Industrie 4.0-Trends im Labor

Industrie 4.0 - also die Digitalisierung - wird in der pharmazeutischen Industrie neue Chancen eröffnen. Dies betrifft auch das analytische Labor. Der Begriff "Labor 4.0" steht für innovative Automatisierungskonzepte und Digitalisierung im Laboralltag. Vor dem Hintergrund dieser zunehmenden Digitalisierung, aber auch der immer weiter ansteigenden Komplexität der Laborprozesse sowie der steigenden regulatorischen Anforderungen, erscheint eine Neustrukturierung der Arbeitsweise im Labor in vielen Fällen sinnvoll und notwendig.

Industrielle Revolution

Bevor das Zeitalter der Industrie 4.0 eingeleitet wurde, waren drei industrielle Revolutionen vorausgegangen. Der Weg von Industrie 1.0 bis 4.0 verlief über folgende Stufen:

  • Industrie 1.0 (Mechanisierung) – Ende des 18. Jahrhunderts: Einsatz von Maschinen, die durch Wasser- und Dampfkraft angetrieben werden.
  • Industrie 2.0 (Elektrifizierung) – Ende des 19. Jahrhunderts: Ermöglichung der Massenproduktion durch Fließbandarbeit.
  • Industrie 3.0 (Automatisierung) – Anfang der 1970er Jahre: Einsatz von Elektronik und IT zur Automatisierung der Produktion.
  • Industrie 4.0 (Vernetzung) – heute: Intelligente Vernetzung von Maschinen und Abläufen.

Zentrale Industrie 4.0 Trends

Industrie 4.0 bezeichnet die intelligente Vernetzung von Maschinen und Abläufen durch Informations- und Kommunikationstechnologie. Auch im analytischen im Labor eröffnen sich neue Chancen und Möglichkeiten.

Zu den zentralen Industrie 4.0 Trends zählen u.a. folgende Aspekte:

  • Big Data / Predictive Analytics / Connected Lab: Unter dem Begriff "Big Data" werden Datenmengen zusammengefasst, welche beispielsweise zu groß, zu komplex, zu schnelllebig oder zu schwach strukturiert sind, um sie mit manuellen und herkömmlichen Methoden der Datenverarbeitung auszuwerten. Big Data meint aber auch die Verarbeitung solcher großen, komplexen und sich schnell ändernden Datenmengen. Im sogenannten „connected lab“ werden die einzelnen Daten zu einem großen Datenbestand zusammengeführt und dann ausgewertet.
  • Internet of Things (IoT): Das Internet of Things ist die Bezeichnung für Technologien, die es ermöglichen, Gegenstände des Alltags oder Maschinen miteinander zu vernetzen. Die einzelnen Objekte sind dazu mit Sensoren, Software und/oder anderen Technologien ausgestattet, um diese mit anderen Geräten und Systemen über das Internet zu vernetzen. Auf diese Weise können zwischen den Objekten Daten ausgetauscht werden.
  • Visuelle Verfahren: Hierunter versteht man Technologien, die mit Hilfe von bildverarbeitenden Sensoren die Objekt-Mensch-Maschine
    Interaktion fördern.
  • Robotik / Künstliche Intelligenz (KI) / Maschinelles Lernen: Künstliche Intelligenz beschäftigt sich mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens und dem maschinellen Lernen. Robotik ist ein Teilgebiet der künstlichen Intelligenz. Künstliche Intelligenz hat bereits vielfältigen Einzug in den privaten Bereich gefunden (z.B. durch Smartphones und Fitnesstracker). Auch im Labor ergeben sich diverse Anwendungsmöglichkeiten.
  • Spracherkennung: Hier geht es um Verfahren, mit denen Computern die gesprochene Sprache zugänglich gemacht werden kann.

Labor 4.0 wird in der pharmazeutischen Industrie neue Chancen eröffnen. Wie die Umsetzung in Labor konkret aussehen kann, wird in einem Webinar in englischer Sprache am Freitag, 15. Oktober 2021 von 10:00 bis 11:30 Uhr näher beleuchtet. Sie erhalten dort einen Überblick über aktuelle Trends und erfahren, wie sich diese Trends im Laboralltag umsetzen lassen.

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