FDA Warning Letter: Mängel bei Stabilitätsprüfungen, Lieferantenqualifizierung, Validierung und CGMP Oversight

Die U.S. Food and Drug Administration (FDA) hat einen neuen Warning Letter, datiert auf den 1. September 2026, veröffentlicht, der einen in Maryland ansässigen Hersteller von frei verkäuflichen Arzneimitteln (Over-the-Counter, OTC) betrifft.

Im Rahmen einer vom 30. März bis zum 2. April 2026 durchgeführten Inspektion stellte die Behörde erhebliche Verstöße gegen die CGMP-Anforderungen für Fertigarzneimittel gemäß 21 CFR Parts 210 und 211 fest.

Identitätsprüfung von Ausgangsstoffen

Eine der Beanstandungen betraf die Prüfung und Qualifizierung eingehender Materialien. Das Unternehmen hatte vor deren Verwendung nicht für jeden Bestandteil mindestens eine spezifische Identitätsprüfung durchgeführt. Bei einem Wirkstoff beschränkte sich die Prüfung auf eine organoleptische Untersuchung. Zudem war der Lieferant nicht angemessen qualifiziert oder requalifiziert worden.

Die FDA forderte daher eine umfassende und unabhängige Überprüfung des Materialsystems, einschließlich der Lieferantenqualifizierung, der Materialqualität, der Retest- and Expiry-Daten sowie der Verwendung und Verifizierung von Analysezertifikaten der Lieferanten.

Stabilitätsprüfung

Die FDA stellte außerdem fest, dass das Stabilitätsprogramm unzureichend war. Den beschleunigten Stabilitätsprüfungen fehlten vollständige Angaben zu den kontrollierten Feuchtebedingungen. Zudem enthielten sie Zeitpunkte, für die keine Daten verfügbar waren, sowie ein nicht untersuchtes Ergebnis außerhalb der Spezifikation (Out-of-Specification, OOS) hinsichtlich der Viskosität. Auch ein fehlerhaftes Viskositätsergebnis aus einer laufenden Langzeitstudie war nicht angemessen bearbeitet worden.

Die FDA forderte einen umfassenden Maßnahmenplan zur Behebung der Mängel. Dieser sollte stabilitätsanzeigende Prüfverfahren, die bei den vermarkteten Produkten eingesetzten Container-Closure-Systeme, die jährliche Aufnahme repräsentativer Chargen in das Stabilitätsprogramm, vorab festgelegte Prüfungen zu jedem Prüfzeitpunkt sowie die relevanten Verfahrensanweisungen umfassen.

Überwachung durch die Qualitätseinheit und Validierungsmängel

Weitere Mängel betrafen die Qualitätseinheit (Quality Unit, QU) und das übergeordnete Qualitätssystem. Die Qualitätseinheit hatte keine angemessene Überwachung der Herstellungs- und Prüftätigkeiten sichergestellt.

Unter anderem beanstandete die FDA das Fehlen einer Prozessvalidierung für die OTC-Arzneimittel, die fehlende Reinigungsvalidierung für Non-dedicated Anlagen, wiederkehrende Probleme an Dichtungen, die nicht angemessen durch CAPA-Maßnahmen behoben worden waren, sowie unzureichende Freigabespezifikationen für Wirkstoffe in Fertigprodukten.

Obwohl das Unternehmen zugesagt hatte, Vorgaben für die Prozess- und Reinigungsvalidierung zu erstellen und umzusetzen, stellte die FDA während der Inspektion im Jahr 2026 fest, dass diese Maßnahmen noch nicht abgeschlossen waren.

FDA fordert Klarstellung zur künftigen Arzneimittelproduktion

Das Unternehmen hatte angegeben, die Herstellung bestimmter Arzneimittel an dem Standort einzustellen. Die FDA forderte eine Klarstellung dazu, ob nach der Inspektion weitere Chargen hergestellt worden waren oder ob die Arzneimittelproduktion wieder aufgenommen werden könnte.

Eine Wiederaufnahme der Produktion würde voraussetzen, dass die Mängel und die zugrunde liegenden systemischen Schwachstellen vollständig behoben werden. Die FDA empfahl außerdem, einen qualifizierten Berater zu beauftragen, der ein umfassendes CGMP-Audit  durchführt und die Umsetzung sowie die Wirksamkeit der CAPA-Maßnahmen bewertet, bevor das Unternehmen eine Klärung seines Compliance-Status anstrebt.

Darüber hinaus forderte die FDA einen Maßnahmenplan zur Bewertung potenzieller Risiken für die Produktqualität oder die Patientensicherheit bei Chargen, die bereits in den Vereinigten Staaten vertrieben worden waren. Dieser sollte auch mögliche Kundeninformationen, Rückrufe oder Marktrücknahmen berücksichtigen.

Weitere Informationen finden Sie im vollständigen Warning Letter an Happy Farm Botanicals, Inc. auf der Website der FDA.

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