasst, sodass das Unternehmen weiß, woher seine Materialien stammen?
  • Identitäts- und Verunreinigungsprüfung: Wird jede eingehende Charge einer Komponente auf Identität und relevante Verunreinigungen geprüft, oder wird das CoA des Lieferanten standardmäßig akzeptiert?
  • Zuverlässigkeit des Lieferanten-CoA: Hat das Unternehmen die Prüfmethoden des Lieferanten validiert und in angemessenen Abständen revalidiert?
  • Rückstellmuster: Werden Rückstellmuster für Chargen von Komponenten mit hohem Risiko aufbewahrt? Der Warning Letter verlangt, dass das Unternehmen Prüfergebnisse von Rückstellmustern der Komponenten mit hohem Risiko vorlegt, oder dass betroffene Fertigchargen geprüft werden, wenn kein Rückstellmuster vorhanden ist.
  • Risikobewertung und Rückrufbereitschaft: Kann das Unternehmen innerhalb kurzer Zeit alle Produkte ermitteln, die eine verdächtige Charge verwendet haben, und entscheiden, ob Kunden informiert oder Rückrufe durchgeführt werden müssen?

Dieser Warning Letter erinnert daran, dass ein Inhaltsstoff nicht allein deshalb sicher ist, weil er als pharmazeutische Qualität gekennzeichnet ist. Für Unternehmen bedeutet das: Lieferanten qualifizieren, das Wesentliche prüfen, die Prüfungen validieren, auf die sich die Lieferantendaten stützen, und jede Charge rückverfolgbar machen.

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