GMP-Mängel bei einem Hersteller topischer Produkte

Die FDA hat kürzlich einen Warning Letter an einen US-amerikanischen Hersteller von rezeptfreien topischen (over-the-counter = OTC) Produkten versendet, in dem schwerwiegende GMP-Mängel beschrieben werden. Dies betrifft unter anderem das Wassersystem, die QK (chemische, mikrobielle und Stabilitätsprüfungen) und die Prozessvalidierung.

Qualitätskontrolle (QK)-bezogene Aspekte

Das Unternehmen produziert und vertreibt topische Sonnenschutzprodukte und Cremes gegen Hautunreinheiten als OTC-Arzneimittel. Bei der im September letzten Jahres durchgeführten Inspektion hatte die FDA festgestellt, dass das Unternehmen die Fertigarzneimittel vor der Freigabe nicht auf Identität oder Gehalt getestet hat. Insbesondere fehlte es an Daten, die zeigten, dass Identitäts- und Gehaltsprüfungen für die Wirkstoffe in den topischen OTC-Produkten durchgeführt wurden. Darüber hinaus fehlte es dem Unternehmen an ausreichenden Tests für mikrobielle Untersuchungen (z.B. kein ausreichendes Programm für Tests von Medien, die für mikrobielle Tests verwendet werden).

Fehlende Prozessvalidierung

Die FDA kritisiert die fehlende Validierung der Prozesse zur Herstellung der topischen Arzneimittel. So wurden beispielsweise keine Prozessqualifikationsstudien durchgeführt. Darüber hinaus wurde kein kontinuierliches Programm zur Überwachung der Prozesskontrollen eingerichtet, um einen stabilen Herstellungsbetrieb und eine konstante Arzneimittelqualität zu gewährleisten. Aus diesem Grund erklärt die FDA, dass das Unternehmen nicht nachgewiesen hat, dass es in der Lage ist, gleichbleibende Qualitätsprodukte zu liefern.

Unzureichende Kontrolle des Wassersystems

Während der Inspektion stellte die FDA fest, dass das Wassersystem ein Totvolumen enthielt, was die Entwicklung von Biofilmen fördern kann. Das Wasser aus diesem System ist jedoch Bestandteil der topischen Arzneimittel. Laut der FDA hat das Unternehmen nicht nachgewiesen, dass es das Wassersystem effektiv, kontrollieren, warten und überwachen kann, so dass es dauerhaft pharmazeutisches Wasser produziert, das mindestens den Anforderungen der USP-Monographie für gereinigtes Wasser entspricht und die geforderten mikrobiellen Grenzwerte erfüllt.

Fehlende Stabilitätsdaten

Laut der FDA konnte das Unternehmen keine ausreichenden Daten liefern, die belegen, dass die chemischen und mikrobiellen Eigenschaften der Arzneimittel während der vorgegebenen Haltbarkeitsdauer (drei Jahre Mindesthaltbarkeitsdatum) akzeptabel bleiben. Die Behörde vermisste auch ein angemessenes Stabilitätsprogramm, um zu bestätigen, dass die Arzneimittel während ihrer gesamten Haltbarkeitsdauer weiterhin den festgelegten Spezifikationen und allen zuvor festgelegten Qualitätskriterien entsprechen. Darüber hinaus hat das Unternehmen keine Daten zur Verfügung gestellt, um die "period after opening policy" (Haltbarkeit nach Anbruch) zu unterstützen. 

Die Qualitätsabteilung (QA) hat ihre Rolle nicht erfüllt

Die QA hat die Ausgangsmaterialien nicht ausreichend getestet oder bewertet, bevor sie als Komponenten für die Herstellung von Arzneimitteln freigegeben wurden. Während der Inspektion teilte das Unternehmen dem FDA-Prüfer mit, dass die QA nicht über die Ressourcen verfügte, um diesen Vorgang bei jeder eingehenden Lieferung durchzuführen und gelegentlich werden daher nur die Etiketten des Lieferanten mit den vom Wareneingang gedruckten Etiketten verglichen.

Aufgrund der zahlreichen und grundlegenden GMP-Mängel hält die FDA die Qualitätsabteilung (QA) für nicht ausreichend autorisiert, um eine QS-Aufsicht sicherzustellen. Die QA sollte mit ausreichenden Ressourcen und Befugnissen ausgestattet werden, um ihre Funktion zu erfüllen. Die FDA empfiehlt auch dringend, dass das Unternehmen einen GMP-Berater beauftragt, um die Mängel zu beheben und das Unternehmen auf einen GMP-konformen Status zu bringen.

Genaueres finden Sie auch im FDA Warning Letter an den Hersteller von topischen OTC Produkten.

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