Kann Dampfbehandlung zur Dekontamination von Cannabis eingesetzt werden?

Dampfbehandlung zählt zu den am häufigsten eingesetzten Methoden zur mikrobiellen Dekontamination pflanzlicher Arzneimittel. Laut der United States Pharmacopeia (USP) ist dies unter anderem darauf zurückzuführen, dass alternative Verfahren wie Begasung oder ionisierende Strahlung in vielen Ländern für pflanzliche Rohstoffe eingeschränkt oder verboten sind. Darüber hinaus werden zunehmend pflanzliche Ausgangsstoffe gemäß den Anforderungen des ökologischen Landbaus hergestellt, wodurch die Auswahl geeigneter Dekontaminationsverfahren weiter eingeschränkt ist.

Einsatz der Dampfbehandlung zur mikrobiellen Dekontamination pflanzlicher Arzneimittel

Thermische Verfahren (z. B. Trockenhitze, Infrarotwärme und Dampf) werden häufig zur mikrobiellen Dekontamination pflanzlicher Stoffe eingesetzt. Abhängig von der Art des pflanzlichen Rohstoffs und der gewählten Behandlungsmethode können jedoch organoleptische Eigenschaften (z. B. Farbe, Geruch, Geschmack) sowie physikochemische Parameter (z. B. Wasseraktivität, Feuchtigkeitsgehalt) und der Gehalt bzw. die Zusammensetzung flüchtiger Verbindungen beeinflusst werden.

Grundsätzlich lassen sich zwei Formen der Dampfbehandlung unterscheiden: die Chargenbehandlung (in geschlossenen Kammern) sowie kontinuierliche Verfahren (über ein Förderband). Die Dampfbehandlung kann eine geeignete Dekontaminationsmethode für pflanzliche Stoffe darstellen, deren Qualität und Wirksamkeit nicht maßgeblich vom Gehalt und der Zusammensetzung ätherischer Öle abhängen. Im Jahr 2021 untersuchten Jerushalmi et al. die Anwendung kurzer Dampfimpulse (10-, 15- und 20-sekündige Exposition) zur Reduktion der Pilzbelastung in medizinischem Cannabis (Cannabis sativa L.). Der Ausgangswert der Gesamtzahl an Hefen und Schimmelpilzen (total yeasts and molds - TYMC) von 10^(4.4 ±1,02) koloniebildende Einheiten (KBE)/g in der unbehandelten Kontrollgruppe wurde durch die 10-, 15- und 20-sekündige Dampfbehandlung auf 0, 2 bzw. 0 KBE/g reduziert. Eine zweite Probe mit einem TYMC-Wert von 10^(3.05 ± 1,15) KBE/g zeigte bei allen drei Expositionszeiten ebenfalls eine vollständige Reduktion auf 0 KBE/g. Gleichzeitig wurden mögliche Auswirkungen auf Cannabinoid- und Terpengehalte untersucht (Jerushalmi et al., Effects of steam sterilization on reduction of fungal colony forming units, cannabinoids and terpene levels in medical cannabis inflorescences. Sci Rep. 2021;11(1):13973).

Weitere Informationen sind im Entwurf des USP-Kapitels <1120> "Ensuring Microbiological Quality of Articles of Botanical Origin" verfügbar, der im Pharmacopeial Forum veröffentlicht wurde.

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