FDA Warning Letter: Fehlende Methodenvalidierung - vom QC-Thema zum Market-Access-Problem
Mitte Mai hat die U.S. Food and Drug Administration (FDA) einen neuen Warning Letter, datiert auf den 4. Mai 2026, an einen Arzneimittelhersteller in Südkorea veröffentlicht.
Das Schreiben zeigt, wie fehlende Methodenvalidierung schnell von einem QC-Thema zu einem umfassenderen Problem mit Auswirkungen auf Compliance, Lieferfähigkeit und Marktzugang eskalieren kann. In diesem Fall stand das Unternehmen bereits seit März 2026 auf Import Alert.
Methodenvalidierung
Ein zentrales Thema des Warning Letters ist die Schlussfolgerung der FDA, dass das Unternehmen es versäumt hat, wissenschaftlich fundierte Laborkontrollen einzurichten und zu validieren, wie es in 21 CFR 211.160(b) gefordert ist. Konkret stellt die FDA fest, dass das Unternehmen:
- seine gaschromatographische (GC-)Assay-Methode zur Prüfung der Fertigarzneimittel nicht angemessen etabliert und validiert hat;
- seine GC-Methode zur Bestimmung flüchtiger Verunreinigungen im Rohstoff nicht validiert hat; und
- den Rohstoff nicht auf das Vorhandensein spezifischer Verunreinigungen geprüft hat.
Die FDA bewertet auch die Antwort des Unternehmens als unzureichend, obwohl es angekündigt hatte, nicht validierte Methoden nicht mehr für GMP-relevante Prüfungen zu verwenden und neue GC-Methoden zu etablieren bzw. zu validieren. Kritisiert wird insbesondere, dass keine Risikobewertung zu den Auswirkungen der nicht validierten Methoden vorgelegt und keine Prüfung von Rückstellmustern für potenziell betroffene Fertigprodukte beschrieben wurde, die möglicherweise mit ungetesteten oder unzureichend getesteten Rohstoffen hergestellt wurden.
Weitere Mängel
Über die Validierung von Labormethoden hinaus listet die FDA weitere wesentliche CGMP-Mängel auf:
- Schriftliche Verfahren für Herstellung und Prozesskontrolle: Die FDA beschreibt, dass Verfahren für Betrieb, Reinigung und Instandhaltung fehlen.
- Prozess- und Reinigungsvalidierung von Anlagen/Equipment: Das Unternehmen führte weder eine Prozessvalidierung noch eine Validierung der Anlagen-/Equipment-Reinigung durch.
- Aufsicht durch die Quality Unit: Nach Angaben der FDA nahm die Quality Unit ihre Verantwortlichkeiten nicht angemessen wahr. Als Beispiele nennt die FDA u. a. ein unzureichendes Stabilitätsprogramm, unzureichende Herstell- und Labordokumentation (Batch Records) sowie fehlende routinemäßige Kalibrierungen von Equipment.
Die FDA empfiehlt außerdem, einen qualifizierten CGMP-Berater hinzuzuziehen, um die Remediation zu unterstützen und ein umfassendes Audit durchzuführen.
Für weitere Informationen siehe den vollständigen Warning Letter an IDO Pharm Co., Ltd. auf der Website der FDA.




