FDA Warning Letter für chinesischen Hersteller von OTC-Handdesinfektionsmitteln

Am 18. Oktober 2022 hat die U.S. Food and Drug Administration (FDA) einen Warning Letter datiert auf den 05. Oktober 2022 an einen Hersteller in Beijing, China, veröffentlicht. Das Unternehmen stellt freiverkäufliche Handdesinfektionsmittel (OTC-Arzneimittel) her.

Bei einer Inspektion vom 11. bis 15. April 2022 stellten die Inspektoren der FDA eine ganze Reihe von GMP-Verstößen fest, u. a. bei der Identitätsprüfung, der Reinigung und Wartung der Ausrüstung, der mikrobiellen Prüfung und der Qualitätsüberwachung.

Identitätsprüfungen

Nach Ansicht der FDA hat das Unternehmen es versäumt, die eingehenden Rohstoffe vor ihrer Verwendung zur Herstellung der Arzneimittel ordnungsgemäß auf Identität zu prüfen. Somit war nicht sichergestellt, dass die Komponenten die entsprechenden Spezifikationen erfüllen.

Das Unternehmen hatte in der Antwort auf das Formblatt FDA 483, das dem Warning Letter vorausging, Prüfmethoden für die bei der Herstellung verwendeten Wirkstoffe sowie Ergebnisse der Prüfungen vorgelegt. Diese Antwort reichte der FDA jedoch nicht aus, da das Unternehmen nicht belegen konnte, dass diese Methoden gleichwertig oder besser sind als die der United States Pharmacopeia (USP).

Reinigung und Wartung der Ausrüstung

Offensichtlich verwendet das Unternehmen für die Herstellung von Arzneimitteln die gleichen Anlagen wie für die Herstellung von Produkten für andere Branchen außerhalb des Pharmabereichs.

In diesem Zusammenhang weist die FDA sehr deutlich darauf hin, dass es aus GMP-Sicht inakzeptabel ist, weiterhin Arzneimittel auf Anlagen herzustellen, die für die Herstellung von Industrieprodukten verwendet werden, da die Gefahr einer Kreuzkontamination besteht.

Mikrobiologische Prüfungen

Aus den von den FDA-Inspektoren eingesehenen Chargenprotokollen geht hervor, dass keine mikrobiologischen Tests der fertigen Handdesinfektionsmittel durchgeführt wurden. Daher war nicht sichergestellt, dass die entsprechenden mikrobiologischen Qualitätsanforderungen erfüllt wurden.

Prozessvalidierung

Dem Warning Letter zufolge hat das Unternehmen es versäumt, die Herstellungsverfahren zu validieren. Kritische Parameter bei der Herstellung wurden nicht ausreichend identifiziert, und es wurde nicht nachgewiesen, dass die Prozesse so beherrscht werden, dass sie ein Arzneimittel von einheitlicher Beschaffenheit und Qualität liefern.

QU Oversight

Die FDA schreibt, dass die Qualitätsabteilung (Quality Unit, QU) des Unternehmens die Herstellung der OTC-Arzneimittel nicht ordnungsgemäß überwacht hat. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass die Chargenprotokolle nicht von der QU unterschrieben wurden und dass die QU die Laborergebnisse im elektronischen System nicht auffinden konnte.

Fazit

Vor dem Hintergrund der festgestellten Mängel hält die FDA die Qualitätssysteme des Unternehmens für inadäquat. Die FDA hat die Firma daher auf Import Alert 66-40 (Detention without physical Examination of Drugs from Firms which have not met Drug GMPs) gesetzt.

In dem Warning Letter führt die FDA eine umfangreiche Liste von Maßnahmen auf, die zur Behebung der GMP-Mängel ergriffen werden müssen. Dazu gehören:

  • Eine rückwirkende Risikobewertung der Auswirkungen des Fehlens geeigneter Prüfungen der Ausgangsstoffe;
  • eine Risikobewertung für alle Arzneimittel, die in der Vergangenheit auf Anlagen hergestellt wurden, die auch für industrielle Produkte verwendet werden;
  • einen Maßnahmenplan und einen Zeitrahmen für die Durchführung umfassender chemischer und mikrobiologischer Tests von Rückstellmustern, um die Qualität aller in den Vereinigten Staaten vertriebenen Arzneimittelchargen zu gewährleisten;
  • eine Zusammenfassung des Validierungsprogramms;
  • ein Plan, der sicherstellt, dass die QU mit den nötigen Befugnissen und Ressourcen ausgestattet wird, um effektiv arbeiten zu können;
  • eine umfassende Überprüfung der Dokumentationssysteme.

Solange die Maßnahmen nicht ergriffen wurden, wird die FDA den Import Alert für die Produkte des Unternehmens aufrechterhalten.

Weitere Einzelheiten finden Sie in dem Warning Letter an Beijing Xinggu Lvsan Technology Co., Ltd. Formerly known as Beijing Lvsan Technology Co., Ltd.

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