Kreuzkontamination - ein Problem für die FDA!

In einem Warning Letter von November 2018 kritisiert die FDA mit Hinweis auf 21 CFR 211.67 (a) einen pharmazeutischen Hersteller wegen unzureichender Reinigungsvalidierung und Verifizierung. Was war los?

Häufiger angetroffen wurden sichtbare Rückstände von Vorprodukten, obwohl die Anlagen als gereinigt angesehen wurden. Dies war der Fall, obwohl Herstellungs- und Qualitätssicherungspersonal eine Sichtkontrolle durchgeführt hatten. Das gelbe Vorprodukt war dennoch sichtbar... Fehlgeschlagene Swab-Tests, auch hinsichtlich der Wiederfindung, bzgl. des Reinigungsmittels führten zu einem Wechsel des Reinigungsmittels. Vor Ort wurde allerdings noch mit dem alten Reinigungsmittel gereinigt. Zudem gab es keine Rationale für die Orte und die Anzahl von Swab-Proben. Hinzu kommt eine nicht vollständige Dokumentation der Reingigungsvorgänge während der Reinigungsvalidierung/ -verifizierung und die Validierungspläne wurden nicht konsequent befolgt. Validierungs-/Verifizierungsberichte wurden bis zu sechs Jahre nicht finalisiert. Neue Produkte wurden nicht dahingehend bewertet, ob sie in das bestehende Reinigungsvalidierungs-/verifizierungs-Konzept passen. Proben nach dem erstmaligen Swaben, die einen fremden Peak in der Analytik zeigten, wurden z. T. invalidiert ohne ausreichende Untersuchung. Und die entsprechende Stelle wurde nochmals gereinigt und dann erneut beprobt. Swab-Proben gingen manchmal verloren oder wurden nicht in der Dokumentation aufgeführt.

Was fordert die FDA als Gegenmaßnahmen?

Als Gegenmaßnahme fordert die FDA:

  • Eine wissenschaftliche Beweisführung im Rahmen des Validierungsprogramms, dass Wirkstoffe und Detergenzien durch das Reinigungsprogramm auch entfernt werden.
  • Eine Rationale bzgl. Anzahl, Orte, der Zeitplanung und der Häufigkeit der Swabs.
  • Eine Rationale für die Auswahl der Produkte und Ausrüstungsteile im Rahmen der Reinigungsvalidierungs-/Verifizierungs-Aktivitäten.
  • Eine Beurteilung aller Ausrüstung, in der Produktreste entdeckt wurden.
  • Eine retrospektive Untersuchung aller Swab-Fehler mit "Root-Cause"-Analyse.
  • Ein CAPA-Plan zur zukünftigen Untersuchung von gereinigten Geräten.
  • Eine Beschreibung des Schulungsprogramms für die Reinigung, einschließlich der Maßnahmen zur Erfolgskontrolle.

Wie häufiger in letzter Zeit empfiehlt die FDA bei einem solchen Ausmaß an GMP-Mängeln einen GMP-Consultant. In diesem Fall ist die Empfehlung sogar "strongly".

Fazit: Für die FDA spielt zur Vermeidung von Kreuzkontaminationen eine auf wissenschaftlichen Fakten basierende Reinigungsvalildierung/-Verifizierung die entscheidende Rolle. 

Lesen Sie dazu auch den gesamten FDA Warning Letter an Mylan Pharmaceuticals.  

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