FDA Warning Letter: Benzolverunreinigung in Handdesinfektionsmitteln

Die U.S. Food and Drug Administration (FDA) hat einen Warning Letter datiert auf den 22. Juni 2022 an einen südkoreanischen Hersteller von OTC-Arzneimitteln gerichtet. Die betroffene Produktionsstätte ist in den USA als Hersteller von rezeptfreien Arzneimitteln (OTC-Präparaten), einschließlich Handdesinfektionsmitteln, registriert.

Bei der von der FDA initiierten Laboruntersuchung einer Charge eines dieser Handdesinfektionsmittel wurde Benzol als Verunreinigung gefunden, und zwar in einem Bereich zwischen 5 und 6 ppm. Nach Durchsicht von Aufzeichnungen und anderen vom Hersteller zur Verfügung gestellten Informationen kam die FDA zu dem Schluss, dass die Qualitätssicherung in der Produktionsstätte insgesamt nicht in Übereinstimmung mit den cGMP-Anforderungen arbeitet.

Freigabeprüfung

Basierend auf der Überprüfung von Dokumenten, die das Unternehmen im Zuge einer sogenannten "request for records and other information" zur Verfügung gestellt hat, ist die FDA der Ansicht, dass das Unternehmen nicht alle in die USA gelieferten Fertigarzneimittel ordnungsgemäß geprüft hat. Es wurden zwar einzelne Prüfungen, z.B. Aussehen, Geruch und pH-Wert, jedoch keine vollständige Freigabeanalytik durchgeführt.

Die FDA weist darauf hin, dass vor der Freigabe und dem Vertrieb von Arzneimitteln vollständige Freigabeprüfungen, einschließlich Gehalt- und Identitätsprüfungen des Wirkstoffs, durchgeführt werden müssen.

Prüfung von Ausgangsstoffen

Aus den vorgelegten Unterlagen geht hervor, dass das Unternehmen keine eigenen analytischen Prüfungen der Ausgangsstoffe durchführt, insbesondere keine Identitätsprüfung.

Der FDA zufolge hat das Unternehmen Angaben von den Analysenzertifikaten des Lieferanten übernommen, ohne die von den Lieferanten bereitgestellten Informationen zu verifizieren. Es wurde weder anfänglich noch in angemessenen Zeitabständen eigene Vollanalysen durchgeführt und mit dem Analysenzertifikat des Lieferanten verglichen.

Stabilitätsprogramm

Das Unternehmen konnte keine Angaben zum Verfallsdatum der Handdesinfektionsmittel machen. Die Überprüfung der Unterlagen ergab, dass kein entsprechendes Stabilitätsprogramm zur Bestimmung geeigneter Lagerungsbedingungen und Verfallsdaten aufgelegt wurde.

In diesem Zusammenhang weist die FDA darauf hin, dass ohne Stabilitätsstudien keine wissenschaftlichen Belege dafür bestehen, dass die Arzneimittel die festgelegten Spezifikationen erfüllen und dies auch für die gesamte Haltbarkeitsdauer erwartet werden kann.

Schlussfolgerung

Die FDA hat alle von dem Unternehmen hergestellten Arzneimittel und sonstige Produkte auf Import Allert gesetzt. Die Öffentlichkeit wurde bereits über die erhöhten Benzolkonzentrationen informiert und entsprechend vor der Verwendung der betroffenen Chargen gewarnt.

Für den Fall, dass das Unternehmen beabsichtigt, die Herstellung von Arzneimitteln für den US-Markt wieder aufzunehmen, empfiehlt die FDA dringend, einen Berater zu beauftragen, der das Unternehmen bei der Einhaltung der cGMP-Anforderungen unterstützt.

Die Einzelheiten und weitere Beanstandungen können in dem auf der FDA-Website veröffentlichten Warning Letter an Mirfeel Korea Co., Ltd. nachgelesen werden.

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