FDA Warning Letter wegen fehlender Stabilitätsdaten und Spezifikationen für Wirkstoffe

Ein kürzlich veröffentlichter Warning Letter beschreibt grundlegende GMP-Mängel in der Produktionsstätte des Herstellers eines topischen Analgetikums im Bereich der Qualitätskontrolle.

Fehlende Spezifikationen für die Prüfung von Wirkstoffen

In den von der FDA vom Hersteller angeforderten Unterlagen fehlten sowohl die Spezifikationen der eingesetzten Wirkstoffe als auch der Nachweis, dass eine Eingangsprüfung dieser Wirkstoffe stattgefunden hatte. Die Dokumentation enthielt lediglich Aufzeichnungen über die Prüfung des Endprodukts. Die FDA schließt daraus, dass der Hersteller routinemäßig ungeprüfte Wirkstoffe für die Herstellung des Schmerzmittels einsetzt.

Fehlende Dokumentation zur Stabilitätsprüfung

Die FDA interessierte sich ferner für Stabilitätsdaten, die als Grundlage der auf der Packung deklarierten dreijährigen Haltbarkeit des Schmerzmittels dient. Der Hersteller konnte diese Dokumentation nicht beibringen, so dass die FDA in ihrem Warning Letter konstatiert, dass kein Stabilitätsprüfprogramm existiert, aus dem Stabilitätsdaten als Nachweis für die Laufzeit des Arzneimittels gewonnen werden. Dieses Stabilitätsprüfprogramm fehlt nicht nur für das Analgetikum, sondern auch für das von der Firma hergestellte Händedesinfektionsmittel.
Für dieses Desinfektionsmittel wurde auch weder eine Prüfung auf Verunreinigung des eingesetzten Ethylalkohols noch eine Identitätsprüfung weiterer Bestandteile durchgeführt.

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Beta-Lactam Produktion

An diesem Standort werden auch Beta-Laktam Derivate hergestellt, die als hochpotente Wirkstoffe eingestuft werden. Aufgrund des starken allergischen Potentials der Beta-Laktame fordert die FDA einen abgeschlossenen Bereich (Containment) für die Herstellung dieser Klasse von Wirkstoffen sowie besondere Schutzmaßnahmen, die in der Guidance "Non-Penicillin Beta-Lactam Drugs: A CGMP Framework for Preventing Cross Contamination" beschrieben werden. Wegen der Gefahr der Kreuzkontamination sieht die FDA die Herstellung von Beta-Lactamen und anderen Arzneimitteln im selben Produktionsgebäude oder der gleichen Anlage sehr kritisch. Die FDA konnte in den Dokumentationsunterlagen der Firma nicht erkennen, dass eine komplette Trennung und Vermeidung von Kreuzkontamination sichergestellt ist und führt dies in dem Warning Letter als weiteren GMP-Mangel an diesem Standort an.

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