HPLC im GMP-Labor: Welche Vorgaben gibt es für den Systemeignungstest (SST)?

Die Prüfung der Systemeignung ist ein wesentlicher Bestandteil vieler analytischer Verfahren. Systemeignungstests (System Suitability Tests, SST) sollen belegen, dass ein Analysensystem zum Zeitpunkt der Analyse für den beabsichtigten Einsatzzweck geeignet ist. Ein SST ist immer dann erforderlich, wenn zu erwarten ist, dass sich die Leistung eines Analysensystems im Laufe der Zeit ändert. Für eine HPLC-Methode sollen die Prüfungen insbesondere sicherstellen, dass die für ein zufriedenstellendes Ergebnis der Reinheitsprüfung oder Gehaltsbestimmung erforderliche Trennleistung gewährleistet ist.

Relevante Monographien und Guidelines

Vorgaben zum erforderlichen Umfang finden sich u. a. in folgenden Arzneibuchmonographien bzw. Guidelines:

  • Europäisches Arzneibuch (Ph. Eur.), Kapitel 2.2.46 Chromatographische Trennmethoden
  • United States Pharmacopeia (USP), Kapitel <621> Chromatography
  • Japanese Pharmacopoeia (JP), Kapitel Liquid Chromatography <2.01>
  • International Council for Harmonisation of Technical Requirements for Pharmaceuticals for Human Use (ICH), Validation of Analytical Procedures: Text and Methodology Q2(R1) (abrufbar unter folgenden Link)
  • Center for Drug Evaluation and Research (CDER), Reviewer Guidance, Validation of Chromatographic Methods (abrufbar unter folgendem Link)
  • Veterinary International Conference on Harmonization (VICH), Guidance Document CVM GFI #64 - VICH GL2 - Validation of Analytical Procedures: Methodology: Final Guidance (abrufbar unter folgendem Link)

Eignungsprüfung gemäß Europäischem Arzneibuch

Bewertungskriterien zur Eignung des Systems sind im Europäischen Arzneibuch im Kapitel 2.2.46 Chromatographische Trennmethoden beschrieben. Dort ist ebenfalls angegeben, in welchem Maße Änderungen der Parameter des Chromatographiesystems vorgenommen werden können, um die Kriterien der Eignungsprüfung zu erfüllen.

Das Kapitel enthält im Abschnitt "Systemeignung (Eignungsprüfung)" allgemein anwendbare Anforderungen in Bezug auf die Systemeignung.
Demnach bilden die Prüfungen "einen wesentlichen Bestandteil der Methode und werden angewendet, um eine angemessene Trennleistung des Chromatographiesystems zu gewährleisten. Effizienz, Retentionsfaktor (Massenverteilungsverhältnis), Auflösung und Symmetriefaktor sind gewöhnlich angegebene Parameter zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Säule."

Weiterhin gilt: "Bei einer chromatographischen Bestimmung ist über die gesamte Dauer die Übereinstimmung mit den Anforderungen der Systemeignung gefordert. Abhängig von verschiedenen Faktoren wie Anwendungsfrequenz einer Bestimmungsmethode oder Erfahrung und Praxis mit dem chromatographischen System muss der Analytiker ein geeignetes Kontrollschema festlegen, um die Systemeignung sicherzustellen."

Das Europäische Arzneibuch lässt für eine Prüfung "Verwandte Substanzen" oder eine Gehaltsbestimmung einen Symmetriefaktor zwischen 0,8 und 1,5 zu. Für die Gehaltsbestimmung einer wirksamen Substanz mit einem Wert von 100 Prozent für die Reinsubstanz wird die maximal zulässige relative Standardabweichung bezogen auf definierte Grenzwerte, für eine Serie von Einspritzungen der Referenzlösung nach der in der Monographie angegebenen Gleichung berechnet. Die maximal zulässige relative Standardabweichung darf die in der Monographie aufgeführten Werte nicht überschreiten. Schließlich darf bei der Prüfung "Verwandte Substanzen" "die Bestimmungsgrenze für einen Peak (entsprechend einem Signal-Rausch-Verhältnis von 10) nicht über der Grenze liegen, ab der Peaks nicht mehr berücksichtigt werden."

Zurück

GMP Seminare nach Thema