FDA Warning Letter für kanadisches Unternehmen

Nach der FDA-Inspektion eines kanadischen Herstellers von OTC-(Over The Counter)-Produkten im August 2019 hat die Behörde nun einen Warning Letter aufgrund der Nichteinhaltung von cGMP ausgestellt.

Probleme mit der Datenintegrität

Die FDA-Inspektoren stellten Abweichungen zwischen den HMI-Daten (Human Machine Interface) und den Chargenaufzeichnungen fest, sowie Arbeits-Vorgänge der Mitarbeiter, die u. a. nicht den Herstellanweisungen folgten. Aus diesem Grund verlangt die Behörde die Bereitstellung

  • einer umfassenden Untersuchung des Ausmaßes der Mängel in den Datensätzen und Berichten;
  • Ergebnissen der Datenprüfung für die vertriebenen Arzneimittel zusammen mit einer detaillierten Beschreibung des Umfangs und der Ursachen der Datenintegritätsfehler.

Validierungsprobleme

Die FDA beobachtete einen Mangel an Prozessvalidierung und zusätzlich eine lange Standzeit vor der Abfüllung von Produkten, ohne Überprüfung, ob diese Praxis evtl. Auswirkungen auf die chemische und mikrobiologische Qualität der Produkte hat.
Die Behörde fordert daher:

  • Eine detaillierte Zusammenfassung des Validierungsprogramms zur Gewährleistung eines kontrollierten Zustands während des gesamten Produktlebenszyklus,
  • Zugehörige Verfahren, einschließlich Herstellprotokoll(e) und schriftliche Anweisungen, sowie ein Programm zur Qualifizierung von Anlagen und Geräten;
  • Ein detailliertes Programm für den Aufbau, die Validierung, die Aufrechterhaltung, die Kontrolle und die Überwachung von Fertigungsprozessen, einschließlich der Überwachung von Abweichungen (innerhalb einer Charge und zwischen Chargen), um einen kontinuierlichen Kontrollstatus zu gewährleisten.

Partikel und OOS-Ergebnisse

Laut der FDA hat es das Unternehmen versäumt, die Präsenz von Partikeln in einem Produkt angemessen zu untersuchen und zu dokumentieren. Der Hersteller kam zu dem Schluss, dass die Partikel von einem zerbrochenen Bestandteil der Abfüllanlage stammten. Die Korrekturmaßnahme (Corrective Action, CA) bestand darin, eine Reihe von Packungen der betroffenen Charge zurückzuweisen. Diese CA wurde jedoch nicht auf Chargen ausgedehnt, die zuvor an derselben Linie abgefüllt wurden, oder auf einen präventiven Wartungsplan, um eine Wiederholung ähnlicher Vorfälle zu verhindern. Darüber hinaus versäumte es das Unternehmen, eine angemessene Untersuchung eines OOS-Testergebnisses - den Gehalt betreffend - durchzuführen. Die FDA bittet daher um folgende Angaben:

  • Eine umfassende, unabhängige Bewertung des Gesamtsystems zur Untersuchung von Abweichungen, Diskrepanzen, Beschwerden, OOS-Ergebnissen und Fehlern,
  • Einen unabhängigen Bewertungs- und Sanierungsplan für das CAPA-Programm,
  • Einen umfassenden Bewertungs- und Sanierungsplan, um sicherzustellen, dass die Qualitätsabteilung die Autorität und die Ressourcen erhält, um effektiv arbeiten zu können.

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