Kreuzkontamination: Die besondere Gefahr durch Beta-Lactam-Antibiotika

Unter Nennung des 21 CFR 211.42 (c) kritisierte die FDA einen Arzneimittelhersteller: "Your firm failed to perform operations within specifically defined areas of adequate size and to have separate or defined areas or such other control systems necessary to prevent contamination or mix-ups." Was monierte die FDA?

Es ging in diesem Fall um die Fertigung von Injektionsarzneimittel, die Cephalosporine (Beta-Lactam-Antibiotika) enthalten und um Arzneimittel, die keine Cephalosporine enthalten. Die Fertigung erfolgte in den gleichen Räumlichkeiten. Und genau das kritisierte die FDA: Die nichtvorhandene, komplette Trennung von Cephalosporinen und den anderen Arzneimitteln mit der Gefahr einer Cephalosporin-Kontamination der Nicht-Cephalosporin-Produkte.

Es gab eigentlich eine Trennung zwischen Beta-Lactam-Produktion und anderer Produktion in Gebäudeteilen, die physikalisch getrennt und versiegelt waren, mit dedizierten Klimatisierungssystemen. Dennoch fanden sich seit Januar 2025 im Cephalosporin-Monitoring auch mehrfach Cephalosporine in der Nicht-Cephalosporin-Produktion. Die FDA kritisiert hier das Wiederauftreten und erwartete eigentlich eine frühere Detektion durch das Monitoring. Sie sah

  • das Monitoring unzureichend bezüglich Proben-Anzahl und Orten
  • die Swab-Qualifizierung war unzureichend, um niedrigschwellige Werte zu finden
  • Proben wurden bewertet, mit Lösungen, die außerhalb der Stabilitätszeit lagen

Auch die Tests auf Kontamination der Produkte wurde kritisiert. Es wurde aus Sicht der FDA nicht berücksichtigt, dass Kontaminationen nicht einheitlich verteilt sind. Zudem hatte die Firma versehentlich Monitoring-Proben weggeworfen, bevor sie analysiert werden konnten. Trotz Maßnahmen, die die Firma zur Verbesserung zusicherte, verlangte die FDA noch:

  • Eine umfassende Bewertung der Notwendigkeit von Raumänderungen zur Separierung von Cephalosporin- und Nicht-Cephalosporin-Bereichen.  
  • Eine aktualisierte, umfassende Bewertung der Risikobetrachtungen, aller Beta-Lactam-Kontaminationsgefahren in Bezug auf die Abläufe, Ausrüstung und Räumlichkeiten.
  • Einen detaillierten Plan mit Zeitschienen, zur Verbesserung der Risikobewertungen der Kontaminationsgefahren  
  • Eine umfassende Bewertung des Dokumentationssystems in Produktion und Labor auf Schwächen. Das umfasst auch CAPA-Maßnahmen hinsichtlich Datenintegrität (ALCOA).
  • Eine vollständige Untersuchung, die die weggeworfenen Proben betreffen. Und zwar hinsichtlich Probenahmeort, -Datum, - Menge und bezüglich ggf. zusätzlicher Tests.

Weitere Mängel zu den Themen aseptische Verarbeitung und Sterilisation, zur visuellen Prüfung und zur Sterilitätsprüfung lesen Sie in einer gesonderten News.

Fazit: Das Thema Kreuzkontamination hat einen hohen Stellenwert für die FDA - insbesondere, wenn es um Beta-Lactam-Antibiotika geht.

Sie finden den gesamten Warning Letter auf der FDA-Webseite.

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