FDA Warning Letter: Mängel bei der Prüfung auf Verunreinigungen, im Stabilitätsprogramm, bei OOS-Untersuchungen und bei der Temperaturkontrolle

Die U.S. Food and Drug Administration (FDA) hat einen auf den 8. September 2026 datierten Warning Letter an einen Hersteller von rezeptfreien Arzneimitteln (Over-the-Counter, OTC) in Chatsworth, Kalifornien, veröffentlicht.

Bei einer Inspektion vom 31. März bis zum 3. April 2026 stellte die FDA erhebliche Verstöße gegen die Anforderungen der Current Good Manufacturing Practice (CGMP) gemäß 21 CFR Parts 210 und 211 fest. Die wesentlichen Mängel betrafen die Prüfung auf Verunreinigungen, Stabilitätsprüfungen, OOS-Untersuchungen sowie die Temperaturkontrolle in den Lagerbereichen.

Unzureichende Prüfung auf Verunreinigungen

Das Unternehmen hatte für bestimmte OTC-Produkte keine geeigneten Spezifikationen festgelegt. Diese Produkte enthielten Inhaltsstoffe, aus denen durch Abbau oder eine chemische Reaktion eine potenziell krebserzeugende Verunreinigung entstehen kann.

Obwohl dieses Risiko bekannt war, wurde die betreffende Verunreinigung weder im Rahmen der Freigabeprüfung noch bei den Stabilitätsprüfungen untersucht.

Darüber hinaus hatte das Unternehmen einen Hinweis auf Verunreinigungen bei Produkten nicht angemessen bewertet, die nach derselben Rezeptur hergestellt sowie für den US-amerikanischen und den kanadischen Markt gleich verpackt und gekennzeichnet worden waren. Ein Kunde hatte Produkte in Kanada zurückgerufen. Das Unternehmen hatte jedoch nicht ermittelt, ob zugehörige Chargen auch in den Vereinigten Staaten vertrieben worden waren.

Das Unternehmen verpflichtete sich in seiner Antwort, die Herstellung bestimmter Produkte einzustellen und die betreffenden Drug Listings zu deaktivieren, ein Auftragslabor zu beauftragen und seine Spezifikationen zu aktualisieren. Die FDA bewertete diese Antwort als unzureichend, da das Unternehmen keine ausreichenden Prüfergebnisse für die Produkte vorgelegt hatte, die weiterhin auf dem US-amerikanischen Markt erhältlich waren. Außerdem hatte es weder alle möglicherweise betroffenen Chargen identifiziert noch die Qualifizierung des Labors nachgewiesen.

Mängel im Stabilitätsprogramm: Unzureichende Untersuchung von OOS-Ergebnissen zur Viskosität

Die FDA stellte fest, dass das Stabilitätsprogramm des Unternehmens keine zuverlässigen und aussagekräftigen Methoden zur Bewertung der Produktstabilität verwendete.

Wörtlich heißt es dazu in dem Warning Letter: "Your firm failed to adequately investigate viscosity failures obtained during stability testing of distributed OTC drug products. Specifically, stability testing records documented [...] out-of-specification (OOS) results without adequate root cause determination, CAPA, or documented justification [...]".

Temperaturabweichungen in Lagerbereichen

Die FDA stellte außerdem eine unzureichende Temperaturüberwachung und unzureichende Lagerkontrollen fest. In einem Fall wurde ein Produkt bei Temperaturen gelagert, die außerhalb der auf dem Etikett angegebenen Lagerbedingungen und oberhalb der internen Anforderungen des Unternehmens lagen.

Bei der Auswertung von Temperaturdaten wurden mehrere Zeiträume festgestellt, in denen die jeweils geltenden Grenzwerte überschritten wurden. Die FDA wies darauf hin, dass erhöhte Temperaturen das Risiko der Bildung von Verunreinigungen erhöhen können. Darüber hinaus hatte das Unternehmen die Lagerbedingungen nicht auf seinen Analysenzertifikaten angegeben.

Die FDA fordert nun eine rückwirkende Überprüfung der Temperaturdaten für alle Lagerbereiche und OTC-Produkte. Das Unternehmen soll zudem die Auswirkungen auf die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit der Produkte bewerten und eine Risikobewertung für die betroffene Charge vorlegen.

Befugnisse der Quality Unit und CGMP-Berater

Die FDA empfiehlt dringend, gemäß 21 CFR 211.34 einen qualifizierten CGMP-Berater hinzuzuziehen. Die Verantwortung für die Beseitigung der Mängel und die Sicherstellung einer nachhaltigen Compliance verbleibt jedoch beim Management.

Die FDA kam außerdem zu dem Schluss, dass die Quality Unit ihre Befugnisse und Verantwortlichkeiten nicht vollständig wahrnehmen konnte. Das Unternehmen muss der Qualitätseinheit ausreichende Befugnisse und Ressourcen zur Verfügung stellen, damit diese die Qualität der Produkte sicherstellen kann.

Weitere Informationen enthält der vollständige FDA Warning Letter an kdc/one Chatsworth, Inc. auf der Website der FDA.

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